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 Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge) Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 21.04.2011 03:25 
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Hallo miteinander!

Angeregt durch die vielen schönen Geschichten und Annekdoten hier, möchte ich auch gerne die Geschichte, die meine Liebe für 96 weckte zum Besten geben. Auch wenn ich mich ein wenig schäme, weil ich erst seit knapp 3 Jahren ein Roter bin. :oops:

Fußballinteressiert bin ich schon mein ganzes Leben lang und habe die für "Jungs aussem Dorf" typische Karriere durchlaufen. Also, in sämtlichen Jugendmannschaften des Dorfvereins (von F bis zur A Jugend) bis ich irgendwann feststellen musste, dass das mit dem Kindheitstraum vom Profi hier nix wird. Also widmete ich mich zunehmend mehr der Kiste Bier nach dem Training, als dem eigentlichen Training. Zur Not wurde eine gelbe Karte provoziert, um genügend Flüssiges zu haben. Zu dieser Zeit war ich ein entfernter Anhänger des 1.FC Köln, aber auch nur weil der Vater eines Mitschülers manchmal zum Stadion fuhr und mich mitnahm. Eine echte Verbindung zum Verein hatte ich jedoch nie und habe nach jedem Abstieg zumeist mit Bremen sympathisiert, weil mein Vater Bremenfan war. ( Hier jedoch ging die Rechnung mit den Stadionfahrten nicht auf. :roll: ) Irgendwann dann bin ich weggezogen und hatte lange Zeit nur wenig Verbindung zum Live Fußball.

Anfang 2008 sind dann meine Eltern nach Hannover gezogen und in mir entflammte die Sehnsucht nach einem Stadionbesuch bzw. Erstligaspiel erneut. Zwischendurch hatte ich ein paar Preußen Münster Spiele besucht. - Aber man muss schon ein beinharter Ultra sein um sein 5.Liga Team überzeugt als "Nummer 1 im Westen" und glatzköpfige Bierbäuche mit Mundgeruch als "Schönste Jungs des Münsterlands" zu feiern. Und was soll ich sagen, dementsprechendes Klientel und Atmosphäre gab es zur Genüge. Deshalb war das nix für mich. Mir reichen Bier, Bratwurst und 2 Halbzeiten.

Aber zurück zu 96. Die Idee war da und ein Grund schnell gefunden. Meine gute Freundin Sabine war schon seit Jahren ein glühender Fan der Bauern aus München, hatte aber das Problem die Bauern noch nie Live gesehen zu haben. Also hat mein Vater Karten für Hannover gegen Bayern besorgt und ich hab dieselben der "Biene" zum Geburtstag geschenkt. Als Begleitung ins Stadion wählte sie ihren Cousign, ebenfalls Bauer. Für mich war natürlich klar, dass ich nicht zu den Bayern gehe. Niemals, dazu war die Abneigung zu groß. Schon in meiner Kindheit, waren die Kinder, mit denen ich mich boxte zumeist Bayern Fans. Auch wenn der Grund der Raufereien eher ein anderer, wie z.B. der blose Besitz des Fußballplatzes durch die eigene Klasse war. Aber die Abneigung gegenüber den Bayern an sich wurde mir sozusagen in die fußballerische Wiege gelegt. Also habe ich mir natürlich eine Karte für die Nordkurve bzw. Block W23 besorgt. Außerdem dachte ich schon damals daran öfter mal ins Stadion zu gehen und man will ja schließlich keinen Zweitligafußball sehen... :oops:

Endlich kam der große Tag. Wir trafen uns am Bahnhof und traten unsere Zugfahrt an. Natürlich hatte Biene ihrem Cousign erzählt, dass ich im Hannover Block sitzen würde und natürlich war der entsprechend vorbereitet. Grinsend überreichte er mir eine Packung Tempos, falls ich während des Spiels weinen müsste. Irgendwie erinnerte mich der Typ an Personen aus meiner Kindheit :twisted:.

Natürlich waren die Beiden in voller Bauernmontur und "Stern des Südens" dröhnte im Endlosrepeat aus dem CD Player. Und natürlich philosophierten die Beiden die gesamte Hinfahrt darüber, warum Bayern mindestens 5:0 gewinnen würde und wer wann die Tore macht. "Dat Ding ist nach der 1. Halbzeit durch. Hannover hat seit 23 Jahren nicht mehr zu Hause gegen Bayern gewonnen." - "Find ich ja nett von Dir, dass Du drauf geachtet hast, dass meine Cousigne einen Sieg zum Geburtstag kriegt." usw....KOTZ. Ich hatte schon jetzt keine Lust mehr auf die Heimfahrt.

Auf dem Weg zum Stadion fiel mir gleich die wenige Polizeipräsenz positiv auf. Wenn man zu Preußen ging hatte man quasi seine eigene private Security. Fans beider Lager liefen friedlich nebeneinander zum Stadion und wünschten sich ein gutes Spiel. Das Bayern siegen würde war auch den meisten 96ern vor und neben mir klar. - Aber es war ja Samstag und man hatte `ne Dauerkarte. Also geht man trotzdem hin. Im Stadion noch schnell einen Schal gekauft um Flagge zu zeigen und nix wie rein in den Block. Puuuh, die 96 Fans sind schonmal lauter und kreativer als die Bauern. 1:0 für mich, was die Rückfahrt und Bienes Cousign betraf. Dann die Aufstellung. Die Bauern spielen mit Breno und Lell in der Verteidigung. Die Penner nehmen uns gar nicht ernst. - 1:1 sch****. Das Spiel beginnt und 96 spielt gut mit. Das bleibt nicht unbemerkt und die Fans werden lauter und das Spiel emotionaler. 96 wird besser und taucht plötzlich gefährlich vor dem Strafraum der Bayern auf. Dann ein Pfiff. Foul in aussichtsreicher Position direkt vor dem Strafraum. Freistoß. Ich schicke ein Stoßgebet zum Himmel, zum Fußballgott. Verspreche einen Besuch der Sonntagsmesse und verzichte auf jegliche Lottogewinne, wenn nur der eine Ball jetzt.... Man wär das `ne geile Heimfahrt.

Die Bauern bilden eine Mauer und Huszti tritt an. Der Ball liegt rechts an der Strafraumgrenze, davor die Mauer. Rensing steht links im Tor. Es herrschte für mich eine gefühlte Totenstile im Stadion. Ich hielt den Atem an um kurz danach in einem gebrüllten "JAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!" meinen gesamten Frust der Hinfahrt zu entladen. Huszti hatte mit einem wunderschönen Schuß in den rechten oberen Winkel das 1:0 erzielt. - "2:1 für mich. Hoffentlich bleibt es so!" Na ja es blieb so und wurde für mich sogar noch besser, weil Bayern in der 2. Halbzeit echt bescheiden spielte und somit dieser Sieg einem gefühlten 6:1 für mich gleich kam. Natürlich philosophierte ich die gesamte Rückfahrt darüber, warum nur Hannover Sieger dieses Spiels war und werden konnte; "Tja, wenn man nur Stimmung macht, wenn die eigene Mannschaft ´nen Tor schießt, dann kann das ja auch nix werden.", bot großzügig mein Packet Tempos an, präsentierte Stolz meinen neuen 96 Schal und nahm die Glückwünsche der anderen, bahnreisenden Fans entgegen. Man war das Cool. Ach ja, letztes Jahr hab ich "Biene" zum Geburtstag ins Musical eingeladen. Zum Fußball will sie mit mir nicht mehr. :noidea2:

Danach hatte es mich gepackt, weitere Heimspiele folgten u.a. das 4:4 gegen Dortmund und das 3:3 gegen Stuttgart in derselben Saison. Die Dramen der letzten Saison und die geilen Spiele gegen Schalke (4:2) (mein erstes in N13!) und BMG (5:1) trugen nur dazu bei meine Liebe zu 96 und zur Stadt Hannover noch zu festigen. Mittlerweile suche ich nach einem Job in Hannover und plane (m)einen Umzug, damit ich mir endlich eine Dauerkarte holen kann.

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"Wer ein HSV Trikot trägt hat die Kontrolle über sein Leben verloren." - Karl Lagerfeld (Hat er wirklich gesagt!)


