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 Magische Momente Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Magische Momente
BeitragVerfasst: 20.01.2012 21:03 
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Zumeist sind es doch weniger ganze Spiele, als vielmehr einzelne Momente, die uns Fans über Jahre oder gar Jahrzehnte im Gedächtnis bleiben. Momente von denen jene, die dabei gewesen sind, den nachfolgenden Generationen gerne und euphorisch berichten und die sowohl dem Erzählenden als auch dem Zuhörer nicht selten immer wieder auf’s neue ein wohliges Kribbeln durch den Körper schießen lassen. Momente, über die niemand lange nachdenken muss, sondern die jedem sofort einfallen, wenn er auf die Highlights seines Fan-Daseins angesprochen wird. Es sind die magischen Momente des Fußballs, die für jeden einzelnen ganz unterschiedlich sein können, von denen man aber bereits im Augenblick ihrer Entstehung weiß, dass hier gerade etwas Außergewöhnliches geschehen ist.

Meine ganz persönlichen magischen Momente sind das Tor von Vladan Milovanovic zum 2:0 im Aufstiegsrückspiel gegen TeBe Berlin, die Dreifach-Parade von Robert Enke gegen den HSV und der 1:0-Führungstreffer von Jan Schlaudraff im EL-Quali-Hinspiel gegen den FC Sevilla.

Aber es gibt einen Moment, der all diese magischen Momente noch toppt. Der sozusagen der magischste meiner magischen 96-Momente ist.

Es ist der 8. April 1992. Ein Tag auf den ich lange gewartet habe. Ein Tag der mein bisheriges und auch mein zukünftiges 96-Leben komplett verändern kann. Es ist der Tag des DFB-Pokal-Halbfinales gegen Werder Bremen. Seit gefühlten Ewigkeiten träume ich davon einmal mit 96 zum Pokal-Endspiel fahren zu können. Jahr für Jahr ist dieser Traum immer wieder zerplatzt. Mal bereits in der 1. Runde - mal erst im Viertelfinale. Doch jetzt ist die große Chance endlich da. Nur noch ein Spiel. Nur noch ein kleiner Sieg und der große Traum kann endlich war werden.

Mit dem Fahrrad geht es aus Buchholz Richtung Niedersachsenstadion. Mindestens eine Stunde vorher drin sein ist heute Pflicht. Schließlich will man einen guten Platz haben und außerdem die Vorfreuden-Atmosphäre so lange wie möglich in sich einsaugen. Wir nehmen (wie so oft) unsere Stehplätze im G-Block ein. Und um 20:15 Uhr beginnt die Partie. Werder ist, wie zu erwarten war, überlegen und das Spiel insgesamt eher magere Fußballkost. Was für den neutralen Beobachter ein ziemlicher Langweiler ist, ist für den involvierten Fan ein Spiel, das von der Spannung lebt. Halbzeit – es steht immer noch 0:0. Noch ist nichts passiert... außer dass ich meinem Traum wieder 45 Minuten näher gekommen bin... zumindest fühlt es sich so an. Etwa ab der 80. Minute beginnt das große Zittern. Werder ist nach wie vor überlegen. Jetzt bloß kein Tor kassieren. Irgendwie in die Verlängerung kommen. An einen eigenen Treffer in der regulären Spielzeit glaube ich zu diesem Zeitpunkt eher weniger. Meine Nervosität steigt gefühlt mit jeder Sekunde. Dann sind die 90 Minuten endlich rum. Geschafft! Verlängerung. Wieder ein Stück näher dran am großen Traum.

Kurz nach Wieder-Anpfiff erzielt 96 durch Koch die Führung. An dieses Tor kann ich mich eigentlich kaum erinnern. Selbst den Torschützen hätte ich nicht im Kopf gehabt (zum Glück gibt’s ja das Internet). Liegt alles wahrscheinlich daran, dass Werder mehr oder weniger postwendend der 1:1-Ausgleich gelingt. Seitenwechsel... noch 15. Minuten. Nur noch 15.Minuten. Berlin ist zum greifen nah. Irgendwie muss die Kugel doch rein. In den letzten 10 Minuten der Verlängerung bin ich irgendwo zwischen Hyperaktivität und Kreislaufkollaps. Ich wusste gar nicht, dass die Arme auf ihrer kompletten Länge kribbeln können... und zwar beide. Ein ähnliches Gefühl hatte ich weder vorher noch nachher jemals wieder. Jetzt bloß kein Gegentor kassieren. Wir sind doch so nah dran. Vielleicht kommt eine solche Chance nie wieder (was sich bis heute ja leider bewahrheiten sollte). Dann endlich die Erlösung. Abpfiff. Es geht ins Elfmeterschießen. Jetzt spielt es keine Rolle mehr, dass Werder überlegen gewesen ist. Jetzt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen 1. und 2. Liga. Jetzt stehen die Chancen exakt 50:50.

