In der bis vor kurzem noch recht seriösen UEFA dürfte mit der Wahl Platinis, einem Blatter-Zögling, demnächst ebenfalls ein frischer Wind wehen. Interne Umstrukturierungen sind im Gange, der Machtapparat nach schweizer Vorbild wird geformt, die jüngste Neuverpflichtung aus Baden-Würtemberg spricht für sich.
Womit wir vor der eigenen Haustür wären.
Der bislang für FIFA-Allüren relativ unverdächtige DFB scheint wärend der WM eine gute Schule durchlaufen zu haben, anders ist diese Art der Großmannssucht wohl nicht zu erklären:
Fußball scheint nur noch auf Geldschneiderei herauszulaufen und je höher die Ebene desto größer die Schnitte. Mich kotzt das Ganze nur noch an!Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:Anweisung abgelehnt: Ude rüffelt den DFB
Die Stadt München und der Deutsche Städtetag verwahren sich gegen "Anweisungen" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der DFB hatte ein als "Absichtserklärungen des Stadionbetreibers und der involvierten Stadt" betiteltes Papier, das der SZ vorliegt, an alle Kommunen geschickt, in denen Fußball-Länderspiele stattfinden sollen. Wörtlich heißt es darin, die jeweilige Kommune verpflichte sich auf "Erfüllung aller zumutbaren Anweisungen und Wünsche des DFB". Zum Forderungskatalog der Fußball-Gewaltigen gehört etwa die "Bereitstellung von Werbeflächen" für den DFB und seine Lizenzpartner "an prominenten Stellen" in den Innenstädten, ein "Verbot von nicht vom DFB genehmigten länderspielbezogenen Marken, Werbe- oder Dekorationsmaterialien in der gesamten Stadt" sowie die "Bereitstellung einer Personengruppe, die nicht autorisierte Werbung zu verhindern hat" und "Vollstreckungsmaßnahmen durchführen soll".
In einem Schreiben an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger lehnt Münchens Oberbürgermeister Ude diese Forderungen im Namen seiner Stadt und des Deutschen Städtetages ab. Das Präsidium des Städtetages hat seinen Mitglieds-Kommunen außerdem empfohlen, die "Absichtserklärung" auf keinen Fall zu unterzeichnen. Man sei, heißt es in Udes Schreiben an Zwanziger, "befremdet, dass diese Erklärung nicht im Vorfeld mit den betroffenen Städten und ihrem kommunalem Spitzenverband abgestimmt wurde". Ude begründet die Empfehlung, die Ansinnen des DFB abzulehnen, mit den "erheblichen Kosten, für die in der Regel kein städtisches Budget vorhanden ist". Außerdem seien, selbst wenn man darauf eingehen würde, Ratsbeschlüsse notwendig und Verträge zwischen den Städten und ihren Werbepartnern tangiert.
In den Städtetagskreisen heißt es, man sei verärgert über den Befehlston des DFB. Ude hat Zwanziger nun "zu einem Gespräch auf Spitzenebene aufgefordert", um die Zusammenarbeit überhaupt erst zu erörtern. Bis dahin gilt die Empfehlung des Städtetages an alle Mitglieder, dem DFB die Rote Karte zu zeigen. Joachim Käppner