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BeitragVerfasst: 21.04.2011 09:22 
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toller Bericht Edelreservist, super geschrieben :nuke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 21.04.2011 14:03 
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Ein sehr schöner Beitrag, Edelreservist :nuke: :fan:

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Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 06.01.2012 16:28 
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El Filigrano hat geschrieben:
Der nachfolgende Text wurde in der „Notbremse“ (Nr. 53, April 2010) veröffentlicht. Einige haben nun (zum Teil ziemlich massiv, mannomann) angeregt, das Teil ins Netz zu stellen. Gut, dann will ich nicht länger rumzicken, es sei.
Allerdings habe ich eine Bitte. Unterstützt die „Notbremse“ in der kommenden Saison noch stärker als dies bislang der Fall ist. Die Leute haben das verdient, sie machen gute Arbeit, finde ich.
Ach so, kann sein dass von aktuellen Ausgabe noch ein paar Exemplare vorhanden sind. Kontakt: www.notbremse.de



96 – Alte Liebe
Erinnerungen an den 21. August 1965

Ganz klar

Walter Rodekamp schießt uns fast im Alleingang durch die Aufstiegsrunde und gibt die sportliche Antwort auf die am grünen Tisch erlittene Schmach. 96 ist im Frühsommer 1964 da, wo 96 hingehört. Da gibt es keine zwei Meinungen im Dorf, jedenfalls unter den Jungs. Die Mädchen haben eher keine Meinung, sie stürzen sich lieber auf die Erlebnisse von Hanni und Nanni. Und bei Enid Blyton zählt Fußball nicht zu den besonders herausragenden Themen.

Keiner von uns Neun- und Zehnjährigen ist jemals in Hannover, geschweige denn im Stadion gewesen. Hannover liegt über 50 Kilometer weg. Eine Weltreise, mit 30 Pfennig Taschengeld in der Woche nicht zu realisieren. Und allein schon gar nicht, da passen die Mütter auf.

Trotz der Riesenentfernung sind wir alle 96er, denn die anderen Bundesligastädte liegen noch weiter weg. Außerdem haben wir gerade in Heimatkunde gelernt, dass wir echte Niedersachsen seien. In der Landeshauptstadt steht das Niedersachsenstadion, das ist also unser Stadion, ganz klar.


Nie gehört

Unser Dorf heißt Freden, beherbergt etwa 4000 Menschen und liegt an der Leine. Ein klassisches südniedersächsisches Industriedorf. Kali-Bergbau, Glasindustrie, eine Papiersackfabrik, die Faserstoff und ein Gleisbauunternehmen. Das meiste davon gibt es heute nicht mehr.

Freden ist nicht sehr berühmt, hat aber dennoch einmal fast den Sprung in die Weltliteratur geschafft. In „Alles in Butter“, einer „Familienchronik aus wirtschaftswunderlichen Zeiten“, beschreibt Dieter Zimmer die Gegend so: „Bei Göttingen wurde die Autobahn einspurig, und bei Northeim endete sie. Auf der Bundesstraße 3 ging es durch Städte, von denen Thomas nie gehört hatte, und morgens, kurz nach sieben, ließ ihn der Fahrer in Hannover aussteigen.“

Freden ist kommunalpolitisch bereits seit Jahrzehnten eine Einheit, doch die Leine trennt nach wie vor Groß- und Klein Freden. Wobei Klein Freden stets größer und mächtiger war und ist, nur um das gleich mal klarzustellen.

Trotz der Klein Fredener Dominanz ist es nicht ganz ungefährlich, wenn man nach Groß Freden zum Einkaufen geschickt wird. Spätestens auf dem Rückweg lauern ganze Kohorten dieser feigen Westufer-Bande vor der Leinebrücke. Dann gibt es eine Abreibung. Warum? Das weiß keiner so genau, es ist schon immer so gewesen. Vermutlich nur und allein deswegen, weil man existiert.

Ja gut, wenn sie auf unserer Seite rumstrolchen, dann kriegen sie selbstverständlich zurück. Mit Zinsen.


Schacht gegen Sibirien

In den Sommerferien wird die Leinebrücke-Abreibungsregel vorübergehend außer Kraft gesetzt. Wir treffen uns auf dem Sportplatz (liegt in Klein Freden, selbstverständlich) und boken von morgens bis abends auf einem Kleinfeld mit Handball-Toren.

Da treten aber keineswegs nur die Groß- und Klein Fredener Auswahlmannschaften gegeneinander an, nein, die Angelegenheit ist schon etwas komplizierter. Um die Ehre kämpfen Straßen oder allenfalls Straßenzüge gegeneinander.

Fünf bis sechs Mannschaften sind regelmäßig dabei. Die Truppe aus der Kolonie heißt aber nicht Kolonie, sondern wird allgemein „Sibirien“ genannt. Vor 1933 hatte die Kolonie überwiegend kommunistisch gewählt.

Ich gehöre zu den „Schachtern“. Schachter, bitteschön, nicht Schlachter. Schachter leitet sich ab von Schacht. Der Bergbau ist zwar schon lange platt, aber die Zechensiedlung steht noch. Die Jungs aus der Salinenstraße kriegen nie eine Mannschaft zusammen, deshalb dürfen sie bei uns Schachtern mitmachen.

Nie wieder sollte ich in dermaßen intensiven Fußball-Spielen mitmischen. Es wird geholzt und geschrotet nach allen Regeln der Kunst. „Knochen spitz hacken“ heißt das. Gleichzeitig jedoch kommen immer wieder die Techniker zum Zuge und spielen mit den hüftsteifen Bäckerburschen aus Sibirien Jojo.

Mein Freund Ecki hat einen ganz besonderen Trick drauf. Er knallt die Murmel aus Nahdistanz seinem Gegenspieler gegen das Schienenbein, in derselben Bewegung folgt eine halbe Drehung, der zurückprallende Ball wird mit der Hacke Gegenspieler Nummer 2 durch die Hosenträger gespielt – der Weg zum Tor ist frei.

Dieses Kunststück gelingt ihm in diesem Sommer fünf oder sechs Mal. Dass Ecki für jeden Tunnel mit Bande die Knochen extrem spitz gehackt werden, scheint ihm nichts auszumachen. Ich glaube sogar, er begreift das als eine spezielle Art der Anerkennung.


Keine Fanta

Unser Sommertrainingslager ist eine ziemlich harte Schule, die aber bestens vorbereitet auf die Anforderungen im organisierten Fußball. Dieselben Jungs, die es sich eben noch bis zum Anschlag gegeben hatten, kämpfen und spielen nun gemeinsam im roten Trikot des SV Freden gegen die Grünen aus Alfeld - die Mutter aller Derbys im Altkreis.

Auch mit Schiri können Spiele sehr intensiv sein, zudem ist die Regelauslegung, nun ja, schrotig-liberal. Denn die Männer an der Pfeife sind auch im Knaben- und Jugendfußball in erster Linie Männer, die keine Fanta trinken.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, aber zunächst einmal ist nach dem Spiel alles vergeben und vergessen - dies allerdings bringen uns die Anti-Fantamänner, Betreuer und Trainer sehr gründlich bei. Gut auch, dass damals am Spielfeldrand keine kreischenden Mamas und ausrastenden Papas Unfug treiben. Schon erstaunlich, wie viele Eltern heute in dem Wahn leben, ihr Nachwuchs sei mindestens bundesligatauglich, nur weil die Pille zufällig mal unfallfrei fünf Meter gerade aus gespielt wird.


Reißer Rodekamp

Die Bundesliga-Saison 1964/65 verfolgen wir also aus der Ferne, sind aber ständig auf der Suche nach Informationen. Ein besonders wichtiger Informant ist Opa Schreiber. Der wohnt zwar in Sibirien und schimpft in einer Tour über die Revanchisten und Imperialisten in Bonn und Washington, weiß aber im Fußball bestens Bescheid. Das erkennt auch mein Opa an, obwohl er ansonsten mit Kommunisten nichts zu tun haben will. Alles „rotlackierte Nazis“, das hat schon Opas viel zu früh verstorbener Parteivorsitzender Kurt Schumacher gesagt.

Wir wissen nicht so ganz genau, was das bedeuten soll. Wie auch immer, von Opa Schreiber erfahren wir jedenfalls, dass Walter Rodekamp ein „Reißer“ sei, der bald in der Nationalmannschaft spielen werde. „Garantiert. Helmut Schön kommt an Walter nicht mehr vorbei, er muss ihn endlich berücksichtigen.“

Eine andere bedeutende Informationsquelle ist der „Kicker“. Ecki, Siggi, Wolle und ich verzichten hin und wieder auf Fußball-Sammelbilder („Sickers“), legen das Gesparte zusammen und investieren in den gemeinsamen Kauf der Fachzeitschrift.