96 beginnt. Ist das jetzt ein Vor- oder Nachteil? Eine Frage, die mich auch heute noch bei jedem Elfmeterschießen begleitet. Wobei die Antwort doch eigentlich so einfach ist. Trifft man, ist es ein Vorteil, trifft man nicht dreht sich das Ganze ins Gegenteil. Als Carsten Surmann verschießt ist das wie ein Schlag in den Magen. Soll es das jetzt gewesen sein? Zum Glück gehört Surmann zu den ersten Schützen. Es kommen also noch einige Bremer-Kandidaten, die es ihm gleich tun können. Dann endlich - Werder verschießt auch. Alles wieder offen. Jetzt muss es doch klappen... Es muss einfach, weil ich endlich nach Berlin will. Die ersten beiden 5er-Riegen haben inzwischen geschossen und es steht nach wie vor Unentschieden. Die Spannung ist kaum noch auszuhalten und ich stehe nach meinen eigenen Maßstäben kurz vor einem Kreislaufkollaps. Jetzt geht’s im KO-System weiter. 96 trifft. Werder auch. Dann schnappt sich Sievers das Leder. Was ist denn jetzt los, denke ich. Der will ja wohl nicht schießen. Doch er schießt... und trifft. Jubel. Jetzt bin ich nur noch einen Wimpernschlag vom DFB-Pokalfinale entfernt. Näher geht es nicht mehr. Sievers muss nur noch halten und dann ist er da, der größte Augenblick aller Zeiten (um es mal mit Nick Hornby zu sagen).

Bode läuft an... schießt... Sievers taucht in sein linkes unteres Eck... und wehrt den Ball ab. Was dann kommt, kann man kaum mit Worten beschreiben. In einem einzigen kurzen Moment fällt die gesamte Anspannung ab und wandelt sich in einen Ausbruch totaler Glückseligkeit. Wir liegen uns in den Armen und finden uns Sekundenbruchteile später auf dem Boden wieder. Im Fallen reiße ich einem Freund die Brille von der Nase... aber das spielt heute keine Rolle. Heute ist mein großer Traum Wirklichkeit geworden. Wir sind die größten... Ich bin der größte. Wir fahren nach Berlin.

Ein paar Wochen später wird dies dann sogar Realität... Aber das und wie schwer es damals gewesen ist an Karten zu kommen, ist wieder eine andere Geschichte.

http://www.youtube.com/watch?v=lPmWYVXVQZk
http://www.fussballdaten.de/dfb/1992/halbfinale/hannover-bremen/

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RE1

Not my Nordkurven-Oberrang Mitte


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 01.03.2012 12:02 
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Für die Saison 95/96 hatte die Chefetage unseres Lieblingsvereins passend zum 100jährigen Gründungsjubiläum die Parole „Wiederaufstieg“ ausgegeben. Dieses Ziel wurde jedoch knapp verfehlt, am Ende stand der Abstieg in die Regionalliga.

In dieser Saison gaben sich unsere Jungs erfolgreich alle Mühe, eine ganze Serie furchtbarer, schreckenerregender und vollkommen trostloser Spiele aufzuführen. Das allerschlimmste davon war die 1:3-Niederlage gegen Unterhaching im schönen Monat Mai.

Genauer gesagt, war es der 19. Mai. Dieser 19. Mai 1996 hat auch in meiner Privatgeschichte einen besonderen Platz, denn es war der Tag, als ich aufhörte, 96 mit Ritualen zu unterstützen und zu beschützen.

Von der Anfahrt bis zum Abpfiff war bis dahin alles klar strukturiert. Immer derselbe Bratwurststand mit demselben Bratwurstmann und zwei halben Weißbrotscheiben; immer dieselbe Tränke und selbstverständlich wurde der letzte Schluck im Plexiglas gelassen, um die roten Fußballmanitu gnädig zu stimmen; Zeitpunkt und Weg zum Platz; Zigarette zur Einlaufarie, Rauch Richtung Mittelkreis blasen; stilles HSV-Mantra zum Anpfiff – und dies alles war der unbedeutende Teil meiner sonnabendnachmittäglichen Siegvorkehrungen.

