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 Der WM-Nostalgiker-Thread Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Der WM-Nostalgiker-Thread
BeitragVerfasst: 21.06.2006 19:59 
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Dieses Thema ist für alle gedacht, die sich gern oder ungern an bestimmte Ereignisse vergangener Weltmeisterschaften erinnern.

Als damaliger Grundschüler war für mich die Weltmeisterschaft in Mexiko 1986 natürlich prägend. Zum einen fand sie gut zwei Jahre nach dem Beginn meiner nicht ganz so erfolgreichen eigenen Spielerkarriere statt, zum anderen war es das erste große Turnier, daß ich im Fernsehen verfolgt habe. Folglich verknüpfe ich mit diesem Turnier auch noch viele Erinnerungen, z.B. an das erste Panini-Album, an die vielen Stunden mit meinem Vater vor dem Fernseher und natürlich an die Szene, die meine Beziehung zu Hans-Peter Briegel bis heute belastet: Das 3:2 für Argentinien durch Burruchaga.

Noch heute werfe ich ihm vor, daß er das Laufduell verloren hat. Wenn ich diese Szene jetzt sehe, erinnere ich mich sofort, wie ich damals völlig fassungslos mit Papa vor dem Fernseher saß. Ich konnte nicht verstehen, warum der Briegel den Burruchaga nicht mehr eingeholt hat. Bei heutiger Betrachtung wird natürlich klar, dass Briegels Rückstand auf den Argentinier einfach viel zu groß war und nur Toni Schumacher überhaupt noch was hätte ausrichten können. Aber als Steppke gabs da nur Enttäuschung und Wut. Und dieses Gefühl gegenüber Briegel ist bis heute erhalten geblieben, obwohl es eigentlich totaler Schwachsinn ist. Wenn Briegel im Fernsehen auftaucht, denk ich an Mexiko 86.

PS: Die Szene wurde übrigens in einer der letzten 11Freunde thematisiert.


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BeitragVerfasst: 21.06.2006 20:27 
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Und der Kommentar von Rolf Kramer damals, der die Szene begleitete und alle Hoffnung -losgelöst von jedweder Euphorie und gefangen in einem Fass voller Sachlichkeit- in Toni Schumacher setzte.

Gefolgt vom lapidaren "Nein", als der Ball die Linie überquerte!

Das kam wohl noch über die Telefonleitung!

Das waren noch Zeiten!

_________________
In memoriam El Filigrano!


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BeitragVerfasst: 21.06.2006 21:30 
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Die WM in Mexiko war auch meine erste WM, an die ich mich erinnern kann. In der Zeit waren die Panini-Bilder natürlich Pflicht, denn in der Grundschule hatte man genug Weggefährten gefunden, die mit dem Heft etwas anfangen konnten. Die Spieler die man doppelt hatte, wurden selbstverständlich freudestrahlend ausgetauscht.

Wenn ich an die WM in Mexiko denke, fällt mir natürlich in erster Linie das Finalspiel ein und die Szenen rund um Diego Maradona. Die einzelnen Szenen des Finales sind mir wahrscheinlich deshalb so gut in Erinnerung geblieben, weil ich immer zum Fenster gerannt bin, wenn ein Tor fiel. Mein Vater wohnte aus bestimmten Gründen ein Haus weiter, da musste man seine Emotionen halt am Fenster mitteilen. Als die Argentinier mit 2:0 in Führung gingen, viel das Winkerchen zum Vater eher bescheiden aus. Meine Körperhaltung ähnelte eher wie Luis de Funès in seinen besten Tagen, während mein Vater die Hände vor das Gesicht schlug. Beim 1:2 Anschlusstreffer keimte wieder etwas Hoffnung auf, und das Winkerchen zum Vater machte wieder richtig Spaß. Beim 2:2 - der glaube ich per Kopf von Rudi Völler erzielt wurde - sprang ich auf die Fensterbank und benahm mich wie King Kong in Kleinformat; logischerweise stand mir mein Vater da gegenüber. Beim 2:3 von Burruchaga war die Enttäuschung natürlich riesengroß, denn an einen Sieg wollte ich nicht mehr so recht glauben. Der Weg zum Fenster viel auch aus, und als der Schlusspfiff ertönte, hatte ich nur noch Pippi in den Augen. Kurz nach dem Spiel bin ich doch noch einmal zum Fenster gerannt, und wir zuckten beide mit den Schultern.