Ernst Huberty von der „Sportschau“ mögen wir überhaupt nicht. Wir halten ihn für einen noch vielen größeren Armleuchter, als es selbst ein Groß Fredener je sein könnte. Wie sonst wäre es zu erklären, dass er seine Reporter ewig und immer zum 1. FC Köln und nur zum 1. FC Köln schickt?

Wir wollen einen Beschwerdebrief verfassen, das Projekt scheitert aber daran, dass wir die Adresse nicht rauskriegen. Außerdem hätte so ein Schreiben nach Eckis Auffassung sowieso keinen Zweck, weil Huberty sich damit höchstens den A.rsch abwischen würde. Ecki hat einen älteren Bruder, der die Dinge schon sehr präzise auf den Punkt zu bringen weiß.

Am Saisonende kommt ein fünfter Platz heraus, Walter Rodekamp macht elf Buden und ist Nationalspieler. Außerdem haben wir die Blau-Gelben aus dem Zonenrandgebiet weit hinter uns gelassen. Das sind zwar auch Niedersachsen, aber trotzdem Armleuchter. Huberty ist höchstwahrscheinlich gebürtiger Braunschweiger. Die Lage im Mai 1965: Alles prima, besser geht es kaum.


Schluckbeschwerden

Und 1965/66 geht es gleich wieder gut los. Zum Auftakt ein 1:0 in Köln, Huberty guckt belämmert aus der Wäsche. Jetzt kommt der amtierende deutsche Meister, 96 gegen Werder Bremen, das ist der Knaller des zweiten Spieltags. Die Tipps werden wie immer mit jedem Tag optimistischer. Am Donnerstag wird nur noch über die Höhe des Sieges und die mutmaßlichen Torschützen diskutiert.

Freitag, 20. August, Abendbrot. Wie nebenbei fragt Papa, was ich denn am Sonnabendnachmittag so vorhabe. Ach du große Sch.eiße. Die Frage bedeutet: Helfen bei der Gartenarbeit. So oder so. Hoffentlich sind wir bis zur Sportschau fertig. „Öhm, alsoo, öhm, nichts weiter.“ - „Das passt sich ja gut, dann kannst du ja mitfahren. Hier ist Deine Karte.“

Angeblich bin ich ja ein ziemlich temperamentvolles Kind, ein Zappelphilipp, habe schon vier Knochenbrüche hinter mir (zwei davon zählen allerdings nicht richtig, es handelte sich um so genannte Grünholzbrüche) und nach Omas Auffassung steht mein Mundwerk nie still.

Jetzt aber kriege ich kein Wort raus, keinen Bissen und keinen Schluck Nesquik runter. Ich bekomme eine knallrote Birne, der Puls hämmert, Mama macht sich völlig unbegründete Sorgen und guckt vorwurfsvoll zur Decke.

Allmählich beruhigt sich die Situation, doch ich kann keine einzige Sekunde schlafen, glaube ich, und stelle mir immer wieder aufs Neue vor, wie es denn wohl sein werde.


Blinker für Winker

Das Spiel beginnt um 16.00 Uhr, der 15.30-Anpfiff wird erst später eingeführt. Einer von Papas Kumpeln besitzt ein Auto, Onkel Werner zählt zu den ersten VW-Kutschern vom Schacht. Er fährt aber nicht wie verabredet Punkt 13.00 Uhr vor. Onkel Werner arbeitet in der Alfelder Papierbude, da kloppen sie Tag und Nacht, die Maschinen stehen nie still. Wie sich später herausstellt, hat ein Kollege nicht so früh abgelöst, wie das fest vereinbart war. Ein ganz feiner Kollege, dieser Herr. Na warte, der kommt auch noch mal an unserer Miste saufen.

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung rauscht Onkel Werner vor. Der Käfer enthält bereits vier Mann, irgendwie passen wir aber auch noch rein. Ich sitze ziemlich unbequem auf Papas Knie, das macht aber überhaupt nichts, so ist das eben, wenn man zum Fußball nach Hannover fährt.

Die fünf Männer sprechen über den VW. Sie finden es gut, dass die Winker durch Blinker ersetzt worden sind. Besonders im Winter sind Winker nämlich großer Mist, die frieren immer ein. Ein weiterer Vorteil ist, dass die alten Seilzugbremsen endgültig im Technikmuseum gelandet sind und die Wolfsburger jetzt Hydraulikbremsen einbauen. Ich weiß zwar nicht, was Hydraulikbremsen sind und wie die funktionieren, aber dass die besser sind als Seilzugbremsen, das ist völlig klar.

Wir sind jetzt auf der B 3 und fahren genau durch jene Dörfer und Städte, die der Dichterfürst Dieter Zimmer nicht kennt. In Banteln ein Riesenstau vor dem Bahnübergang. Das ganze Leinetal ist offensichtlich auf dem Weg ins Niedersachsenstadion. Der Käferbesatzung schimpft über den Schrankenwärter. Diese faule Socke könnte ruhig einmal mehr und etwas schneller kreckeln. Aber bei der Bahn haben sie’s ja nicht nötig. Alles Beamte.

Wenige Kilometer weiter, kurz vor Elze, das gleiche Schauspiel. Auch hier versperrt uns eine Schranke den Weg. Heute Vormittag verging die Zeit überhaupt nicht, jetzt rast der Sekundenzeiger wie Jim Clark im Lotus. Ich werde zappelig, innerlich, sage aber nichts. Papa wirft in die Runde, man liege ja gut in der Zeit.

Jetzt sprechen die Männer im Käfer über Gemini 5, VW-Chef Nordhoff hatten sie offenbar genug gelobt. Eigentlich sollten Cooper und Conrad schon seit zwei Tagen im Weltall sein, doch der Start wurde wegen des schlechten Wetters auf den heutigen Sonnabend verschoben. Man spekuliert, ob die Amis es schaffen würden, bis Ende des Jahrzehnts einen Astronauten auf den Mond zu bringen, so wie von Kennedy angekündigt. Einige bezweifeln das, doch die Optimisten siegen mit 3:2.

Den Ausschlag gibt Onkel Alfred. Er hatte nach dem Krieg Glück gehabt und war in amerikanischer Kriegsgefangenschaft gelandet. Als USA-Experte versichert er glaubhaft, dass es zappenduster wird, wenn der Ami seine Kräfte konzentriert und richtig hinlangt. Frage nicht nach Blütenstaub.


Geheimparkplatz

Nun kreist das Gespräch um das Spiel. Man ist vor allem auf Stefan Bena gespannt, ein Neuzugang von München 60. Bena ist mit den 60ern bis ins Finale im europäischen Pokalsiegerwettbewerb gekommen.

Unter dem Strich erfahre ich nicht sehr viel Neues, Opa Schreiber hatte die Top-Informationen bereits vorab geliefert. So werfe ich lässig ein, dass Herr Kronsbein wohl im Großen und Ganzen der in Köln siegreichen Elf vertrauen werde. Also: Podlasly – Steinwedel – Bohnsack – Mittrowski – Laszig – Bena – Heiser – Gräber – Rodekamp – Nix – Bandura.

Leider bekomme ich kein Echo, nur Papa brummt irgendetwas, das sich mit viel gutem Willen als Zustimmung interpretieren lässt. Allzu vorlaute Zehnjährige werden von der Käfermannschaft ganz schnell ins Abseits gestellt.

Häuser, Häuser, Häuser, jede Menge Häuser – das muss Hannover sein, endlich sind wir da. Onkel Werner kennt einen Geheimparkplatz, von dort kommt man nachher schnell weg, da kann die Hütte noch so voll sein. Wie, was, welche Hütte? Ach so.

Auch in all den Jahren danach habe ich keinen einzigen 96-Fahrer kennengelernt, der nicht auf einem Geheimparkplatz parken würde. Woher kommen dann aber die vielen Autos auf dem Schützenplatz? Ein Mysterium.

Vom Geheimparkplatz irgendwo in Ricklingen folgt ein knapp halbstündiger Fußmarsch und schon müssen wir mal wieder warten. Die Schlangen sind länger als vor dem Elzer Bahnübergang. Es ist kurz vor 15.00 Uhr, aber wir liegen ja gut in der Zeit. Außerdem können die sowieso nicht anfangen ehe alle drin sind. Sagt Papa. Na gut.

