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 Torwarttrainer Jörg Sievers Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Torwarttrainer Jörg Sievers
BeitragVerfasst: 13.09.2008 09:51 
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Zur Zeit findet in diesem Forum eine interessante Diskussion über Torwarttraining, ins besondere das Torwarttraining bei Hannover 96, statt. Ich persönlich finde die Diskussion sehr interessant. Ich überlege mich sogar Torwarttraininge bei Profivereinen in den Niederlanden oder Deutschland (Schalke, Köln, Bochum sind für mich noch ziemlich gut zu erreichen) anzuschauen.

Andi 30 hat schon an anderer Stelle angeregt über Jörgen Sievers als Torwarttrainer zu diskutieren.

Ich persönlich halte es für besser einen neuen Thread aufzumachen und die Leistungen von Sievers als Torwarttrainer und als Pokalheld in Ruhe zu trennen. Deshalb habe ich ihn extra als Torwarttrainer erwähnt.

Ich hoffe, die Mods haben nichts dagegen in diesem Bereich einen neuen Thread aufzumachen. Darüber hinaus hoffe ich auf eine inspirierende und sachliche Diskussion über unser Torwarttrainer.


Zuletzt geändert von Guus am 13.09.2008 15:56, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.09.2008 10:36 

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Ich weiß nicht warum Kritk an ihm auf kommt. Es mag zwar sein dass er ein sehr einseitiges Torwarttraining kreirt, aber es hat ja erfolg.

Beispiel Enke:

Enke kam nervlich kaputt von Fenerbahce Istanbul. Vorher war er tätig bei Mallorca, Lissabon, Barcelona, u.s.w. Über all bis auf eben bei seiner bisher vorletzten Station hat er konstante Leistung gezeigt. Vorgeschlagen wurde er von Jupp Heynckes der gute kontakte zu Ewald Lienen, unserem damaligen Trainer geknüpft hat. Gut, der wechsel nach Hannover ging über die Bühne und Tremmel bzw. Ziegler wurden ersetzt. Seine erste Saison war gleichzeitig seine beste überhaupt. Aber wie kommt das? Jörg Sievers ist die Antwort. Seine Trainingsmethoden mögen einseitig gewesen sein, aber was ist dagegen auszusprechen wenn sie Erfolg haben? Nun ist Enke die Deutsche Nr.1, und wo wurde er für die Nationalmannschaft interessant? Genau, bei Hannover 96. Und wer ist Torwarttrainer bei 96? Genau, Jörg Sievers!

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Man wehrt sich gegen die Vorstellung einer Welt, in der man nicht das Gefühl haben kann, irgendwie "gemeint" zu sein. Der Mensch, der erkennt, möchte erkannt sein, nicht nur vom anderen Menschen, sondern von einem sinngesättigten Kosmos


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BeitragVerfasst: 13.09.2008 11:17 
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In meiner Zeit in diesem Forum habe ich nie dermaßen zwischen den Stühlen gesessen wie bei diesem Thema. Das mag aber auch daran liegen, dass ich fachlich zum Thema Torwarttraining nahezu nichts beitragen kann. Weil ich eben kaum Ahnung davon habe. Erstaunlicherweise haben wir - wie zu jedem Thema - auch hierzu eine Reihe von Fachkräften, die Licht ins Dunkel bringen. Den hierzu passenden Smily könnt Ihr Euch selber aussuchen.

Warum ich Eule als Ausnahme sehe, hat er mit seiner Beurteilung zu den anderen Torwarttrainern m. E. eindrucksvoll nachgewiesen. Was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man in der Konsequenz seiner Beurteilung zu Sievers die gleiche Meinung vertreten muss. Bei allen Anderen die ähnliche Erfahrung und Wissen zu diesem Thema haben, entschuldige ich mich ausdrücklich für meine Zweifel an der Kompetenz. Ich denke, dass ich da vielleicht unbeabsichtigt dem in Sarstedt-City Geborenen auf den Schlips getreten habe. Es sei denn, ich habe seine Äußerung zu meinem Problem (?) missverstanden.