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Ewald Lienen: „Ich habe ihn ausgewechselt, weil ich einen anderen Spieler einwechseln wollte. Da musste ich einen auswechseln.“


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BeitragVerfasst: 22.06.2006 10:40 
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Die WM 82 haben wir in Frankreich erlebt, das Halbfinale in der Stadt-/Sporthalle von Orléans. Es war proppevoll, ungefähr 3 Millionen Franzosen und zwei Deutsche feierten, was reinpasste. Die Franzosen super gut drauf, siegesgewiss. Gegen Platini habt ihr keine Chance.

Frankreich spielstark, elegant, mit viel Witz.

Deutschland wie oft in jenen Jahren. Limitiert, aber abgezockt, unglaublich selbstbewusst (Motto: „Ihr seid zwar besser als wir, aber wir gewinnen trotzdem.“) und durchschlagskräftig.

Irgendwie krökeln wir das Ding rein. Danach kommen die Franzosen, spielen uns an die Wand, führen uns regelrecht vor. Es war streckenweise peinlich und deprimierend zugleich. Doch sie vergeigen auch die allergrößten Chancen. 1:1 - Verlängerung.

Zuvor war die Stimmung in der Halle umgeschlagen. Nach dem hässlichen Schumacher-Foul an Battiston war Schluss mit lustig. Zumal auch in der Folgezeit unsere Leute sehr, sehr rustikal auftraten.

In der Verlängerung drehen die Franzosen auf. 2:1, 3:1. Na schön, das war’s.

Den Anschlusstreffer habe ich verpasst, war Getränke holen. Beim 3:3 habe ich so eine Art Urschrei losgelassen – mitten in das entsetzte Stöhnen hinein. Ich schwöre bei allen Fußballgöttern: Das war spontan und ohne jede Provokationsabsicht. (Höchstens ein ganz klein wenig. Wegen der Anmachereien vorher.)

Aber auf jeden Fall brachte das keine Sympathiepunkte; nee, es war richtig Scheiße. Vor mir bauten sich zwei ungefähr 3,50 Meter große Franzosen auf - und ich bin in derlei Dingen nun nicht gerade heldenhaft veranlagt. Jedenfalls dachte ich, das war’s wohl mit dem Urlaub und hoffte auf eine gute medizinische Versorgung in Orléans.

Gerettet hat mich meine damalige Herzdame. Sie warf sich im Wortsinn dazwischen und paulte die beiden derart massiv an, dass die erst ganz verdattert guckten und sich schließlich wieder zur Leinwand umdrehten.

Ich konnte noch nicht mal Danke sagen, da hat gab es dann schon die nächste unmissverständliche - sagen wir Mal: - Ansage: „Ein Muckser beim Elferschießen – und ich fahre ich nach Hause.“

Äh, ja. Klar.

So habe ich dann gelernt, wie volle Kanne still in sich hineinjubeln geht.


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BeitragVerfasst: 22.06.2006 11:02 
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Ein toller Thread. Meine erste WM war in Spanien 1982. Die Niederlande war damals nicht dabei. Ich konnte also relativ entspannt zuschauen :wink:. Ich war damals zehn Jahre alt und durfte noch nicht alle Spiele sehen, da ich noch in der Grundschule war. Woran kann ich mich noch errinern? Das skandalöse Spiel zwischen Deutschland und Österreich, das Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich mit dem Zusammenstoß zwischen Toni Schumacher und Patrick Battiston, die der niederländische Schiedsrichter Corver übersehen hat, Paolo Rossi, Der alte Dino Zoff, Paul Breitner im Finale.

Da hat meine "Fußballkarrière" angefangen: täglich in der Schule (jede Pause spielten wir Fußball) und nach der Schule habe ich dann auf einem Platz in der Nachbarschaft gespielt. Vier Jahre später war ich dann eine Saison im Verein.