Klar, war das natürlich alles dummes Zeug, weiß doch jeder, dass dieser ganze Quatsch nichts bringt. Aber erst mit dem Sturz in die Drittklassigkeit war der endgültige Beweis erbracht. Also Schluss damit. In der Folge habe ich sogar mit der Qualmerei aufgehört.

Rückfälle in irgendwelche Rituale hat es nie gegeben. Ja gut, dass ich heute u.a. immer den Eingang ganz links ansteuere...hat, ähm, andere Gründe. Außerdem kann man ja nie wissen.

Okay. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich schon, dass es ohne mein Zutun erheblich schwieriger geworden wäre, jemals europäisch zu spielen. Magie und Wahnsinn, sachichma.

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„Dass wir den Aufstieg nicht schaffen, wird nicht passieren." Martin Kind


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 01.03.2012 13:47 

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Wieder einmal ein "echter" ElFi. :nuke:

Gut geschrieben - und mit Witz.
Sollte für alle Knöterpötte und Miesmacher schon deshalb Pflichtlektüre sein,
damit sie unsere 10-jährige Erstligazugehörigkeit am Stück mal wirklich würdigen.

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Die späten 90er - war das schön


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 01.03.2012 14:23 
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@ElFi
Mehr , mehr , mehr, ich möchte mehr davon ..... :nuke:

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Zur Fankultur gehört das Leiden und der Mißerfolg zwingend dazu,
weil man sich sonst nicht über das Erreichte freuen kann.
Zitat von Roter Dortmunder


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 01.03.2012 16:00 
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Sehr schöne Geschichte, Elfi :nuke: :nuke: :nuke:

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Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 01.03.2012 16:55 
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El Filigrano hat geschrieben:
Für die Saison 95/96 hatte die Chefetage unseres Lieblingsvereins passend zum 100jährigen Gründungsjubiläum die Parole „Wiederaufstieg“ ausgegeben. Dieses Ziel wurde jedoch knapp verfehlt, am Ende stand der Abstieg in die Regionalliga.

Und um sicherzugehen hatte man als Trainer Egon Coordes als Trainer engagiert! :mad:

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„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Alles oder nichts
BeitragVerfasst: 02.03.2012 00:24 
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Alles oder Nichts

Wir schreiben den 8. Mai 2010. Die Roten spielen mittlerweile seit einigen Jahren in der Bundesliga. Mit dem Abstiegskampf haben wir schon lange nichts mehr am Hut. Eine Situation wo man sich als eingefleischter 96-Fan fast ungemütlich fühlt. Trotzdem hat es die Roten aus Hannover in dieser Saison erwischt. Das Ganze hat einen Anfang genommen am 10. November als Robert Enke verstorben ist. Eine fürchtbare Saison mit vielen Niederlagen und Unentschieden war die Folge. Zwei Trainerwechsel sind wir weiter. Die Mannschaft ist auf den Abstiegsrängen abgerutscht. Und jetzt steht das entscheidende Spiel am letzten Spieltag im Abstiegskampf gegen VFL Bochum bevor.

Mehr oder weniger per Zufall haben wir noch rechtzeitig Karten für dieses Spiel bekommen. Mit einigen Forumsgenossen haben wir uns entschieden: entweder den Nicht-Abstieg zu feiern oder unsere Mannschaft würdig in die 2. Liga zu verabschieden. Die Ausgangslage war vielversprechend: Um jede Grasnarbe musste gekampft werden. Es sollte ein spannendes Spiel werden.

An dem Morgen spielt meine Tochter in der F-jugend mit ihrer Mannschaft ihr Spiel. Ihre Mannschaft, alle Fußballneulinge, hat in dieser Saison kein einziges Spiel gewonnen. An diesem Tag jedoch, gelingt diese Mannschaft den ersten Sieg: 5-1. Das muss ein gutes Omen sein. Nach dem Spiel mache ich mich vom Acker in Richtung Bochum.

Massenweise sind die Fans aus Hannover angereist. Die haben sich die Karten gekauft bevor Bochum in Abstiegsgefahr geriet. Somit sind nicht nur die Gästeblocke, sondern auch die Nachbarblöcke rot gefarbt. Man spürt schon: Die Fans von 96 haben die Ernst der Lage ganz genau kapiert.

Nicht nur die Fans übrigens, auch die Mannschaft. Von Anfang an ist 96 klar überlegen und bereits nach 9 Minuten schießt Arnold Bruggink das erste Tor. Zugleich mit dem Tor bekomme ich meine erste Bierdusche. Normalerweise kann ich eine Bierdusche überhaupt nicht leiden. Diesmal ist mir das aber egal. Als ich Abends zu Hause komme sagt meine Frau, dass ich komisch rieche. Ich zucke mit meinen Schultern: “Keine Ahnung”. Im Grunde genommen ist das ganze Spiel eine Antiklimax. Von Anfang an ist 96 Herr im Hause. Bochum, ja Bochum, wo sind die eigentlich?