Dann sind wir drin. Das Niedersachsenstadion haut mich um.


Scharf gebügelt

So viele Leute auf einen Haufen und alle halten zu 96. Das ist zuviel, mir schießen Tränen in die Augen, kann mich aber in allerletzter Zehntelsekunde doch noch zusammenreißen. Memmen brammen, Jungs nicht. Wie viele Zuschauer es sind, wird auch später nicht exakt zu ermitteln sein. Die Zeitungsangaben schwanken zwischen 70.000 und 78.000. Der Verein selbst geht traditionell etwas lax mit den Zahlen um. Onkel Werner entwickelt dafür Verständnis, man muss schließlich dem Finanzamt nicht alles in den Rachen schmeißen. Genau.

Unsere Plätze sind in der Kurve, direkt hinter dem Tor. Auf der anderen Seite kann man das Rathaus sehen. Es ist viel größer als das in Freden und hat ein besonderes Dach, das nennt man Kuppel. Im Stadion brodelt, blubbert, brummt und summt es an allen Ecken und Enden. Wir können uns aber trotzdem gut verstehen, denn diese alles übertönende Musikbeschallung gibt es noch nicht. Erregung und Aufregung wachsen in den nicht-messbaren Bereich.

Auf der Laufbahn sitzen in mehreren Reihen aberdutzende Männer in Rollstühlen. Papa erklärt, dass denen im Krieg die Beine weggeschossen worden sind. Arme Schweine. Mit Krieg verbinde ich eine Zeitlang die Vorstellung, es gehe den feindlichen Soldaten vor allem darum, sich gegenseitig die Beine wegzuschießen. Fürchterliche Sache, denn danach kann man ja Fußball nur noch gucken und nicht mehr selber spielen.

Beim Abkreiden durfte ich schon mal helfen, deshalb weiß ich, wie und wo die Linien auf einem ordentlichen Fußballplatz gezogen werden. Aber von oben habe ich das noch nie gesehen. Fünfer, 16er, Elfmeterpunkte, der Mittelkreis – es fügt sich alles ganz wunderbar zusammen. Perfekt, ein großartiger Anblick. Zumal auf dem ganzen Spielfeld Rasen wächst. Auch vor den Toren ist alles grün. Zu Hause steht im Strafraum kein Halm, dort ist es immer entweder bretthart oder schlammig.

Urplötzlich geht es los, fast hätte ich den Anpfiff verpennt, weil ich wohl mal wieder in der Weltgeschichte rumgeguckt habe. Alte Schwäche. 96 in weißen Stutzen, schwarzen Hosen und roten Trikots mit „96“ drauf. Mehr nicht, alles klar und eindeutig, kein Schnickschnack. Werder ebenfalls schlicht: Grün-Weiß, Raute, fertig. Von Orange keine Spur.

Die Torwarte sehen so aus, wie ich mir das gedacht hatte – weil alle Torwarte so aussehen. Horst Podlasly also im schwarzen Trikot und schwarzer Hose, beide Teile scharf gebügelt, dazu weiße Stutzen und dann ist da noch die Schiebermütze. Ich bin unsicher, ob Polly diese Mütze auch zu meinem Debüt-Besuch getragen hat, aber meine Erinnerung will es so.


Sack Zement

Alles passiert unglaublich schnell, garantiert doppelt so schnell wie bei der „Ersten“ des SV Freden, schätze ich. Auch bei Höchstgeschwindigkeit verspringen die Bälle nur ganz selten. Und erst die Dribblings! Die Pille wird noch enger am Fuß geführt als selbst Ecki das könnte. Ich beginne zu ahnen, was Bundesliga bedeutet. Das Spiel nimmt mich völlig gefangen. Dennoch registriere ich ganz genau, was um mich herum sonst noch so passiert. Alle Sinne arbeiten auf Hochtouren.

Zu meiner Überraschung sind die Leute ständig am Nölen und Meckern. Noch größere Überraschung: Die Schimpferei gilt der eigenen Mannschaft. Einige Spieler werden immer wieder aufgefordert, die „Position zu halten“ und nicht ständig „vorne rumzuturnen“. Andere wiederum stehen rum „wie angenagelt“, die sollen endlich mal „ihren A.rsch bewegen“, beim Geld abholen seien die doch auch ganz fix.

Zwei Reihen vor uns äußert ein älterer Herr mit Schlips – überhaupt haben viele Zuschauer einen Schlips umgebunden – nach jedem Ballverlust lautstark die Vermutung, der „S.aftsack“ habe wohl mal wieder „zu lange auf der Mutter gelegen“. Onkel Werner weiß auch nicht, was das bedeuten soll.

Über manche Akteure tauschen Sitznachbarn ausschließlich verzweifelte Fragen aus. Wie man sich nur, Sack Zement, eine „dermaßen große Sch.eiße“ zusammenspielen könne?

Die irritierende Wirkung dieser Ausbrüche hält nicht sehr lange an und weicht einer bahnbrechenden Erkenntnis. Es ist alles gar nicht so gemeint, es handelt sich um spiegelverkehrte Anfeuerung. Das ist eine hannöversche Spezialität. Die Schimpferei darf nicht zum Nennwert genommen werden, vielmehr verschafft sich die tiefe Sorge vor einer Niederlage Luft. Ganz klar.

Halbzeit, 0:0, noch ist alles drin. Das Stadion ist zufrieden, klatscht Beifall. Aber nicht lange. Dann wird nachdrücklich der Hoffnung Ausdruck verliehen, Kronsbein möge den Schl.appschwänzen in der Pause mal ordentlich den Marsch blasen.


Der Beweis

Der Meistertrainer beherzigt diesen Ratschlag - und schon fällt das 1:0, etwas später das 2:0, da passiert nichts mehr, Gegentreffer, macht nichts, der Sack ist zu. Schluss und Jubel. Die Stehgeiger im roten Trikot werden mit Beifall zugeschüttet. Ich schreie völlig außer mir Rodekamp-Rodekamp, obwohl mein Hauptheld an diesem Tag keine Wundertaten vollbracht und nichts gerissen hat. Völlig egal.

Ich wusste zwar schon vorher, dass Hannover 96 der beste Verein überhaupt ist. Doch nun war der endgültige Beweis erbracht: Wer den Meister schlägt, ist der Allerbeste. Das steht mal fest.


Zwischenblende

Mein Vater hat mir sehr viel später erzählt, dass ich das Spiel in völliger Anspannung, fast schon in Trance, verfolgt hätte. Zwischenzeitlich habe er sich Vorwürfe gemacht – Mutter sei wohl doch im Recht gewesen, ein Stadionbesuch komme für einen Zehnjährigen vom Dorf ein wenig zu früh.

Nun, bleibende Schäden habe die Angelegenheit ja nicht hinterlassen, die Laufbahn eines Fußballbekloppten hätte ich so oder so eingeschlagen.
Trotz dieser absoluten Aufmerksamkeit kann ich mich heute nur noch an sehr wenige Spielszenen klar und deutlich erinnern. Die Zeit fordert den üblichen Tribut, Vieles überlagert sich mit diesem oder jenem Moment aus den zighunderten Spielen, die ich seither verfolgt habe.

Haften geblieben ist der Flugkopfball von Jürgen Bandura zum 2:0. So etwas hatte ich nie zuvor gesehen. Ecki und ich haben die Nummer dann etwa eine Millionen Mal trainiert. Im Spiel hat es nie geklappt, ein paar Dinger sind knapp vorbei oder drüber gerauscht, einmal hat Ecki den Pfosten getroffen, das war’s.

Stefan Bena habe ich noch im Gedächtnis. Ich befürchte allerdings, er ist mir weniger wegen seines Spiels aufgefallen, sondern vor allem, weil er richtig braungebrannt ist. Der gute Stefan hebt sich schon insofern von den anderen ab, ist leicht zu erkennen.

Wie auch immer, angesichts der Leistung des Neuzugangs läuft auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ zu Hochform auf und schreibt: „Dieser Bena ist doch ’ne Wucht!“ Der „Kicker“ hat eine „famose Achse Nix-Bena“ ausgemacht und „ein gutes, zum Teil gar ausgezeichnetes Spiel“ gesehen. Für die „Alfelder Zeitung“ ist 96 die „Mannschaft der Stunde“.

Ich lese mir die Artikel zig Mal durch, schwarz auf weiß steht da geschrieben, was ich selbst erlebt habe. Kaum zu fassen.