Für mich hat die WM in Spanien immer noch eine besondere Bedeutung.


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BeitragVerfasst: 22.06.2006 13:04 

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7 Jahre alt war ich bei der WM 78 in Argentinien, durfte die deutschen Spiele schon gucken, mit absoluter Ausnahmegenehmigung meiner Erziehungsberechtigten......:)
Cordoba habe ich live gesehen, konnte mir aber damals halt noch nicht vorstellen, daß ich fast 30 Jahre später im Urlaub immernoch von Ösis auf das Ergebnis angelabert werde, wenn denn die Urlaubsdiskussionen auf das Thema Fußball kommen. Sonst haben sie da ja nicht viel zu lachen, im Lande der Schluchtenschei***! Und 82 haben wir schon heftig mitgefiebert. Mit 11 und der D-Jugend im Vereinsheim. Dazu die "Großen" aus den Herrenmannschaften, heidewitzka, war das heiß draußen......!
Platini war mein großer Held. Und Hrubesch mit Kaltz!!! Wie Breitner sich beim Elfmeter an seine Eier gepackt hat und so weiter, alles im Langzeitgehirn abgespeichert....!
Wir haben auf dem Sportplatz die Szenen nachgespielt, immer natürlich mit einem entsprechenden Kommentar! Irgendeiner hat immer die Spielszenen mit den Namen gehechelt. "Breitner sieht, daß Rummenigge frei ist, schööööööööner Pass....", blahblah, etc....:)! Irgendwann hat der gute Junge keine Luft mehr bekommen, zwischen selber kicken und kommentieren, dann hat wer anderes übernommen, weiter gings...
Sowas nennt man heutzutage wohl unbeschwerte Kindheit...!

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Hamburg ist ein Vorort Hannovers..., DoPa 02.02.2014, MK Präsi...


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BeitragVerfasst: 28.06.2006 22:17 
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Mal nix von einer WM, sondern von einer EM.

1996 habe ich in Old Trafford das Vorrundenspiel gegen Tschechien gesehen (später gab es ja dann die Wiederholung im Finale).

Auch bei diesem Turnier gab es einige Teams, die uns in Sachen Technik und Spielkunst überlegen waren. Den Ausschlag gab am Ende was anderes. Der Wille zum Sieg. Matthias Sammer, Andy Köpke und Jürgen Klinsmann waren daran maßgeblich beteiligt, Oliver Bierhoff knickerte das Cup-Tor rein.

Die Tschechen hatten in Manchester ein paar Möglichkeiten, aber keine echte Siegchance; das 2:0 am Ende spiegelt das nur unzulänglich wider.

Die Stimmung in unserer Kurve war natürlich super, hinterher erzählte mir ein altgedienter ManU-Fan, dass er sich so einen roar auch bei seinen Red Devils mal wieder wünschte.

An dieses Spiel musste ich beim 1/8-Finale zurückdenken. Nach ein paar Minuten war den Schweden klar: Hier gibt es nichts zu ernten. Flügel einklappen, fertig.

Die Turnier-Parallele ist noch nicht fertig.


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BeitragVerfasst: 29.06.2006 12:44 

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Meine erste WM-Erinnerung habe ich an die von 1958 in Schweden mit dem Skandalspiel gegen die Schweden. Natürlich alles am Radio. Die erste Fernseh-WM war für mich - und bestimmt für die meisten Deutschen - die in England 1966. Das Dritte Tor werde ich nie vergessen.
1970 die beiden Verlängerungsspiele gegen England und Italien.

Für die Zeit danach fällt mir nicht viel ein. Liegt aber nicht daran, dass es die deutsche Mannschaft zu wenig Erfolge hatte. Es waren zuviele.


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 Betreff des Beitrags: Re: WM 2022 in Katar
BeitragVerfasst: 03.12.2021 18:18 
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Horst Eckel ist tot
Er war der letzte einstige Spieler aus der deutschen Elf, die 1954 in Bern Fußballweltmeister wurde. Jetzt ist Horst Eckel im Alter von 89 Jahren gestorben.

https://www.spiegel.de/sport/fussball/l ... fb4da99c13

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Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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