Meine Zwiespältigkeit besteht darin, dass mir die Vorstellung schwerfällt, dass Sievers ein dermaßen unzulänglicher Trainer sein soll und Enke dabei seit Jahren zuverlässig und nahzu fehlerfrei zur Nummer Eins mutiert ist. In einer Liga, wo das Niveau der Torwarte insgesamt vielleicht weltweit das Beste ist.

Es gibt einige gute und fundierte Beiträge aus beiden "Lagern", denen ich zustimmen kann. Schlauer werde ich nicht. Ich werde die Diskussion mit der gebotenen Zurückhaltung eines fachlich Torwarttrainings-Minderbemittelten weiterhin interessiert verfolgen.

Am liebsten wäre es mir, wenn Robert Enke die Antwort "auf'em Platz" gibt. Und zwar in der roten und der schwarz/rot/goldenen Kiste.

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BeitragVerfasst: 13.09.2008 12:37 
Tja, wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Enkes Status als derzeitige Nr. 1 im Nationaltor kann kein Beleg dafür sein, dass Sievers ein Spitzentrainer ist, weil Enkes Vorgänger ganz offensichtlich nicht so gut geworden sind. Ergo dürfte Enkes Status eher mit seinem Talent zu tun haben und mit der Arbeit in Porto womöglich...

Wenn man also wirklich wissen will, wo wir mit unserer "Torwartschule" stehen, sollten wir nicht auf nahezu fertige Spieler schauen, wie Robert gewiss einer bereits war, als er zu uns kam: Wir sollten uns anschauen, woher die jungen Talente kommen. Und da fallen mir Leverkusen, München (eigentlich mit Abstrichen, aber die haben ja jetzt Roberts ehemaligen TW-Trainer befördert), Schalke und Kaiserslautern ins Auge. Zufall?

Übrigens fände ich es gut, wenn Eules Beitrag zu den Trainern die er bereits beobachtet hat, hier wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung, eingestellt würde.


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BeitragVerfasst: 13.09.2008 15:43 
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Hallo, liebe Mods: Unser Torwarttrainer - egal, wie man zu ihm steht - heißt Jörg Sievers. Bitte korrigieren, soviel Zeit sollte sein.

@Guus: Bitte nicht als Vorwurf verstehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Torwarttrainer Jörgen Sievers
BeitragVerfasst: 13.09.2008 15:51 
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Guus hat geschrieben:
Andi 30 hat schon an anderer Stelle angeregt über Jörgen Sievers als Torwarttrainer zu diskutieren.

Das stimmt nicht ganz: http://forum.hannover96.de/viewtopic.ph ... 02#4406302
andi30 im Enke-Fred hat geschrieben:
Aber der Grad ist natürlich schmal. Ich glaube z.B. denen, die mehr Ahnung haben als ich, dass es abwechselungsreicheres Torwarttraining gibt als bei 96, ich finde das sogar sehr interessant zu lesen, und sicher ist Sievers nicht der beste Torwarttrainer in Deutschland, nur weil er Enke auf dem Weg zur Nr. 1 in der Nationalelf begleitet hat (ODER ihn dazu gebracht hat, sucht Euch was aus). Doppelt überflüssig finde ich hier aber z.B. die Spekulationen zu Sievers Vertragsverlängerung: Ist Enke damit zufrieden? Oder nicht? Wurde er gefragt? Oder nicht? Ist Sievers erste Wahl? Oder nicht? Zum einen alles Spekulation, seitenweise.

Zum anderen, ich wiederhole mich, gehört das meiner Meinung nach sowieso nur teilweise hier rein: Macht doch endlich einen Sievers-Fred auf, um dessen Leistungen dort zu diskutieren. Sogar unser Scout hat hier im Forum schon 14 Seiten, aber der Torwarttrainer muss seitenweise im Enke-Fred mit durchgeschleppt werden? Verstehe ich nicht.