Durchkreuzte Rechnung

Rückmarsch zum Geheimparkplatz, wir kommen an einer Bretterbude mit offenem Fenster vorbei. In der Butze hängen Fahnen und Wimpel von allen Bundesliga-Vereinen, die meisten allerdings sind in schwarz-weiß-grün gehalten, in der Mitte ein Kreis mit 96 drin. Schals gibt es noch nicht. Die vermisst aber auch keiner. Wer will schon im Sommer mit Schal rumlaufen?

Onkel Werner kauft einen Wimpel. Insgeheim rechne ich mir aus, wie lange es dauern würde, wenn ich mein Taschengeld eisern sparen und – ich bin mit meiner mathematischen Operation noch nicht ganz zu Potte gekommen, da hält mir Onkel Werner den Wimpel hin. „Hier, zur Erinnerung.“

Zum zweiten Mal innerhalb 24 Stunden bin ich sprachlos. Das ist noch nie vorgekommen. Solch ein Geschenk und das einfach so, ohne Geburtstag oder Weihnachten. Ich weiß gar nicht, wohin vor lauter Glück. Ich platze. Aber nur fast, eine leichte Kopfnuss holt mich in die Wirklichkeit zurück. Papa weist nachdrücklich darauf hin, dass man sich für ein Geschenk ruhig auch bedanken dürfe. Ja, klar.

Und schon setze ich mit schamroter Birne zu einer großartigen Dankesrede an, werde aber von Onkel Werner locker gestoppt. „Lassma, iss schon in Ordnung.“ Den Wimpel habe ich heute noch und halte ihn in Ehren. Er hängt allerdings nicht mehr über meinem Bett, das sei eingeräumt.


Rezepte

Und dann passiert noch etwas, dass ebenfalls weder auf dem Erwartungs- noch auf dem Hoffnungszettel stand. In Pattensen kehren wir ein. Pattensen - nie gehört, das war in Heimatkunde noch nicht dran gewesen. Oder ich hatte nicht aufgepasst, so wie Dieter Zimmer.

Es ist mein erster Kneipenbesuch, schon wieder ein Debüt. Onkel Alfred bestellt eine Runde Rezepte. Rezepte? Rezepte sind doch die kleinen Zettel, die Oma vom Arzt verschrieben kriegt und ich muss damit mal eben zur Apotheke laufen und die Medizin holen.

Dann stehen fünf Bier und fünf Korn auf dem Tisch. Für mich gibt es kein Rezept. Aber eine Cola. Sensationell. Und noch ein Debüt, das nimmt ja gar kein Ende mehr mit den Debüts. Ich hatte noch nie eine Cola trinken dürfen, weil Cola nicht gut für den Magen ist und einen ganz rappelig macht. Ich gucke fragend zu Papa, bekomme aber keinen Blickkontakt, weil der gerade seine Overstolz sucht. Onkel Alfred sagt, ich könne die Cola ruhig trinken, die Amis machen das den ganzen Tag. Die haben auch keine anderen Mägen als wir und das Zeug schmecke gut. Recht hat er, es schmeckt sogar saugut. Astronauten und Cola, Amerika scheint ein tolles Land zu sein.

Es werden noch ein paar Ladungen Rezepte bestellt und das Spiel diskutiert. Diesmal werde ich nicht ins Abseits gestellt, jedenfalls nicht ganz. Für meinen Einwurf, dass Herr Kronsbein den Schl.appschwänzen in der Halbzeit wohl ordentlich den Marsch geblasen habe, ernte ich einen anerkennenden Schulterklopfer von Onkel Werner.

96 liegt mit 4:0 Punkten und 3:1 Toren ungeschlagen hinter Stuttgart und den Löwen auf dem dritten Platz. Diese Saison wird die Schale nach Hannover geholt, ganz klar.

Es gibt noch ein Abschlussrezept und dann gute Nacht, Marie.


Verlängerung

In unserer Klasse sind 37 Schüler, unser Lehrer heißt Herr Pfennig. Herr Pfennig ist schon über 70, unterrichtet aber immer noch gern. Hat er Mama mal verraten. Würde er in Ruhestand gehen, wären die Klassen noch größer, es gibt zu wenig Lehrer. Der Spitzname von Herrn Pfennig lautet Opa Groschen.

Jeden Montag beginnt der Unterricht mit einer Erzählstunde. Drei oder vier Schüler müssen dann nach vorne und den anderen berichten, was sie am Wochenende gemacht und erlebt haben. Die Schilderungen sollen möglichst „farbig und spannend“ sein. „Äh“ ist tabu, die Sätze sollen auch nicht alle mit „und dann“ anfangen.

Meistens melden sich die Mädchen freiwillig und erzählen aus ihrem neuesten Hanni-und-Nanni-Buch. An diesem Montag aber trumpfe ich mit 96 groß auf. Hydraulikbremsen, faule Socken, Geheimparkplatz, Wimpelbude, Rezepte, alles kommt vor, nichts wird ausgelassen.

Opa Groschen unterbricht nur ein einziges Mal. Er glaubt mir zwar, dass Jürgen Bandura seinen A.rsch in der zweiten Halbzeit besonders schnell bewegt und eine Traumbude gemacht habe, das könne man im Stadion auch ruhig so sagen, im Klassenzimmer aber nicht. Opa Groschen schlägt vor, „Jürgen Bandura ist ein pfeilschneller Spieler und hat ein besonders schönes Tor geköpft“ zu formulieren, ob ich mich damit anfreunden könne. Ja, klar.


Ein Leben lang

"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden."

Das ist das wohl bekannteste Zitat aus der Fan-Bibel „Fever Pitch“ von Nick Hornby. Die Sache mit dem Schmerz und der Zerrissenheit – tja, das ist so. Einem 96er braucht das ohnehin keiner zu erzählen. Andererseits gehört das dazu, ist Teil des Ganzen. Wer das nicht aushält, hat vom Fußball nichts verstanden.

Verliebt in den Fußball war ich nie, ich habe das Spiel von Anfang an geliebt. Genau genommen gibt es nicht einmal einen Anfangspunkt, die Liebe war einfach immer schon da. Sicher, es gibt unterschiedliche Lieben und es ist in der Tat nicht dasselbe, als zehnjähriger Schachter hinter der Murmel her zu rennen oder heute in W 15 zu hocken. Aber es gibt auch eine Konstante, ein wesentliches Moment: Fever Pitch – und der 21. August 1965 war ein erster Siedepunkt.

Ich wollte diesen weltklasse Beitrag nur nach oben bringen. Weil er einfach super geschrieben ist und
jeder in den Genuss kommen soll, ihn zu lesen.
Danke ElFi !!!!!

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Zur Fankultur gehört das Leiden und der Mißerfolg zwingend dazu,
weil man sich sonst nicht über das Erreichte freuen kann.
Zitat von Roter Dortmunder


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 08.01.2012 15:49 
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Ich bin hier mit meinen gefühlten 10 Beiträgen wahrscheinlich einer der neuesten Forumsbesucher...

Wie ich zum Hannover-Fan geworden bin ist eigentlich recht einfach, war aber ein relativ langer Weg...
Mein Stiefvater, der nun schon seit 28 Jahren (ich bin 33) an meiner Seite lebt, war schon 96 Fan bevor es mich gab und er hat wirklich alle Höhen und Tiefen miterlebt.
Ich selbst mochte die Bundesliga nie besonders. Klar bei den Fussball EM´s und WM´s war ich immer am TV dabei und habe dort auch kein deutsches Spiel verpasst... Die richtige Fussballeuphorie kam erst 2006 bei der Fusbball WM im eigen Land auf. Ich ärgere mich heute noch tierisch, dass ich zu keinem Spiel ins Stadion gefahren bin.

Aber zurück zu den 96ern.
Vor, ich schätze mal, drei Jahren hat mich mein Stiefvater mit ins Stadion geschleppt und wir haben eine Partie gegen Gladbach gesehen. Diese ging (soweit ich noch weiss) mit 5:1 für uns aus ... da war es um mich geschehen. Diese Atmosphäre in der Nordkurve hatte es mir angetan. Aus beruflichen Gründen konnte ich aber anschliessend kaum ins Stadion und musste viele Spiele im TV sehen.