Meine Nachbarn sind zwei Fans die nicht unserer Truppe gehören. Leicht angetrunken analysiert mein direkter Nachbar das Spiel. Im Laufe des Spiels stellt sich heraus, dass ich aus den Niederlanden komme. Und damit ist mehr als ausreichend Gesprächsstoff vorhanden. Die Niederländer sind die Erfinder des Fußballs sozusagen. Die Fußballgötter Europas sind wir. Wesley Sneijder, Robin van Persie, Edgar Davids, Arjen Robben. Alle sind sie voll Granate. Supertypen. Ich halte noch dagegen:”Gute Einzelfußbäller machen noch keine gute Mannschaft”. Meine Zuhörer bekommen das aber gar nicht mit. In Gedanken ist “Oranje” schon Weltmeister und Deutschland reist besser gar nicht erst nach Süd-Afrika ab. Erst im Nachhinein stellt sich übrigens heraus wie voll ich als Unbetrunkener (ich habe doch nur Cola getrunken?) daneben geliegen habe.

Schlimmer wird es noch wenn der Kumpel meines Nachbars mitbekommt, dass ich aus den Niederlanden komme. Sechsfach betont er:”Solche Fans braucht Hannover 96”. Lustig eigentlich wenn man sich bedenkt, dass ich heute weitaus kürzer gereist habe als die vielen mitgereisten Fans aus Hannover. Ein niederländischer Spruch hat er auch noch drauf: “De dood of de gladiolen” (Alles oder nichts).

Hannover schaukelt sich das Spiel ungewohnt routiniert zu Ende. Die Bochumer zeigen kein Mumm. Nichts. Kein Zitterpartie in der 96. Minute. Es ist fast enttäuschend. Nach Abpfiff feiern wir gemeinsam den Nichtabstieg. Einige Spieler schnappen sich ein Transparent mit dem Text:”RIP Robert Enke”. Sie feiern ausführlich und gemeinsam mit uns, den Fans, das Ende einer bewegten Saison.

Es war das Schönste was ich mit den Roten erleben durfte. Besonders wegen der Verbundenheit unter Einander als Fans. Aber auch die Verbundenheit mit der Mannschaft. Noch nie habe ich mich so eng mit der Mannschaft verbunden gefühlt. Oftmals habe ich mich in dieser Saison machtlos gefühlt. Machtlos als ich nicht nach Hannover fahren konnte um eine Kerze für Robert Enke zu entzünden. Machtlos als ich nicht nach Gelsenkirchen fahren konnte um meine Roten im ersten Spiel nach dem Tot Robert Enkes auf Schalke zu unterstützen. Aber das hier kann Keiner mir mehr entnehmen.

“War es Tot oder Gladiolen?” fragt mein Nachbar. “Es sind definitiv Gladiolen”, antworte ich und im Rausch fahre ich zurück nach Hause. Dort muss ich meine Tochter regelmäßig erklären warum ich eigentlich Fan von den Roten bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 00:56 
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Toller Beitrag, Guus! :nuke: Wie gern hätte ich das Krankenlager verlassen und wäre mitgefahren!

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„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

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Zuletzt geändert von Herr Rossi am 07.03.2012 20:47, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 02:05 
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Oh man Guus, das geht zu Herzen.
Schön, dass Du das geschrieben hast :nuke:

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Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 07:55 
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Da bekommt man beim Mitlesen auch Gänsehaut...
Danke Guus :nuke:

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Neuaufbau einer echten Mannschaft!


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 10:36 
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Klasse, Guus.

Ich glaube auch, der zentrale Begriff in Bochum war "Verbundenheit". Innerhalb der Mannschaft, innerhalb der Anhängerschaft und zwischen Mannschaft und Anhängerschaft. So wurde an diesem Sonnabendnachmittag auch der Grundstein für Europa gesetzt.

Trotz des glasklaren 3:0 und deutlicher Überlegenheit habe ich mich selbst zehn Minuten vor Schluss nicht getraut, schon mal zur Tränke zu gehen. Auch an dieser Stelle noch einmal ein roter Dank an AndréMeistro, der mir in dieser Notsituation äußerst großzügig einen halben Halben überließ.