Ich habe angeregt, über Sievers in einem eigenen Thread zu diskutieren. Die Diskussion an sich läuft schon eine ganze Weile. Ich selbst lese sie eigentlich nur mit, da ich, wie ich an anderer Stelle auch schon angemerkt habe, die Qualität des Torwarttrainings selbst nur sehr eingeschränkt beurteilen kann.
Und mich, auch das sei hier nochmal angemerkt, pedantisches Suchen nach einem Haar in der Suppe grundsätzlich eher nervt. Im Unterschied dazu finde ich fundierte, sachliche und faire Kritik aber sehr interessant. Wir haben hier viele User, die diese Gradwanderung gut beherrschen.

In diesem Thread wird es künftig einfacher sein, die Diskussion zu verfolgen. Und bei Enke können wir uns wieder mehr mit Enke beschäftigen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.09.2008 15:54 
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Kuhburger hat geschrieben:
Übrigens fände ich es gut, wenn Eules Beitrag zu den Trainern die er bereits beobachtet hat, hier wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung, eingestellt würde.

Das finde ich auch, dewegen erlaube ich mir mal das hier hineinzuzitieren: http://forum.hannover96.de/viewtopic.ph ... 00#4406200
Eule im Trainings-Fred hat geschrieben:
Born of City, ein Experte für Torwart-Training bin ich natürlich nicht. Es reicht bei mir nicht, um in die Tiefe des Raumes zu gelangen.

Worüber ich glaube befinden zu können? Art und Weise der Durchführung, Umgang zwischen Torwart und Trainer, situative Elemente (Lob, Tadel, Emotionen, Energie, Abfolgen, Intensität) und Vergleiche im Bundesliga-Umfeld. Einen Torwart-Trainingsplan erstellen und in seiner Gesamtheit beurteilen, will ich deutlich herausstellen, kann ich nicht leisten.

Wen habe ich in den letzten 5 Jahren arbeiten gesehen?

- Sepp Maier (Bayern München)
- Michael Kraft (Bremen)
- Oliver Reck (Schalke)
- Eberhard Trautner (Stuttgart)
- Rüdiger Vollborn (Leverkusen)
- Enver Maric (Hertha)
- Wolfgang de Beer (BVB)
- Holger Gehrke (Köln)
- Adam Matysek(Nürnberg)
- Günter Reichold (Fürth)
- Toni Schumacher (in seiner Zeit in LEV unter Vogts)
- Jürgen Wittmann (1860 München)
- Gerald Ehrmann (FCK)

Den besten Eindruck hatte und habe ich von Adam Matysek, und zwar bei der Arbeit mit Rapha Schäfer. Was macht ihn aus? Die Vielfalt seiner Übungen, die punktgenaue Ansprache und sein Verhalten bei Trainingsspielen (stand immer in Tornähe seines Spielers). Ruhig und gelassen wirkend, versteht er es glänzend, an den richtigen Stellen den Kessel dampfen zu lassen.

Danach muss ich Oliver Reck herausgreifen. Was der in 15 Minuten an Intensität und Druck ausübt, kann Sievers in einer ganzen Saison nicht beisammen kriegen. Er und damals Rost, ein Traumgespann. Irre. Schweinehund trainiert Schweinehund. Auch er lässt es sich nicht nehmen und verfolgt seinen Schüler auf Schritt und Tritt.

Gerald Ehrmann hat mich inhaltlich auch überzeugt. Ehrgeizig ohne Ende. Seine Körpersprache lässt häufig den Einruck entstehen: gleich platzt er. Wenngleich man auch sagen muss: in seiner Birne ist viel Torwart aber wenig Stil. Er übertreibt mächtig, wenn er Kritik mit Herunterputzen verwechselt. Ein Enke würde ihn nicht ertragen können, da bin ich ganz sicher.