Mitlerweile habe ich diese Saison schon 6 Spiele live gesehen. Bis auf eins (in Köln) immer nur in der AWD Arena... Das Spiel gegen Kopenhagen war eins der Highlights. Weiterhin bin ich jetzt schon wieder in Besitz von 5 Heimspielkarten für die ich extra meine Urlaubstage planen musste, weil ich im Einzelhandel doch recht häufig gebraucht werde... ;-)
Jetzt versuche ich morgen noch 2 Karten gegen Brügge zu bekommen... :fan:

Das Allerbeste ist aber dass ich meine 10 Jahre jüngere Freundin (23) nun auch dazu bekommen habe mitzukommen. Sie war bei allen Spielen dabei und ist jetzt auch völlig euphorisiert :nuke: :nuke:
Alle Auswärtsspiele werden jetzt zusammen bei Sky verfolgt und zu den Heimspielen fahren wir ja fast immer. Die Strecke von ca 85km sind ja relativ schnell zu bändigen... Seit dem 01.12. bin ich auch Fördermitglied und mein Tagesablauf hat sich durch 96 doch stark verändert...
Ich mag diesen Verein mit seinen Spielern einfach und hoffe noch viele Jahre mit dabei sein zu dürfen. Natürlich auch in diesem Forum.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 08.01.2012 17:19 
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Schöner Beitrag! :nuke: Das war übrigens dieses Spiel:
Zitat:
2008/2009
Am 14.09.2008 erlebten die 42.400 Zuschauer mit dem 5:1 (2:0) den bisher deutlichsten Heimerfolg von Hannover über die Gladbacher Fohlen in der Bundesliga. Die bis dahin noch sieg- und torlosen 96er starteten engagiert, die erste gute Szene hatten jedoch die Gäste. Soumaila Coulibaly passte zu Marco Marin, der allerdings aus kurzer Entfernung an Robert Enke scheiterte (16.) Das Team von Dieter Hecking musste noch etwas Geduld aufbringen, bis es zur ersten zwingenden Torszene kam. In der 28. Minute stellte sich Alexander Baumjohann an der Strafraumgrenze Mikael Forssell in den Weg; den fälligen Elfmeter verschoss Szabolcs Huszti. Doch nur vier Minuten später legte Arnold Bruggink für Huszti auf, der aus 13 Metern per Flachschuss zur Führung einschoss.

Bild
Ein Ex-Gladbacher wirbelt gegen Gladbach: Mikael "Miklu" Forssell

Beflügelt durch den ersten Saisontreffer brachte Hannover die Gladbacher Fohlen anschließend in große Bedrängnis. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff erzielt Jan Schlaudraff mit einem schönen Heber die 2:0-Halbzeitführung. Die 96er setzten in der zweiten Halbzeit nach und erhöhten in der 47. Minute auf 3:0: Als die Gladbacher Deckung aufgerückt war, passte Mikael Forssell auf Szabolcz Huszti. Der Ungar ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und schob locker ein. Die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen und erzielten durch Rob Friend den Anschlusstreffer (53.). Danach waren die Gladbacher noch einige Minuten tonangebend, doch Jan Schlaudraff erstickte die Hoffnung der Fohlen im Keim, nachdem er vier Gegenspieler stehen ließ und seine tolle Angriffsaktion mit einem Schuss unter die Latte vollendete. Den Schlusspunkt setzte der finnische Nationalstürmer und Ex-Gladbacher Mikael Forssell, als er in der 86. Minute einen von Filip Daems an Huszti verschuldeten Strafstoß sicher zum 5:1 verwandelte.
Das waren die letzten 96-Sieger gegen Gladbach:
Enke; Balitsch, Eggimann, Vinicius, C. Schulz (33. Ismaël), Huszti (88. Stajner), Yankov (80. Pinto), B. Schulz, Bruggink, Forssell, Schlaudraff

Quelle: http://www.hannover96.de/CDA/verein/historie/geschichten/besondere-duelle/gladbach-spiele.html

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Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 12.01.2012 09:02 
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Wenn sich das mal wiederholen lässt, diese Saison ! :D
Vielen Dank für das Herraussuchen des Beitrags... :nuke: :nuke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 12.01.2012 11:57 
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deequan96 hat geschrieben:
...
Wie ich zum Hannover-Fan geworden bin ...

...in der AWD Arena...



*flüster'*Psst: Niedersachsenstadion :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 12.01.2012 19:24 

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'ne Mofa hat geschrieben:
deequan96 hat geschrieben:
...
Wie ich zum Hannover-Fan geworden bin ...

...in der AWD Arena...



*flüster'*Psst: Niedersachsenstadion :wink:


:lol: recht haste -
:noidea: nur was willste machen, wenn aus Raider plötzlich Twix wird...
keine Sau weiß eigentlich wozu und überhaupt...
Bei der VHS hammse das auch nich im Programm,
wieman diesm "Fähnnomeen" der Namenänderungen begegnet,
wie man damit so klarkommt...
also - mir fehlen die vier Zahnbürsten - cold turkey...
und schiet - die kommen nie zurück...

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 12.01.2012 21:08 
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Den Zahnbürsten trauere ich nicht nach. Das hat nicht nur ökonomische und ökologische Gründe, die neue Beleuchtung blendet nicht und das Stadion ist gleichmäßiger ausgeleuchtet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 30.01.2012 16:44 

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Mein Opa hat mich damals spontan mit ins Stadion genommen, das muss 1997 gewesen sein. Ich war halt grad erst 7 oder 8 und weiß leider nicht mehr viel davon.
Ich weiß nur, dass er mich erstmal an diesem Fanshop-Container am Stadion eingekleidet hat(Trikot und Schal habe ich heute noch) und er immer am Lautesten gebrüllt hat(besonders gegen Cottbus ist mir in Erinnerung geblieben) :mrgreen:

Eine Szene ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Addo passt auf Asamoah, der steht mit dem Rücken zum Tor am Elfmeterpunkt und macht den Ball mit der Hacke rein :nuke: So, oder so ähnlich :noidea: :lol:

Als mein Opa dann 2000 gestorben ist, herrschte eine kurze Pause, bis mein Onkel mich dann um 2002 rum wieder mitgenommen hat :hallo:

2005-2007 hatte ich durch einen komischen Freundeskreis dann kaum noch Interesse am Fußball, aber irgendwann kam das zum Glück auch wieder :P

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 30.01.2012 18:41 
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Meine erste wirkliche Erinnerung stammt aus dem Jahr 1984... Das bewusst erste Spiel der Roten, und dann noch ein Auswärtsspiel :fan:

Es war der 06.10.84, und ich war einen Freund in Berlin besuchen. So kam ich in den Genuss, mal Blau-Weiß 90 Berlin gesehen zu haben - die Karte habe ich noch :)

War eigentlich eher Zufall, aber eben mein erstes Auswärtsspiel. Hannover hat glaube ich 3:1 gewonnen, vor gefühlten 100 Zuschauern :mrgreen:

Überhaupt war die Saison 84/85 meine erste, die ich ziemlich ernsthaft mitgenommen habe, inklusive des letten Heimspiels gegen Hertha BSC vor 60.000 (!) Zuschauern. DAS war ne Stimmung! Der Aufstiegskampf war auch ziemlich eng, und Hessen Kassel wurde mal wieder Vierter... Die waren damals so unaufsteigbar wie heutzutage Greuther Fürth :P

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"Wenn schon doof verlieren, dann wenigstens in Bochum." (Thorsten Kracht)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 07.03.2012 20:45 

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Denn erzähle ich auch mal wie es bei mir mit 96 anfing.

Mein Vater war damals bei jedem Heimspiel der Roten. Warum er immer " die Roten " sagte, habe ich nicht verstanden und war scheinbar sowieso dagegen das er immer zum Fußball geht , weil Mutter das nie gut fand weil sie ihn immer "angeschlagen" aus Langenhagen musste...

Irgendwann hat mich Fußball denn doch mal interessiert und ich fing an die Bundesliga zu verfolgen. Es war die Saison 95/96 und Hannover dümpelte in der 2. Liga vor sich hin. War mir aber fast egal denn, ich hatte keinen Verein zu dem ich mich hingezogen fühlte. Aber das sollte sich schlagartig ändern.