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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 11:59 
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El Filigrano hat geschrieben:
Für die Saison 95/96 hatte die Chefetage unseres Lieblingsvereins passend zum 100jährigen Gründungsjubiläum die Parole „Wiederaufstieg“ ausgegeben. Dieses Ziel wurde jedoch knapp verfehlt, am Ende stand der Abstieg in die Regionalliga.

In dieser Saison gaben sich unsere Jungs erfolgreich alle Mühe, eine ganze Serie furchtbarer, schreckenerregender und vollkommen trostloser Spiele aufzuführen. Das allerschlimmste davon war die 1:3-Niederlage gegen Unterhaching im schönen Monat Mai.

Genauer gesagt, war es der 19. Mai. Dieser 19. Mai 1996 hat auch in meiner Privatgeschichte einen besonderen Platz, denn es war der Tag, als ich aufhörte, 96 mit Ritualen zu unterstützen und zu beschützen.


Zufällig war das Jahr, in dem El Filigrano seine Rituale zu Grabe trug, auch genau das Jahr, in dem es bei mir mit dem Fußball so richtig losging. Ich bin ohne Fußball aufgewachsen, meinen Vater interessierte Sport nur rudimentär und die Vereine in den Städten, in denen ich aufwuchs, stiegen regelmäßig ab, wenn wir da auftauchten (Osnabrück, Kaiserslautern). Mein Interesse beschränkte sich auf die WM und EM, mit viel Enthusisasmus und wenig Ahnung.

Zum Ende der von ElFi beschriebenen Saison beschlossen wir, es neben dem gruppendynamischen Chorauftritt auch als Duo zu versuchen. Der Alte96er hatte in jungen Jahren die Fußballschuhe gegen eine Gitarre getauscht in der irrigen Annahme, damit mehr Schlag bei den Mädels zu haben, blieb aber natürlich dem Verein verbunden. Ich hatte, wie gesagt, keine Ahnung von Abseits, hatte noch nie ein Stadion von innen gesehen, kannte aber immerhin Oliver Bierhoff.

Im Sommer der Drittklassigkeit 1996 waren wir frisch verliebt, hatten nur uns selbst im Kopf und 96 war Nebensache. Dann das Relegationsspiel gegen Lichtaus Cottbus – wir vor dem Fernseher und ich erlebte zum ersten Mal das Prickeln, wenn es wirklich so richtig um was geht. Schade, es sollte nicht sein. Aber damit war der Grundstein dazu gelegt, dass wir über Jahre hinweg all das, was die Forumsrecken als magische Momente beschreiben, nie live erlebt haben.

1998 stand das Relegationsspiel gegen TeBe Berlin an und Gildo Horn vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest. Wir waren am anderen Ende der Welt unterwegs. Über Gildo wurden wir per Fax an den Grand Canyon informiert, das Relegationsspiel war zwei Wochen später. Wir weilten bei meiner ehemaligen Gastfamilie in Pennsylvania, die zwar durchaus europäische Wurzeln hat, aber für die doch das Runde nicht ins Eckige, sondern höchstens in einen Korb gehört. Das Relegationspiel fand für uns mitten in der Nacht statt. Noch vor dem Frühstück die Frage nach dem Computer, ob wir mal bitte…
Mein kleiner Bruder hatte uns einen Spielbericht zugesagt und ihn noch am selben Abend an Stuarts Email geschickt – es waren die Anfangszeiten des Internets und wir hatten noch keine Mailadresse. Stuart öffnete gähnend langsam seine Mailbox und las über die Schulter mit. Der Spielbericht war mitreißend, wie ein Liveticker mit 12 Stunden Verspätung und (für unsere amerikanischen Freunde) komplett auf Englisch abgefasst!! Er endete mit „Sievers is a Hero“. Wir fanden das auch, konnten aber aufgrund der Zeitverschiebung nur mit dünnem amerikanischen Kaffee feiern statt mir einem zünftigen Bier.

Dann das letzte Spiel der ersten Erstligasaison nach dem Wiederaufstieg. Mit dem Anpfiff hatte unser Flieger nach Dublin abgehoben. Wieder war es mein Bruder, mittlerweise Dauerkarteninhaber auf der Nordkurve, der die Verbindung halten mußte. Kurz vor dem Abpfiff standen wir daumendrückend vor dem Büro der Autovermietung. Endlich eine SMS – Taste entsperren, hektisches Rumfingern und dann „Herzlich willkommen in Irland. Ihre Telefonate kosten….“. Och nee, Leute, macht die Leitung frei, hier geht es um wichtiges!
Endlich die Erlösende SMS mit dem Tor von Stajner. „Hier wird nur noch gefeiert“. Immerhin gab’s dieses Mal ein ordentliches Guinness statt dünnem Kaffee.