Teedy de Beer ist auch eine Granate. Seine Begeisterung für seinen Job ist in jeder Phase des Trainings spürbar. Dazu hat er alle Facetten des Trainings drauf und kann auch situativ eine lustige Einlage einstreuen. Sprachlich sehr sauber im Umgang mit seinem Schützling. Für Weidenfeller vielleicht ein wenig zu verständnisvoll.

Rüdiger Vollborn ist der, der am längsten mit seinen Leuten arbeitet. Er will einfach keinen Feierabend haben. Sprachlich etwas unterentwickelt, in der Sache aber knallhart. Auch bei ihm ist eine Vielfalt in den Übungen zu sehen, die über den Durchschnitt steht.


Was alle genannten Trainer dem Jörg Sievers über haben, ist die Vielseitigkeit bei den Inhalten, die Nachhaltigkeit im Trainingsbetrieb, der Sinn für die punktgenaue Ansprache und der "Drecksack" bei der Schwächenbearbeitung.

Bei allen genannten Trainern konnte ich bei der Trainingsarbeit nach einem Trainingstag erkennen, wo der Trainer eine besondere individuelle Aufmerksamkeit bei seinem Schützling ausmacht. Genau an dieser Stelle liegt Jörg Sievers größte Unzulänglichkeit. Er will seine Keeper, so mein Eindruck, nur fit und bei Laune halten.

Welch ein Wunder: Am ehesten mit Sievers vergleichbar war Sepp Maier. Auch er war nicht in der Lage, seinem Titan mal einen Einzuschenken.


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BeitragVerfasst: 13.09.2008 15:57 
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Roter Bruder hat geschrieben:
Hallo, liebe Mods: Unser Torwarttrainer - egal, wie man zu ihm steht - heißt Jörg Sievers. Bitte korrigieren, soviel Zeit sollte sein.

@Guus: Bitte nicht als Vorwurf verstehen.


Mein Gott, passiert mich sowas, fassele da von Pokalheld usw....

Ich habe den Threadtitel mal geändert.

Übrigens: André hat es schon erwähnt. Da Robert auf hohem Nivo prestiert, kann er sich nur noch in Details verbessern. Dann wird es schon ziemlich schnell Haarspalterei womit wir uns beschäftigen. Aber: wichtige Haarspalterei.


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Ich will jetzt natürlich bloß nicht im Sievers-Fred über Enke diskutieren ;) aber das hier stimmt nicht:
Hypnos hat geschrieben:
Enke kam nervlich kaputt von Fenerbahce Istanbul. Vorher war er tätig bei Mallorca, Lissabon, Barcelona, u.s.w. Über all bis auf eben bei seiner bisher vorletzten Station hat er konstante Leistung gezeigt.

Enke war von 2002-2004 bei Barcelona unter Vertrag. In 2003 wurde er zu Fenerbahce ausgeliehen, war dann wegen seiner Vertragsauflösung dort vorübergehend gesperrt, wurde danach zu CD Tereriffa (nicht Mallorca) ausgeliehen. Von dort kam er 2004 zu uns. In Teneriffa hat er gute Leistungen gezeigt, nur war es eben die 2. spanische Liga, eigentlich eher ein Karriere-Abstellgleis. Davon, dass er "kaputt" von irgendwo kam, kann glaube ich keine Rede sein. Davon, dass er hier wieder zu großer Form gefunden hat, schon eher.

