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 HAZ: Das neue Wir-Gefühl Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: HAZ: Das neue Wir-Gefühl
BeitragVerfasst: 25.10.2006 21:37 
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Das neue Wir-Gefühl

Hannover 96 kommt in Schwung – und der Hamburger SV soll es zu spüren bekommen

Von Jörg Grußendorf und Stefan Knopf
Dortmund. Die Fans mussten sich noch ein wenig gedulden. Hinter dem Tor von Borussia Dortmund feierten die mitgereisten Hannoveraner ausgelassen den 1:0-Sieg ihres Teams gegen den BVB, den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals; und in den meisten Fällen laufen die Spieler einer Fußballmannschaft in solchen Momenten spontan zur Tribüne, um sich den verdienten Applaus abzuholen und mit den Fans zu feiern. Am Dienstagabend im Dortmunder Stadion liefen die Spieler von Hannover 96 auch, aber sie trafen sich in der Mitte des Spielfeldes und bildeten einen Kreis mit Trainern und Betreuern.
Wer das große Rad drehen will, der zieht die Parallele zur Nationalmannschaft, zu den „Wir-sind-ein-Team“-Rufen, die der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor der Weltmeisterschaft eingeführt hatte. Aber so weit muss man gar nicht gehen. Hannover 96 ist nach dem verkorksten Saisonstart verunsichert, das war auch am Dienstagabend nicht zu übersehen, und Trainer Dieter Hecking baut die Mannschaft behutsam wieder auf. Es sind kleine Dinge, an denen sich Spieler in solchen Phasen aufrichten, und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl ist dabei nicht das schlechteste Rezept. „Die Mannschaft hat ihre Lektion gelernt. Wir haben über 90 Minuten sehr diszipliniert gespielt und kaum Dortmunder Torchancen zugelassen“, fand Cheftrainer Hecking, „man hat schon vor dem Anpfiff gemerkt, dass eine Einheit auf dem Platz stand.“
Nach dem Abpfiff stand Stürmer Vahid Hashemian im Kabinengang und hatte allen Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen für seinen Treffer in der 86. Minute. Wieder ein entscheidendes Tor des Iraners, den viele schon abgeschrieben hatten, und nebenbei wieder ein Tor in Dortmund – wie schon beim 2:2 im Bundesligaspiel gut drei Wochen zuvor. Also holte Hashemian tief Luft und sagte: „Dass ich das Tor geschossen habe, ist nicht wichtig. Wir haben gewonnen“, und dabei betonte er das „wir“ besonders. „Wir als Mannschaft.“
96 kommt in Schwung – das soll die Botschaft dieses Pokalabends sein. „Die harte Arbeit von Dieter Hecking wird langsam erkennbar“, sagt 96-Klubchef Martin Kind, „er kann nun die einzelnen Spieler einschätzen, und die Mannschaft scheint sich zu stabilisieren.“ Jetzt müsse man am Sonnabend beim Hamburger SV nachlegen, um den Aufwärtstrend zu bestätigen.
Das sieht auch sein Trainer so. „Die Leistung in Dortmund war ein gutes Zeichen. Wir müssen den Schwung mit nach Hamburg nehmen“, sagt Hecking, „beim Hamburger SV spricht man davon, dass man durch den Sieg in Leverkusen die Wende eingeleitet hat, dann wird es Zeit, dass wir das unterbrechen.“ Neues Selbstvertrauen durch neues Wir-Gefühl.
Wenn sich die Fans am Sonnabend in der AOL-Arena wieder etwas gedulden müssen, bis sie mit ihrer Mannschaft feiern können – ihnen soll es recht sein.


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