Das Internet ist randvoll mit Beschwerden und TV-Berichten über die vielfach als dubios empfundenen Methoden von Premiere (Erhöhungen nicht fristgerecht mitgeteilt, entsprechende Kündigungen werden zurückgewiesen, Geld wird weiter abgebucht).
Man suche mal nach den gesetzlich vorgeschriebenen AGB auf der Website von Premiere - falls sie jemand irgendwo innerhalb 15 Minuten findet: Bitte hier posten.
Ich hatte bislang das Sportabo für 23 Euro. Im Juli bekam ich einen Brief, da steht u.a.
"Ihre Vertragslaufzeit endet am 31.8.2005. Dem Inhalt Ihres aktuellen Abonnements entspricht am ehesten Sport & Fußball für insgesamt 37,80 Euro monatlich. Abonnieren Sie ... rufen Sie an".
Da denkst du doch: "OK, ich habe die Wahl, wenn ich es nicht abonniere, ist die Sache erledigt, denn der Vertrag zu den alten Konditionen ist ja ausgelaufen." Pustekuchen. Nachfrage beim "Kundenservice": "Fußball einzeln gibt es nicht. Sie müssen jetzt 1 Jahr weiter das ganze Sportpaket nehmen, da Sie nicht rechtzeitig gekündigt haben."
In dem Brief fehlt der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis, dass ich bis zum... kündigen muss/kann, wenn ich mit den geänderten Konditionen nicht einverstanden bin. Stattdessen formulieren sie so, dass nur die Bestellmöglichkeit meinen Vertrag erneuert/verlängert. Bestellt du nicht, ist der Vertrag jedoch ebenfalls verlängert!!!!!!!!!! Weil du nämlich nicht gekündigst hat. Das ist wie beim alten Streichholzspiel: kurz verliert, lang bezahlt.
Darauf vorsichtshalber schriftlich außerordentlich gekündigt mit der Begründung, dass laut deren eigener AGB eine solche Preiserhöhung 3 Monate vorher angekündigt werden muss. Es waren aber nur 6 Wochen. Ergebnis: Kündigung wurde zurückgewiesen, weil meine Gründe "nicht ausreichen" (ohne weitere Erläuterung).
Die lassen es in jedem Einzelfall drauf ankommen, ob du einen Rechtsanwalt aufsuchst, oder klein beigibst!
Großes Problem: Dein Geld wird weiter einfach weiter abgebucht. Wenn du es zurückbuchen lässt, drohen sie Dir mit teuren gerichtlichen Klagen.
Der blanke Hohn auch diese Erklärung zur rund 60%-igen Erhöhung:
"Fairerweise sollen daher nur noch Abonnenten für Fußball bezahlen, die sich auch dafür interesseieren".
So. Jetzt habe ich erstmal meine Decoderkarte per Einschreiben eingeschickt, mit Hinweis darauf, dass man mir ja das Ende der Vertragslaufzeit mitgeteilt hat. Bin ja ein ehrlicher Kunde, der nicht schwarzsieht .
In Gerichtsverfahren lässt sich übrigens in den meisten Fällen nie ein Vertreter/Anwalt von Premiere blicken. Grund: Das Verfahren wird dann nämlich wegen Nichtanwesenheit entschieden und nicht wegen der eigentlichen Klage. So können auch keine Präzendenzfälle entstehen und keine nachvollziehbaren Urteile in Sachen Verhalten von Premiere.
Verbliebene, öffentlich gewordene "Einzelfälle" werden als Einzelirrtum "bedauert".
@Moderatoren (bin selber einer, in einem anderen Forum): Ich weiß, das ist ein heikles Thema". Lässt sich aber per Google massenhaft im Web nachlesen/prüfen.