Und um hier zu Sievers zurückzukommen: Bemerkenswert an Eules Torwarttrainereinschätzung finde ich nicht nur, aber auch den Vergleich Sievers/Maier im letzten Absatz, quasi das Zwischenfazit. Spätestens hier habe ich gemerkt, dass ich keine Ahnung habe (sowie keine Vergleichsmöglichkeiten), denn das hätte ich kaum für möglich gehalten... ;)


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Sievers hat heute im Abschlusstraing u.a. das Fangen von hohen Flankenbällen üben lassen. :wink:


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Vielleicht hat er ja die letzte Nacht vorm Forum verbracht... :lol:

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Na das ist ja schön, man rechnet also im Spiel gegen Gladbach mit hohen Flanken :roll:

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Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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andi30 hat geschrieben:
.....
Und um hier zu Sievers zurückzukommen: Bemerkenswert an Eules Torwarttrainereinschätzung finde ich nicht nur, aber auch den Vergleich Sievers/Maier im letzten Absatz, quasi das Zwischenfazit. Spätestens hier habe ich gemerkt, dass ich keine Ahnung habe (sowie keine Vergleichsmöglichkeiten), denn das hätte ich kaum für möglich gehalten... ;)


Mir war dieses Detail auch nicht so bewusst. Bei der Kommentierung da angekommen, bin ich auch nachdenklich geworden.

Dazu noch tauris Ausführungen lesen und verarbeiten. Wer kann diesen Teil noch nach hier transportieren?


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Ich glaube ich habe den Beitrag gefunden:

tauri hat geschrieben:
Schöne Beiträge zu Torwarttraining und Magaths Truppenübungsplatz in Planung. :D

Bezüglich der Motivationsarbeit neige ich heute zu etwas anderen Schlüssen, als üblicherweise verbreitet. Bei sehr genauer Betrachtung scheint mir durch ÜBER-Motivation ein viel größeres Problem zu entstehen als durch eine Art unzureichende Motivation.

Beispiel Enke: seit der Diskussion um die Nationalmannschaft sieht es für mich so aus, als ob ein paar Prozent Lockerheit bei ihm weg sind. Vorher hat er m.E. mehr "unhaltbare" Bälle weggefischt als seitdem.

Das Problem kann eigentlich nicht in der zu SCHWACHEN Motivation liegen, wäre unlogisch. Die Probleme der Übermotivation werden aber leider nur selten irgendwo diskutiert (als da sind: fehlende Lockerheit, Angst, Blockiertheit, Überreaktionen, Einengung des Blickfeldes usw.). Die vorherrschende Meinung bei schwachen Leistungen scheint immer zu sein: der Spieler war noch nicht optimal motiviert, man müßte ihn im Training NOCH MEHR heiß machen, usw.

Anderes Beispiel: Kahn. Wie er selber mehrfach sagte oder schrieb, war er immer eher übermotiviert, man mußte ihn auch im Training bremsen, auch im Spiel neigte er zu "Durchknallern". Dazu paßt dann eigentlich eher ein humorvoller, knurriger Torwarttrainer wie Sepp Maier, der nicht zu viel Druck macht. Umgekehrt ergibt es gar nicht so viel Sinn (hätte man Kahn im Training noch mehr anfeuern sollen?).

Dazu kommt bei den Torhütern noch die Konzentrationsfähigkeit. Ich glaube, das ist ne andere Kiste als die Motivationsgeschichte. Sehr große Anfeuerung muß nicht unbedingt förderlich auf die Konzentration wirken. Die Konzentration kann ich doch wahrscheinlich sogar besser halten, wenn ich in einer gewissen Unterkühltheit die Dinge beobachte.

Deshalb schlußfolgere ich z.B. für das Torwarttraining (vgl. Eules Beitrag): In der Regel sind Torhüter wohl zu 90% nicht an der Motivation gescheitert, sondern eher an ihren Nerven (so daß dann Patzer unterlaufen). Überhohe Motivation sorgt wahrscheinlich für mehr Patzer als eine mittlere Anspannung.
(@ Eule: Du scheinst sehr, sehr dicht an der Körpersprache entlang zu beobachten, wird mir immer deutlicher, ich selber beobachte das glaube ich mit viel mehr Mißtrauen, es kann ja auch Pose sein, oder Übertünchen anderer Schwächen - und wie wirkt körpersprachliche Power in Korrelation zu Konzentration, notwendiger Lockerheit, Übersicht hin zu anderen Mitspielern usw.?)