Mein Vater musste an einem Sonnabend mal wieder ein paar Stunden extra arbeiten und danach sollte es zum Spiel gehen. Wie immer mit Uwe. Sein Arbeitskollege und bester Kumpel. Ich mochte Uwe auch gern leiden. Schließlich war er ja auch Vaddis "bester".Nur an diesem Tag sollte ich auch mal mit zu seinen Roten. Ich war nicht so begeistert, sagt meine Mutter immer wenn ich mir die Geschichte von ihr erzählen lasse...
Also gings los. Vater und Uwe hatten gegen Mittag Feierabend. Auf der Arbeit gabs im Lager ein Versteck, wo immer ein Paar Lindner Spezial versteckt waren.. Die haben sie noch fix geleert und ab gings zur Straßenbahn. Krepenstraße, Richtung HBF. Alles voller großer Männer die mit Jeansjacken, Schals und Mützen von 96 ausgestattet waren. Ich kam mir nackt vor, denn ich hatte rein gar nichts von Hannoverutensilien. Nach dem Engelbostler Damm gings runter, ( U-Bahn) und alle Sangen: Wir wollen wippen,wippen wippen wollen wippen , wippen, wippen wollen Spaß!! Und ich dachte die Bahn springt aus dem Gleis. Ich hatte echt Angst! Aus Reflex habe ich mich an der Hand von meinem Vater festgehalten. War schon komisch, denn ich war immerhin schon 11 Jahre und dafür schon recht groß aber das musste dann wohl so sein....
Endlich, Watterloo!! Raus aus der Bahn! Dann der Weg zum Stadion. Es roch nach Zigaretten, Bier,Bratwurst und Schweiß obwohl wir ja schon an der Luft waren. Aber mir gefiel dieser Flair. Ich war schockiert über so viele Menschen auf einem Fleck. Dann kam der Moment als Uwe sagte: Peter, du musst doch einen Schal und eine Fahne haben, so als richtiger Fan....
Mein Gott war ich Stolz, Vater holte Getränke und Uwe ging mit mir zum "Fanbus". Der Weiße Bus, wo man "shoppen" konnte. Ich bekam die größte Fahne die es damals gab (32DM) und einen Schal. Ich habe natürlich beides noch. In Ehren in der Vitrine...
Getränke, Fanausstattung waren besorgt. Jetzt noch die Karten. Ab an die kleinen Kassenhäuschen. Ich fand die damals zum schreien komisch.Als mein Vater sagte: 1x normal und 1x Mutter- Kind, habe ich gar nichts mehr vertanden.Mutter-Kind? Was?? Mir würde erklärt was es auf sich hatte und dann war das Thema auch durch. Wir gingen also rein. Nordeingang.Rechts neben uns: H31. Hatte ich einen Respekt vor diesen Leuten... :fan: :fan: Wir saßen West Unterrang. Aber ich war von diesem Stadion mit diesen untypischen Formen begeistert. Am meisten von den tollen Flutlichtmasten! Ich habe wohl nur Fragen übers Stadion gestellt, nicht über 96, den Gegner oder sonst etwas. Es war der SV Meppen. Sagte mir rein gar nichts. Ich kannte nur Bremen, Dortmund, Hamburg und weil ich den Namen so lustig fand die SG Wattenscheid 09 :mrgreen:
Vom Spiel weiß ich nichts mehr, aber dank Onlinestatistiken haben wir 1:0 gewonnen. Durch Niclas Weiland. Das nächste Ding was mich interssiert hat: Es gab 2 Weilands? Niclas und Dennis? Das ist ja ein Ding. Auf dem Rückweg hat mein Vater mir noch eine Stadionzeitung gekauft, weil ich die Namen auswendig lernen wollte!! Es war passiert! Es gab seit diesem Tag kein anderes Thema mehr als Hannover 96. Schließlich kamen wir in Langenhagen Entpunkt an und meine Mutter wartete schon. Sie staunte nicht schlecht, als sie mich mit der Fahne und dem Schal sah. Und auch sie hat gleich gemerkt, der Junge ist jetzt auch ein Roter. Wie der Vaddi...
Das 96 abgestiegen ist war natürlich gleich ein Tiefschlag. Aber auch das tat der Liebe keinen Abbruch.Meine Klassenkameraden lachten mich immer aus, weil wir zu 96 gehen und nicht nach Bremen oder Dortmund.. (jetzt lacht keiner mehr :fan: ).

Dann gings ja bald wieder Richtung Bundesliga. Ein Traum wurde wahr.Das erste Spiel gleich in Hamburg. Da ich im Hotel lernte und am Wochenende immer arbeiten musste, konnte ich nicht mit. :mad: :mad:
Aber ich habe mir die Arbeit so aufgeteilt das ich ab 15 30 Uhr die Zimmer putzen musste. Und da gabs ja überall Radios.
Ich kam in ein Zimmer und drückte auf NDR 2. Ich kann mich noch genau an Uwe Bahns (nicht Vaddis Kumpel, der vom Radio) Stimmer erinnern. " Hannover macht da weiter, wo sie in der 2. Liga aufgehört haben. Mit Tore schießen. Darius Zuraw mit der Führung für Hannover"! Gott, bin ich im Zimmer rum gesprungen! Na gut, wir haben noch verloren aber wir waren wieder in der Bundesliga. :fan:
Direkt nach Feierabend bin ich ins Krankenhaus Siloah. Denn da war Vaddi. Ihn hat der Blutkrebs erwischt.Ich bin ins Zimmer reingestürzt und hab meinen Vatter im Bett liegen gesehen wie er gerade die Sportschau guckte. SAG NIX!! KEIN ERGEBNISS! Er wollte die Zusammenfassung genießen.Ich hab von zu Hause diesen 96 Teddy mit dem Trikot mitgebracht. Den hielt er die ganze Zeit während der 96 Zusammenfassung. Am Ende sagte er: Egal, wer Kämpft darf verlieren...
Bald kam er wieder nach Hause aber mit ins Stadion traute er sich nicht.
... Nicht das ich da umkippe...
Unsere Roten haben eine tolle Saison 02/03 abgeliefert.
Gelegentlich war ich noch mit Uwe in der Nordkurve ein paar Bier trinken. Aber auch er wurde Älter und legte sich Premiere zu :roll:
Während der nächsten Saison musste mein Vater wieder ins Siloah. Am 18.10.2003 sind meine Freundin und 3 weitere Freunde mit mir zum Auswärtsspiel zum BVB gefahren. Nicht meine erste Auswärtsfahrt, aber die erste wo ich mit meinem Auto hingefahren bin. Mein Güte, die Roten haben 6:2 verloren. Morgens war ich noch schnell im Krankenhaus, mir den Tipp abholen. Laut meinen Vater hätte 96 0:0 gespielt.. Leider knapp daneben
Auf dem Rückweg vom BVB rief meine Mutter an :Komm mal direkt ins Krankenhaus. Vater will dir was sagen..
Was?? Es ist locker 23 Uhr... Egal, muss ja wichtig sein.Die Kumpels abgesetzt, mit meiner Freundin ins KKh. Ich wie immer ins Zimmer gestürzt, weil es ging ja zu Vaddi. Was los war, ist jetzt wohl klar. Er lag in seinen letzten Atemzügen. Meine Mutter hat ihm noch den Teddy aufs Kopfkissen gelegt.Sprechen konnten wir kein wort meht miteinander. Mit einem Mal war das 2:6 völlig egal.....
Wie so vieles mehr...

Nach einem halben Jahr bin ich wieder ins Stadion gegangen. Seitdem ich mein eigenes Geld verdient habe, kann man die Spiele, die ich verpasst habe auf ca. 20 beziffern.

Auf jeder Auswärtsfahrt sitzt Teddy auf seinem Amaturenbrett und drückt seine Plüschdaumen.

So, so bin ich zu 96 gekommen! Und werde auch noch lange bleiben. :fan:

Bagel


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 07.03.2012 21:36 
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Oh Bagel, das ist ja herzzerreißend. Mir sind die Tränen gekommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 07.03.2012 21:45 
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Ich mußte mir gegen Ende auch ein Taschentuch holen.
Sehr schöner "Bericht", Bagel!

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 07.03.2012 23:20 
Mensch Bagel, diesen magischen Moment, wie alles angefangen hat, das vergisst man nicht....

Mein Vater war schuld, er hat mich zum ersten Mal mit ins Stadion genommen. Fußball war mir aber egal, für einen 5 Jahre alten Jungen war das Drumherum natürlich viel interessanter, die Fans mit ihren Fahnen, Schals und Gesängen faszinierten mich von Anfang an. Ein Tor mitzuerleben war das schönste damals, nicht dass die Heim-Mannschaft dadurch dem Sieg näher war, nein, das Abfeiern der Tore hat mir gefallen, ich war hypnotisiert, das sah alles so toll aus.