Auch das Saisonfinale 2010 in Bochum erlebten wir „nur“ über den Äther – Bundesligakonferenz im Radio auf dem Weg zu Freunden in Burgdorf, am nächsten Tag sollte es wieder über den großen Teich gehen. Wir im Auto mit Schals, das Spiel war eigentlich schon entschieden, als wir bei unseren Freunden ankamen, und auf dem Rückweg hörten wir, dass das Stadion zum Feiern geöffnet würde. Die Koffer blieben ungepackt auf den Betten liegen und nichts wie hin ins Stadion, wo wir gleichzeitig mit dem Mannschaftsbus ankamen und vor dem Abflug noch ein bißchen feiern konnten.

Seltsamerweise gingen die wirklich wichtigen Spiele immer gut aus, wenn wir nicht live dabei waren.

In diesem Frühjahr geht es wieder ins Land der roten Steine und zu den Verwandten nach Kanada. Am 9. Mai ist das Endspiel der EuroLeague in Bukarest. Wir werden nicht hinfahren – in der Hoffnung, dass die Serie hält.

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potlhbe'chugh yay qatIh pe''eghlu'?


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 02.03.2012 19:41 

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Hossa - und das sage ich mit wirklichem Respekt.
Was B'Elanna hier "zu Papier" gebracht hat,
kann einem ja nur ein ganz dickes Kompliment entlocken...
Großartig geschrieben - sehr gut nachvollziehbar - bitte mehr davon...

Alter 96er - nimms ja nich krumm, werd' bloß nicht eifersüchtig...
auf dein Mädel kannste stolz sein - haste tolle Überzeugungsarbeit geleistet.
Deine Braut, die schreibt so toll - die muß jetzt nach dem "tollen Kahn-Satz"
mehr Eier haben - wir brauchen mehr Eier -
mehr B'Elanna - Beiträge -
auch über Ostern 2012 hinaus....

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Die späten 90er - war das schön


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 07.03.2012 11:59 

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@der rote coyote:
schön geschrieben und so wahr. schön wenn man sich mit etwas so identifizieren kann! mehr davon!

@der rest:
auch ziemlich gut und einfach schön,aber ich wollte der rote coyote einfach mal hervorhebn :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 04.04.2012 21:50 
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Auf Wunsch von El Filigrano stell ich das mal hier rein... das Orginal steht im Fred von 96 - Madrid (vor dem Spiel)

Hach ja ... wenn man bedenkt wo wir vor etwas mehr als 15 Jahren noch waren und wo wir jetzt sind, ist es doch nicht verwunderlich, daß man im Bezug auf 96, ständig jemanden bitten muss, einen zu zwicken, um aus dem Traum aufzuwachen, oder ???
Egal wie es morgen ausgeht - es ist einfach ein Wahnsinn, was aus unseren Roten geworden ist und es ist fantastisch, daß man das miterleben darf/kann!

Ich weiß noch genau, wie wir nach dem Abstieg in die Regionalliga, zwei Wochen vor Liga-Start, nicht mal ein komplette Mannschaft auf den Platz gebracht haben - wir hatten einfach nicht genug Spieler unter Vertrag!
So zauberten letztlich so unbekannte Leute wie Fabian Ernst - Gerald Asamoah - Otto Addo und nicht zuletzt auch ein Dieter Hecking in der Folge für uns auf dem Platz.
Die Erwartungshaltung vor dieser Saison war mit "bloß nicht nochmal absteigen" dementsprechend nicht so rosig...
Was folgte ist einfach unbeschreiblich...
Im ersten Regionalliga-Jahr gewann man mit den "Unbekannten" 26 von 34 Spielen und wurde Meister.
Auch der Rückschlag des verpassten Aufstiegs - geschuldet durch eine nicht gezahlte Stromrechnung in Cottbus - wurde schnell weggesteckt. Einfach noch einmal von vorn!