Ich denke, man sollte sich deshalb nicht zu sehr auf motivierte Körpersprache oder Power-Ausstrahlung verlassen, wenn man z.B. einen Torwart-Trainer beobachtet. Das mag für den Moment sehr zufriedenstellend wirken ("sie powern bis zum Umfallen, gehen an die Schmerzgrenze" etc.). Die Seele des Fans wird damit meist sehr angesprochen. Für das Pflichtspiel garantiert das aber eigentlich gar nichts. Der Adrenalinspiegel ist dann sowieso sehr hoch, vielleicht auch zu hoch. Vor allem gibt es sozusagen keine gerade Linie von der "inneren Motivations-Power" hin zu einer dadurch garantierten hervorragenden Leistung.

Das ist jetzt nicht unbedingt ein Plädoyer für die Sievers'sche Trainingsarbeit, spricht aber aus meiner Sicht auch nicht unbedingt gegen ihn, bloß weil andere sichtbar mehr Dampf machen und damit eine bessere Art "Arbeitsmoral" zur Schau tragen.


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DFB.de-Gespräch der Woche.


Frage: Wie hat sich das Torwarttraining bei der Nationalmannschaft im Vergleich zu Ihrer aktiven Zeit als Nationaltorhüter verändert?

Köpke: Neben den Veränderungen in unserem Torwartspiel, die natürlich die Trainingsinhalte beeinflussen, wird viel intensiver im Fitnessbereich gearbeitet. Hier sind die Torhüter wesentlich mehr in die Mannschaftsarbeit eingebunden als zu meiner Zeit. Das gilt auch für die Übungen, die den Torhütern zur Vorbeugung vor Verletzungen, zu stärkerer Stabilisierung und allgemein für noch größere Fitness mit nach Hause gegeben werden. Darüber hinaus ist das Torwarttraining wesentlich komplexer geworden. Mit viel mehr fußballspezifischen Elementen und intensiverer taktischer Schulung mit der Mannschaft.

Frage: Muss der Torwart inzwischen also weitaus stärker ein Teamplayer sein als zu Ihrer Zeit?

Köpke: Auf jeden Fall. Das Training der Torhüter und das der Feldspieler greifen viel mehr ineinander. Der Torwart ist weitaus stärker in das gesamte Defensivverhalten der Mannschaft eingebunden, wozu ja auch die Spieleröffnung nach Ballgewinn gehört.

Frage:. Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang die Handball-Praxis für einen Fußball-Torwart?

Köpke: Generell wird heute bei Abschlägen und Abwürfen eine viel höhere Qualität von einem erstklassigen Torwart erwartet. Diese Abschläge wie zu meiner Zeit, 40 Meter hoch und dann fast senkrecht runter gefallen, die sind völlig out, nicht mehr modern. Gefragt sind die scharfen seitlichen Abschläge, wie sie die Südamerikaner praktizieren, und flache Abschläge, mit denen die Stürmer etwas anfangen können. Oder eben weite, absolut punktgenaue Abwürfe über die Mittellinie hinaus. Die Toptorhüter von heute machen das Spiel damit wesentlich schneller bei hoher Präzision.

Frage: Das Spiel ist schneller, die Aufgabe des Torwart als letzter Feldspieler noch verantwortungsvoller, mit der Rückpassregel noch schwieriger und zudem der Ball noch unberechenbarer geworden. Geht die Weiterentwicklung des Fußballs vor allem zu Lasten des Torwarts?

Köpke: Sicherlich müssen sich die Torhüter immer wieder an Neuentwicklungen der diversen Ballproduzenten gewöhnen. Doch wenn man damit erst einmal gezielt trainiert hat, ist das kein Problem. Weitaus problematischer sind die Entwicklung im Medienbereich und die Erwartungen, die von dort gestellt werden. Immer präsent zu sein, immer Rede und Antwort zu stehen, und das bei fast nur noch englischen Wochen – das stellt hohe Anforderungen an jeden einzelnen, wie er den Kopf frei bekommt. Eine Antwort darauf ist der Psychologe bei der Mannschaft, der beim Umgang mit Druck behilflich ist und diesen Druck in positive Energie umleitet.

