Es folgt der hervorragende Erstlingsbeitrag von Soccerfriend mit den ersten Antworten zum Thema (den ich zunächst vergessen hatte
@ olhos no pé. Vollkommen richtig! Die Struktur der 96-Gesellschaften sind auch auf der offiziellen Web-Seite skizziert. Es handelt sich um ein kompliziertes Geflecht von mehreren Gesellschaften, das schwer zu durchschauen ist. Bei einem genauen Durchlesen der bisher veröffentlichten Bilanzen im elektronischen Bundesanzeiger, die die Querverbindungen zwischen den Gesellschaften deutlich machen, entschlüsselt sich dann doch einiges. Diese Quellen sind dann auch deutlich seriöser als Wikipedia oder ein Forumsthread.olhos no pé hat geschrieben:Profi GmbH, so so...
Kannst Du auch eine konkrete Quelle nennen?
Wenn nicht, auch egal. Wirf einfach mal einen Blick u.a. in Wikipedia, ist zwar nicht ein "Fred im Forum", aber dort kannst Du folgendes lesen:
Entscheidend ist aber, dass der Profikader einer Kapitalgesellschaft untersteht und keinem Verein. Was ist also an meiner Aussage "völlig falsch"?Wikipedia hat geschrieben: Die Profifußballmannschaft ist seit Ende der 1990er Jahre als Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Hauptverein ausgegliedert. Der Verein kontrolliert die KGaA.
Der Kern ist die KGaA (= Hannover 96 GmbH und Co. KGaA). Dies ist die ehemalige Profiabteilung des Vereins, der nun als eigene Gesellschaft aus dem Verein ausgegliedert wurde.
Das Eigenkapital für die KGaA wird durch Geldgeber (=Investoren bereitgestellt, die ihrerseits in einer eigenen Gesellschaft sitzen S&S (=Sales&Service GmbH&Co KG), die mit 75% an der KGa.A beteiligt sind. Die restliche Beteiligung von 25 % entfallen auf den Verein Hannover 96. Die S&S und der Verein sind somit Gesellschafter der KGaA.
Die Geschäfte der KGaA werden durch ein bis zwei Geschäftsführer wahrgenommen, die wiederum eine eigene Gesellschaft bilden, nämlich die Hannover 96 Management GmbH. Diese Geschäftsführungsgesellschaft tritt als persönlich haftende Gesellschafterin ohne Kapitaleinlage auf.
Hier bündelt sich die operative Macht. Hier werden die täglichen Entscheidungen getroffen, die uns Fans berühren und interessieren und die die Finanzen verwaltet. Diese juristisch abstrakte Geschäftsführungsgesellschaft besteht de facto aus dem oder den Geschäftsführern - zur Zeit Martin Kind allein. Davor gab es eine Zeit lang zwei Geschäftsführer (Kind/Kaenzig und davor Vehling/Kaenzig).
Diese Geschäftsführer werden von den Gesellschaftern der Hannover 96 Management GmbH bestimmt. Das sind wiederum die S&S (=Geldgeber) und der Verein Hannover 96 e.V.. Hier allerdings sind die Machtverhältnisse zwischen S&S und dem Verein umgekehrt. Denn aufgrund der 50+1-Regel muss der Verein die Anteilsmehrheit halten und hat entscheidenden Anteil an der Auswahl der Geschäftsführer und der Gestaltung der Satzung.
Demzufolge müssen die Geldgeber in der S&S daran interessiert sein, dass jemand das Präsidentenamt des Vereins innehat, der gegenüber den Geldgebern loyal ist um zu vermeiden, dass der Verein andere Ziele verfolgt als sie, was voraussetzt , dass die Geldgeber sich einig sind.
Das war aber auch nicht immer der Fall. So verfolgten Maschmeyer und Kind offenbar nicht in jedem Bereich die gleiche Linie. Worum es dabei genau ging kann man nur spekulieren. Ich vermute, dass Kind die neue Richtung unter Vehling und von Fromberg nicht passte, die stärker auf Identifikation mit 96 sowie Fan- bzw. Kundenbindung setzte und 96 durch gezielte Werbung um kleinere und mittlere Sponsoren regional besser verankern wollte. Da Kinds Credo ist, alle Investitionen auf den Profikader und dessen Belange zu konzentrieren und alles andere für Firlefanz hält, könnte hier Konfliktpotential gelegen haben. Dafür spricht auch, dass er die allermeisten Projekte sofort einstampfte als er wieder am Ruder war, obwohl diese finanziell eher als "peanuts" einzustufen waren. Das reichte von der Abschaffung kleinerer Veranstaltungen für kleine und mittlere Sponsoren (=96-Freunde), Absage eines Auftritts des Fußball-Singspiels "Männer 06" im Stadion, Abschaffung einer innovativen Stadionzeitung, Einstampfen der Pläne für ein 96-Museum in Räumen des Stadions, zunächst Brachliegen lassen der Unterstützung (Dach) für den Fantreff im Stadion, Pläne für neue Plätze in der Eilenriede, Einbau Rasenheizung, Nachwuchsinternat etc. Deutlich geworden ist nur, dass Maschmeyer mit Götz von Fromberg einen Präsidenten im Verein installiert hatte, der ihm gegenüber loyal war - nicht aber gegenüber Kind. Das hat Kind offensichtlich derart geärgert, dass er bereit war, Maschmeyer seine Anteile abzukaufen, um von Fromberg zum zahnlosen Tiger zu machen. Der trat dann ja wenige Tage nach dem Verkauf von Maschmeyers Anteilen auch zurück.
Da Kind nach Vehlings Rücktritt offensichtlich niemand mehr gefunden hat, der seinen Vorstellungen von Loyalität entsprach hat er den Geschäftsführerposten wieder selbst übernommen und zusätzlich das Amt des Präsidenten des Vereins, das vorher Götz von Fromberg innehatte. Das führt heute dazu, dass Kind in allen 96-Tochtergesellschaften der entscheidende Mann ist.
1.) Hauptgeldgeber in der S&S
2.) Geschäftsfüher der Hannover 96 Management GmbH
3.) -> als Geschäftsführer der Management GmbH lenkt er die Geschicke
der KGaA allein
4.) Präsident des Vereins, der die Interessen des Vereins gegenüber der
Geschäftsführung und gegenüber den Investoren schützen soll. Diese Aufgabe wird aber ad absurdum geführt, weil er sich durch die Ämaterhäufung quasi selbst kontrolliert.
5.) Geschäftsführer der Hannover 96 Arena GmbH &Co KG aA. Diese Stadiongesellschaft ist ein weiterer Bestandteil des komplizierten Unternehmensgeflechtes. Die Anteile der Stadiongesellschaft werden zu 100% von der Sales&Servive GmbH und Co KG gehalten - und gehören damit zu 100 % den Geldgebern. (Das heißt nicht, dass das Stadion zu 100% von den Geldgebern in der S&S finanziert wurde. Der Bau des Stadions war ein gemeinsamer Kraftakt des Landes Niedersachsen, der Stadt Hannover und privater Geldgeber).
Auf dem Papier ist Hannover 96 ein Firmengeflecht, de facto durch die Persunalunion aller Führungsämter aber eine One-Man-Show. Es ist daher auch kein Wunder, dass Herr Rossi glaubt, alles unterstehe der Hannover 96 Mangement GmbH. Diese "juristische Person" ist im wahren Leben niemand anders als der Geschäftsführer dieser Gesellschaft in Person von Martin Kind.