Die Weltmeisterschaft in Argentinien war und ist deshalb bis heute das geilste was ich jemals erlebt habe und was mich auf Dauer beeindruckt hat, es waren diese Papierschnipsel und Mario Kempes, Wahnsinn...Was habe ich in meiner Freizeit mit aussortierten Zeitschriften angestellt und später in die Schule geschmuggelt? Genau, tausende Papierschn...Jau, geworfen wurde auch damit..Diese einmalige Intensität habe ich nie wieder so gespürt wie in meiner Jugendzeit, schade...


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 08.03.2012 00:32 
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Och, 1070 in Mexiko und 1974 im eigenen Land sowie die EM 1972 in Belgien waren noch viel schöner! Seit 1976 besuche ich mehr oder regelmäßig die Spiele unserer Mannschaft Ein magischer Moment dabei:
Zitat:
Saison 1987/88
Am 16. April 1988 siegt Aufsteiger Hannover 96 vor 60.354 Zuschauern sensationell mit 2:1 (0:1) gegen die Bayern. Hansi Pflügler bringt die Bayern zwar in der 6. Minute in Führung. Doch Peter Hobday (58.) und der eingewechselte Gregor Grillemeier (76.) sorgen für den Heimsieg. „Ich war emotional sehr aufgeladen. Trainer Wähling hatte mich nicht aufgestellt, obwohl ich Stammspieler war und gab mit auch keine Begründung“, erinnert sich der Stürmer an dieses Spiel. „Ich habe beim Tor aus 30 Meter Entfernung abgezogen – was für mich eher untypisch war. Aber der Ball war drin.“ Besiegelt war der bis heute vorletzte 96-Heimsieg über die Bayern. Aufstellung Ralf Raps, Bastian Hellberg, Karlheinz Geils, Peter Hobday, Holger Willmer; Detlev Dammeier, Bernd Dierßen (ab 65. Andreas Müller), Günter Drews, Karsten Surmann; Siegfried Reich, Stefan Kohn (ab 57. Gregor Grillemeier).
.
Danach hingen 20 Jahre die Trauben gegen die Batzis zu hoch für uns bis zu diesem Spiel:
Zitat:
Saison 2008/2009
Am 27. September 2008 stürzte die Hecking-Elf den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München in eine Krise. Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena verlor das Team von Jürgen Klinsmann mit 1:0 (1:0) nach 20 Jahren wieder in Hannover. Damit hatten die Bayern schon so viele Niederlagen kassiert, wie in der Saison zuvor nach 34 Spieltagen. Das Team aus München bestimmte zwar zwei Drittel der Partie – aber die harmlose Offensive konnte die 96-Abwehr kaum einmal in Verlegenheit bringen. Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann setzte auf eine Viererkette. Hannover 96 lauerte zunächst auf Konter. Die größte Chance der Bayern vergab Demichelis, der einen von Szabolcs Hustzi abgefälschten Bayern Eckball knapp über die Latte schoss. Das Team von Dieter Hecking griff danach beherzt und selbstbewusst an und der erste richtige Torschuss, ein Freistoß von Szabolcs Hustzi landete in der Torwartecke im Netz (23.) Mikael Forssell verpasste danach zweimal das Bayern Tor nur sehr knapp: Erst parierte Keeper Rensing (30.) und dann köpfte der finnische Nationalspieler knapp über die Latte (34.). Nach dem Seitenwechsel setzte 96 wieder auf Konter und überließ den Bayern das Spiel, die jedoch ideenlos agierten. Selbst die Einwechslung von Ribery änderte daran nichts und die wenigen Möglichkeiten wurden vergeben: Toni scheiterte an Nationaltorhüter Robert Enke (54.) und Riberys Versuch strich am rechten Pfosten vorbei (83.). Die 96er hatten bei Konterangriffen die besseren Chancen: Mikael Forssell traf nach Doppelpass mit Jan Schlaudraff nur die Latte (75.) und Breno stoppte seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Schlaudraff noch rechtzeitig vor der Strafraumgrenze (83.). In der Aufstellung Robert Enke; Steven Cherundolo, Frank Fahrenhorst, Vinicius, Konstantin Rausch, Jiri Stajner (ab 90. Min. Gaetan Krebs), Hanno Balitsch, Christian Schulz, Szabolcs Huszti (ab 90. Min. Altin Lala), Mikael Forssell (ab 77. Min. Mike Hanke), Jan Schlaudraff sorgt das Team von Dieter Hecking nach mehr als 20 Jahren für einen weiteren Bundesliga-Heimsieg von Hannover 96 gegen Bayern München.

Man sieht sich manchmal zweimal im Leben! Mich ärgert nur, dass ich den Sieg unserer roten Götter in der Arroganz-Arena nicht luve sehen konnte. Vielleicht klappt das ja am 24.3.2012?

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 08.03.2012 09:14 
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Das Mexico schon sooooooooooo lange her ist, hätte ich gar nicht gedacht :wink2:
Bei den Spielen gegen die Bauern war ich auch dabei. Der Sieg 1988 war eines meiner ersten Spiele
im weiten Rund des Niedersachsenstadion.
Mein Kumpel hat noch einen Zeitungsartikel vom Spielbericht, darin steht :
" Das Niedersachsenstadion bebte in seinen Fundamenten "
Allein die Namen zu lesen lässt mich wieder leicht erschaudern .
Grillemeier, Reich , Surmann , Dammeier , das waren meine Helden.

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Zitat von Roter Dortmunder


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 08.03.2012 22:34 
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Ja, das waren auch tolle Zeiten. Grille (von Hertha gekommen) erzielte mit einem unhaltbaren 30 m-Hammer den Siegtreffer. Er bildete mit Siggi (aus Bielefeld gekommen) ein Traum-Duo im Sturm. Siggi war erst als Fehleinkauf verschrieen, aber in der Saison war nur Klinsi noch erfolgreicher. Turbo, ein 96-Urgestein (12 Jahre dabei und 14 Trainer erlebt), Abräumer im Mittelfeld, musste einmal als Torhüter einspringen, weil nicht gewechselt werden durfte. Dammi (kam aus der eigenen Jugend) machte mit 17 sein erstes BuLi-Spiel für 96.

Hervorzuheben noch sind: Ralle, der Torhüter, Abwehrchef Basti (war Biskup zu offensiv, ließ sich dass aber nicht verbieten), Kreativkraft Shorty im Mittelfeld und der Engländer Hobday, der in dem Spiel den wichtigen Ausgleich machte. Peter machte technische Schwächen durch Kampfkraft und enormen Einsatz immer wieder wett.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 09.03.2012 10:44 

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Zitat:
musste einmal als Torhüter einspringen, weil nicht gewechselt werden durfte

Gewechselt werden durfte" ist verkehrt. Natürlich durfte zu den Zeiten schon gewechselt werden, vielleicht war jedoch das Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft?
Ich denke mal, du meinst das folgende Spiel? Ich zitiere mal meinen Damals-Artikel aus dem Aug. 2007, es ging um den 26.8.1987:

Mittwochabends auswärts, das ist schon schlecht, dann aber auch noch nach Kaiserslautern…, schlimmer konnte es nicht kommen, dachte ich und doch, es kam schlimmer. Ich kann mich an kein anderes Spiel erinnern, dass unter solch skandalösen Umständen ablief. Nachdem der Linienrichter eine Cola Büchse eines Lauterer Zuschauers in den Rücken bekam, („Schwenk deine Fahne endlich vernünftig“, ich war ca. 20 Meter entfernt und bekam das deswegen recht gut mit), schwenkte er seine Fahne ab dem Zeitpunkt vernünftig, jedenfalls im Sinne der einheimischen Zuschauer. Heute wäre so ein Spiel wohl abgebrochen worden, alle anwesenden 96 Fans sprachen von Schiebung. Drei 96 Tore wurden wegen angeblichen Abseits nicht anerkannt, während sich der FCK um Abseits keine Sorgen machen musste. Nach einem Foul an Torwart Raps musste 96 mit Libero Surmann im Tor spielen, da das Auswechselkontingent von 2 Mann schon erschöpft war, fehlte nun ein Spieler. Die Leistung aller Spieler war sensationell, gegen die „schwarze Macht“ kam man aber nicht an. Das Spiel endete 1:4.
Tor für 96 übrigens durch Hobday


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