Frage: Druck entsteht auf die Torhüter auch deshalb, weil sie mittlerweile weitaus eher zur Disposition stehen und ausgetauscht werden. Sie bewegen sich in der Rolle als letzter Mitspieler immer am Rande der Roten Karte, wenn sie sich beim Rauslaufen um den Bruchteil einer Sekunde verschätzen. Ist die psychologische Ausgangssituation für den Torhüter prekärer geworden?

Köpke: Ich glaube schon. Weil zum einen das Anforderungsprofil an den Torhüter viel komplexer geworden ist. Aber auch weil der Druck größer geworden ist, dem diese Jungs ausgesetzt sind – durch die Medien, aber auch durch das viel risikoreicher gewordene Torwartspiel. Wenn er einmal zu spät kommt bei einem Rettungsversuch 20 bis 30 Meter vor seinem Tor, ist die Rote Karte programmiert. Das sind Dinge, die in den psychologischen Bereich fallen. Doch die muss ich, ebenso wie die latente Verletzungsgefahr, ausblenden. Wenn ich an diese Dinge schon vorher denke, dann passieren sie oft auch. Stattdessen muss man mit Selbstbewusstsein ins Spiel gehen und sich trotz allem auf seine Aufgabe freuen.

Frage: Wie lassen sich 100-prozentige Konzentration über 90 Minuten und das entscheidende Timing beim Herauslaufen trainieren – gerade für einen Torwart der deutschen Nationalmannschaft, der ja in der Regel nicht permanent unter Dauerbeschuss steht?

Köpke: Das Timing beim Rauslaufen ist Erfahrungssache, das geht irgendwann in Fleisch und Blut über. Diese 100-prozentige Konzentration zu trainieren, ist dagegen unheimlich schwer. Sie kann eigentlich nur über eine generell konzentrierte Verhaltensweise erarbeitet werden. Jens Lehmann und Oliver Kahn sind hierfür beste Beispiele. Wie sie in der Nationalmannschaft bei jedem Training mit wirklich 100-prozentiger Konzentration immer bei der Sache waren, das hat auch ihr Torwartspiel während der 90 Minuten positiv beeinflusst. Das sind jedoch Dinge, die nicht jeder Torwart hinbekommt. Und deswegen gibt es diese Unterschiede, nicht nur was die punktuelle Klasse betrifft, sondern vor allem auch bei der Konstanz, über einen langen Zeitraum auf Topniveau zu bleiben. Weil wir in der deutschen Nationalmannschaft immer diese Torhüter besaßen, die auch bei jedem Training hoch konzentriert ihre Aufgaben erfüllt haben, hatten wir nie Torwartprobleme. Nervenstärke und Konzentrationsfähigkeit, das ist es, was deutsche Nationaltorhüter schon immer ausgezeichnet hat.
Andreas Köpke (v.) im Training mit Robert Enke © Bongarts/GettyImages
Andreas Köpke (v.) im Training mit Robert Enke

Frage: Wird von einem Torwarttrainer und speziell von Ihnen mehr psychologisches Geschick im Umgang mit seinen Individualisten gefordert als früher?

Köpke: Sicher war meine Situation anfangs nicht so einfach. Bei der WM 1998 waren Kahn, Lehmann und Köpke die drei Torhüter im deutschen Aufgebot. Sechs Jahre später stand ich den beiden dann als Torwarttrainer gegenüber. Da war es wichtig, in Gesprächen die Situation glaubhaft darzustellen und einen professionellen Umgang miteinander zu vermitteln. Es ist schon ein gewisses psychologisches Fingerspitzengefühl notwendig, um die Torhüter so zusammenzuführen, dass bei aller Individualität ein Miteinander entsteht.