Es folgte eine NOCH BESSERE Saison mit nur EINER Niederlage und 28 gewonnenen Spielen!
Und dieses mal konnten uns auch die borussischen Tennisspieler aus Berlin nicht mehr stoppen!
Nach dem 0:2 in Berlin und der extremen Katerstimmung ob des "vermutlich" wieder verpassten Aufstiegs folgte ein sensationelles 5:1 (n.E.) im Niedersachsenstadion! Unvergessen in dieser Hinsicht
Vladan Milovanovic
Sein Fallrückzieher zum 2:0 wird für mich auf ewig das "emotional schönste Tor" meiner 96-Fan-Laufbahn bleiben! (der Schreiber muss sich an dieser Stelle eine Träne wegwischen)

Die folgende 2. Liga-Saison hätte FAST ein perfektes Ende für uns genommen.
Der direkte Durchmarsch in Liga 1 war zum Greifen nah!
Am Ende sollten wir allerdings ganz knapp scheitern! Wenn Fürth doch bloß in Ulm am letzten Spieltag ... aber lassen wir das an dieser Stelle ...
Es war trotzdem eine SUPER Saison! Und als Fan der Roten war man trotzdem vermeintlich schon im Fussball-Himmel angekommen - schaute man nur einmal 3 Jahre zurück! Dieser Werdegang war famos!

Nun sollte es bis in die Saison 2001/2002 dauern, ehe der nächste "Entwicklungsschub" folgte!
96 hatte sich in den letzten Jahren relativ achtbar aus der 2. Liga-Affaire gezogen, ohne dabei allerdings neue Glanzpunkte zu setzen. Das änderte sich aber schlagartig und nicht zuletzt auch wegen des in Erscheinung tretenden Spielers, namens Jan Simak! Er allein war es, der in so manchem Spiel den Gegner wie eine Lachnummer aussehen ließ! Was waren das für Tore beim 5:2 in Ahlen (ich verweise hier auf die Jan-Simak-Show in Youtube) oder beim 6:2 in Duisburg, oder oder oder ... aber auch die restlichen Roten wuchsen stellenweise über sich hinaus und man bekam den Mund vor lauter staunen nicht mehr zu!96 zeigte einmal mehr, was in Ihm steckt und spielte die erfolgreichste Saison aller Zweitligisten - bis heute!

Und auch, wenn man in der 1. Liga schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, indem man direkt die ersten 4 Spiele verlor ... 96 war wieder dort, wo man es noch ein paar Jahre zuvor niemals mehr vermutet hätte - in der Bundesliga! Und dort wollte man um jeden Preis auch bleiben!

So ist es letztlich nicht verwunderlich, das wir in der Folge ALLE brenzligen Situationen überstanden haben - beginnend mit dem Vermeiden des direkten Wiederabstiegs 2003. Das Tor von Jürgen "Jiri" Stajner am 33. Spieltag zum 2:2 gegen Gladbach ist fast so emotional berührend gewesen wie einst das Tor von Milo gegen TB! Auch die Tragödie um Robert Enke hat uns NICHT völlig einbrechen lassen - auch wenn man im Anschluss nur einen Punkt aus 11 Spielen holte! Wir haben uns am EIGENEN SCHOPF aus dem Sumpf gezogen und uns ein Endspiel am letzten Spieltag der Saison 2009/2010 erkämpft!Ich sage nur BOCHUM!!
Doch wenn man nun dachte, daß das 3:0 im Auswärtsspiel vor 15.000 96-Anhängern in Bochum schlussendlich nicht mehr zu toppen sei hatte man ja keine Ahnung, was noch kommen sollte! :mrgreen:

Heute - mehr als 15 Jahre nach dem "Beinahe-Super-Gau" von 96 stehen wir im Viertelfinale der Europa-League!!!
Wir haben 2010/2011 stolze 60 Punkte in der Bundesliga geholt, sind Vierter geworden - haben seit Ewigkeiten kein Heimspiel mehr verloren und stehen aktuell schon wieder auf Platz 5 in der Tabelle!
Wir sind nach Kopenhagen gefahren und haben es zu einem Stadtteil von Hannover gemacht. Wir haben in der Europa-League mehr erreicht als JEMALS jemand zuvor erwartet hätte! Wir haben Sevilla nach Hause geschickt, haben Lüttich auseinander genommen und Brügge versenkt! Wir sind "erfolgreich" in der Ukraine in Poltawa gewesen und wir werden auch nach Bukarest fahren!

Diese Mannschaft, dieses Hannover ist einfach das GEILSTE "nebensächliche" auf der Welt und man kann und muss einfach nur
STOLZ
sein auf unsere ROTEN

UND MORGEN KÖNNEN UND WERDEN WIR DIE GESCHICHTE WEITER SCHREIBEN!

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Rolf Töpperwien: "Wo haben Sie den Norweger, der das 2:0 gemacht hat, entdeckt?“
Schmadtke nach kurzem Zögern: „In Norwegen.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 05.04.2012 00:21 
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Die Leserin muss sich an dieser Stelle eine Träne wegwischen...
Sehr schöner Beitrag, danke! :fan:

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"Es gibt für jeden Fußballer den perfekten Verein. Ich habe einfach das Glück gehabt, gleich den Verein zu finden, der zu mir passt"
Steven Cherundolo über seine 15 Jahre bei Hannover 96 :love:


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 13.04.2012 17:39 
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Es war der 18.08.2011
Ein bis dahin europäisch kaum beachtete Mannschaft aus der Landeshauptstadt Hannover wollte
sich an diesem lauen Sommerabend für die EL qualifizieren.
Allein das wir am besagten Tag spielen durften war schon ein Wunder. Man hatte sich durch eine unglaubliche Saison für die Playoffs gegen Sevilla qualifiziert.
Die ganze Stadt stand Kopf, die Spannung war überall greifbar.
Ich traf mich mit meinen Leuten schon sehr zeitig am Bahnhof in Hannover. Wir wollten alle so viel wie möglich Europaluft schnuppern. Ja schnuppern wollten wir, an mehr war kaum zu denken. Sevilla war der klare Favorit auf die Gruppenphase.
Uns zog es schnell Richtung Altstadt. Was war denn hier los ? Von überall hörte man das Europapokallied.
Mal sangen 3-4 , mal der ganze Straßenzug. Wir sangen natürlich auch mit. Die Stimmung war positiv angespannt, alle waren nervös und voller Vorfreude auf einen unvergesslichen Abend.
Vielleicht geht ja doch was heute Abend, mal sehn.
An den Weg ins Stadion kann ich mich gar nicht richtig erinnern, wahrscheinlich bin ich ihn in einem Trancezustand abgelaufen.
Im Stadion angekommen konnte ich kaum glauben was so alles um mich herum passierte. Eine Stimmung - gewaltig !!!!!!
Die Manschaftsaufstellung, die Choreo, 96 Alte Liebe... ich musste mich immer wieder hinsetzen, anders konnte ich es nicht ertragen. Das war zuviel für mein kleines, Regionalliga erprobtes ,Fussballherz.Eine Woge der Begeisterung schwabbte durch das Niedersachsenstadion und weit über die Ränge hinaus. Träum ich ?
Dann unfassbar das 1:0 .
Wir lagen uns in den Armen und taumelten über die Sitze. WAHNSINN !!!!
Irgendwann fiel der Ausgleich für die Spanier. Tja, jetzt wird es ganz schwierig, so richtig hatte ich an ein Weiterkommen eh nicht geglaubt. Was dann geschah wissen wir ja alle.
Das Rückspiel habe ich dann in unserer Stammkneipe verfolgt, zumindest die ersten 45 Minuten. Die zweite Hälfte habe ich draussen im Biergarten verbracht, alleine .
Nach dem Abpfiff habe ich geweint wie ein kleines Kind. Mein geliebter Verein hat geschafft, worauf ich 19 Jahre ( nach Bremen ) gewartet hatte. Jetzt kennt man uns in Europa.
Es folgten tolle Heimspiele und Auswärtsfahrten.
Mein Traum wurde war und geht nächste Saison vielleicht weiter.
Danke Hannover 96.

_________________
Zur Fankultur gehört das Leiden und der Mißerfolg zwingend dazu,
weil man sich sonst nicht über das Erreichte freuen kann.
Zitat von Roter Dortmunder


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 13.04.2012 21:56 
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Sehr schön, Roplo :nuke: :nuke:

Das bleibt fürs Leben :!:

_________________
Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 13.04.2012 22:28 
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Apropos Choreo:

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Das Spiel war kein Vergleich zu dem Spiel gegen die Fischköppe in der Saison 1992/93! Der Streß vorher wegen des Tickets, das Stadion für das Spiel umgebaut, dann die EL-Hymne.

Dann kamen die Mannschaften, die Choreo wurde präsentiert. Die Stimmung stieg und stieg. Nach dem 1:0 brannte die Luft förmlich. Zum Schluss schwappte eine Welle nach der andern durch das Stadion. Vergessen der zwischenzeitliche Ausgleich oder das alkoholfreie Becks-Bier! :fan: Danach Party! :dance: 3 Tage war ich noch heiser. aber was tut man nicht alles für die Alte Liebe! :fan:

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„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Magische Momente
BeitragVerfasst: 13.04.2012 22:44 

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einwerfer hat geschrieben:
Sehr schön, Roplo :nuke: :nuke:

Das bleibt fürs Leben :!:

Würde ich auch sagen , echt gut , da spricht einer aus dem Herzen der alles für H 96 gibt


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