Frage: Suchen Ihre Torhüter häufiger das Gespräch mit dem Mannschaftspsychologen?

Köpke: Das weiß ich gar nicht. Und eigentlich ist das auch gut so. Das sind doch Gespräche, die oft im ganz persönlichen Bereich liegen und auf einem sehr besonderen Vertrauensverhältnis zwischen dem Spieler und Psychologen basieren. Das funktioniert ja auch nicht so, dass heute diesem und morgen jenem Spieler ein Termin bei Psychologen vom Trainerstab verordnet wird. Wenn einer das nicht will, dann macht er es nicht, und dann bringt es auch nichts. So etwas muss sich aufbauen und entwickeln. Und es wäre falsch, wenn wir Trainer alles wissen würden, was in den Gesprächen der Spieler mit unserem Psychologen Hans-Dieter Hermann gesagt wird. Generell wissen wir nicht, wer wann wie und wo Kontakt zu unserem Psychologen hat. So muss es sein.

Frage: Eine allgemeine Frage zum Torwarttraining. Benötigt der Fußball nicht auf breiter Front eine systematische Torwartausbildung – geleitet von lizenzierten Torwarttrainern?

Köpke: Ich halte es seit vielen Jahren für wichtig, dass es einen Torwarttrainerschein geben sollte. Wir hatten hierfür schon einige Sitzungen, bei denen dies thematisiert und über Inhalte diskutiert wurde. Ob ein Grundkurs angeboten wird, auf den man dann noch eine Lizenz draufsetzt oder nur ein allgemeiner Schein nach einer Ausbildung – umgesetzt wurde bisher aber leider nichts. Man tritt noch etwas auf der Stelle. Veränderungen sind aber angedacht, die jetzt vorangetrieben werden müssen. Jeder von uns muss sich fortbilden und weiter entwickeln. Auch ich. Daher war ich, um nur ein Beispiel zu nennen, mit Assistenztrainer Hansi Flick in London bei Arsenal und habe mir dort genau das Torwarttraining angeschaut. Auch, um mal ein paar andere Übungen vermittelt zu bekommen.




Ist schon interessant wie Köpke das Thema mit dem Torwarttraining sieht.

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Danke, menzel, für das Einstellen dieses sehr interessanten Interviews meines Torwart-"Helden" der jüngeren Vergangenheit: Andi Köpke.
Ich lese daraus vor allem eines: den Wunsch nach mehr Professionalität im Bereich des Torwart-Trainings.
Dies kann die Diskussion hier - im Forum und im Verein - nur beflügeln.

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"Ist das Schubert?"
"Nein. Irgendjemand von einem Bratfett-Preisausschreiben."
"Ach." (Loriot)


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finde ich auch interessant, danke @menzel.

was ich nur nicht verstehe... es heißt doch immer, daß deutschland die besten torleute hat...und das es den engländern völlig "abgeht".
wieso geht dann köpke ausgerechnet nach england um das dortige TW-training zu beobachten? :noidea:

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@Gunther
Bei Arsenal war ein Deutscher Stammkeeper :wink: Nicht die Premier League hat ein Torhüterproblem sondern die englische Nationalelf. 8)


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@kuhburger, was ja eigentlich wieder mal beweist, daß "fertige" torhüter kein spezielles u. ausgefeiltes training benötigen. :wink:
und daß es in england dieses spezielle training nicht gibt, sieht man ja am problem der nati-torhüter. 8)

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Gunther hat geschrieben:
@kuhburger, was ja eigentlich wieder mal beweist, daß "fertige" torhüter kein spezielles u. ausgefeiltes training benötigen. :wink:
und daß es in england dieses spezielle training nicht gibt, sieht man ja am problem der nati-torhüter. 8)

Falsch, lieber Gunther. Robert wußte zu berichten, dass Lehmann andere Übungen macht.


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