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 Stadionsprecher Werner Seide Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 09.07.2008 20:07 
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[quote="Alter96er"]
@tauri: aber Werner Seide als Stadionsprecher ist doch bis heute unerreicht, finnste nich?quote]


@tauri

Hieß der nicht Seidel?
...und nun gehts um einen Ball vom Sporthaus Bode, Am Klagesmarkt, das Sporthaus......

Mein 1. Spiel war übrigens 1964 oder 65.

Später mal mehr zu meiner Vergangenheit und schönen kleinen Geschichten und Tricksereien von meinem Vater und mir (als Kind).

_________________
Da hab ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor. Horst Hrubesch

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BeitragVerfasst: 09.07.2008 21:49 

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@ Alter96er und Einwerfer:

hab' eben mal zu gegoogelt: > "Werner Seidel" 96 <. Es kam nur 1 einziger Treffer, aber sehr lustig, von einem User namens "Deepimpact" aus einem thread, wo es eigentlich um Pferderennen geht. :lol:

"richtig, mit der Nummer Ölf, wie der rührige Stadionsprecher im Rahmen seiner hanöversch-phonetischen Sprachkünste zu scherzen beliebte. Immer ein akustischer Genuß, wie auch seine Halbzeitsannoncen à la "den Ball der heutigen Begegnung spendetet das Autohaus Opel Günther Vahrenheider Ströhße Großer Hillen und Schaädestraaße sowie zwaei Bälle für die Jugendabtailung von Hanovva 96 vom Polsterhaus Ellerberg in Benthe Rinteln Hameln und Hasede gesucht wird der Vöhrar vom Pekawe mit dem amtlichen Kennzaichen hö - ka ah drai fünnef, sie höben das Licht angelassen Häar Wärna Schieprowski bitte rufn se sofoat zuhaause an ihre Frau kricht Zwillinge" und dergleichen Schmunzelware. Unvergeßlich, zumal ohne Musik. Nur das Brutzeln der Bratwürste und leise Ploppen der Gilde Biere."

:lol: :lol:


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BeitragVerfasst: 09.07.2008 22:03 
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@tauri

Köstlich tauri, habe mich gerade kaputtgelacht beim Lesen deines Beitrages.

Genau so war er, der Hr. Seide(l).

Katastrophal schön, so im Nachhinein.

Herr Walter Siebel, Herr Sie, Siebel, bitte kommen sie zum Regieturm, wir haben ihren Jungen gefunden.

O` ne es klingt mir so was von im Ohr……….

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BeitragVerfasst: 10.07.2008 08:57 

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Stimmt - der war um Längen besser,als der Knabe von Antenne heute !
Damals gab es allerdings noch keine festen Rückennummern und Fiffi Kronsbein hat die Aufstellung nie zu früh verraten...

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You can change your partner,
you can change your religion,

but you can never change your team


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BeitragVerfasst: 10.07.2008 12:01 
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einwerfer hat geschrieben:
Hieß der nicht Seidel?


Nein, Werner Seide ist korrekt.

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"Da sprach der alte Häuptling der Indianer: wild ist der Westen, die Roten sind die Besten!" (frei nach Gus Backus, Ehren-Medizinmann vom Stamme der Roten Riesen).


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BeitragVerfasst: 10.07.2008 12:58 

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Roter Bruder hat geschrieben:
einwerfer hat geschrieben:
Hieß der nicht Seidel?


Nein, Werner Seide ist korrekt.

The voice - Werner Seide,
war beruflich Rektor an der Grundschule in Oberricklingen,
soll ein harter , autoritärer Hund gewesen sein.
Bei einem Heimspiel im geliebten Niedersachenstadion- wir spielten mit FRUCADE auf der Brust - hatte der mal einen ganz besonderen Kundenservice drauf: seine Ansage in der Halbzeitpause:
"Herr Prigge - von der Firma Prigge-Pelze - bitte kommen sie zum Regieturm
rufen sie umgehend ihre Frau an. Ich fürchte es hat etwas Ärger gegeben."
Am Montag stand dann in der Hannoverschen:
Dreister Raub bei Pelzhaus Prigge - hoher Schaden

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das Beste an 96 - die spielfreien Tage


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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 15.12.2010 19:20 
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tauri hat geschrieben:
hab' eben mal zu gegoogelt: > "Werner Seidel" 96 <. Es kam nur 1 einziger Treffer, aber sehr lustig, von einem User namens "Deepimpact" aus einem thread, wo es eigentlich um Pferderennen geht. :lol:

"richtig, mit der Nummer Ölf, wie der rührige Stadionsprecher im Rahmen seiner hanöversch-phonetischen Sprachkünste zu scherzen beliebte. Immer ein akustischer Genuß, wie auch seine Halbzeitsannoncen à la "den Ball der heutigen Begegnung spendetet das Autohaus Opel Günther Vahrenheider Ströhße Großer Hillen und Schaädestraaße sowie zwaei Bälle für die Jugendabtailung von Hanovva 96 vom Polsterhaus Ellerberg in Benthe Rinteln Hameln und Hasede gesucht wird der Vöhrar vom Pekawe mit dem amtlichen Kennzaichen hö - ka ah drai fünnef, sie höben das Licht angelassen Häar Wärna Schieprowski bitte rufn se sofoat zuhaause an ihre Frau kricht Zwillinge" und dergleichen Schmunzelware. Unvergeßlich, zumal ohne Musik. Nur das Brutzeln der Bratwürste und leise Ploppen der Gilde Biere."

:lol: :lol:



Als erklärter Freund der unverfälscht hannöverschen Mundaacht erlaube ich mir, dieses noch einmal zu zitieren.
Frage: Hat jemand hier weitere Erinnerungen an unvergessene Aussprüche von Werner Seide? Wäre toll, wenn hier noch mehr davon - am besten in phonetisch streng korrekter Schraaibwaaise - erscheinen würde.

P.S.
Für Gleichgesinnte ist der folgende Link vielleicht ganz interessant: http://www.wir-sind-hannoveraner.de/ Echte hannöversche Originööle. Mein persönlicher Favorit: Heinz Resche. :lol:

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"Ist das Schubert?"
"Nein. Irgendjemand von einem Bratfett-Preisausschreiben."
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Zuletzt geändert von 96-Oldie am 15.12.2010 19:33, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 15.12.2010 21:37 
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Ich erinnere mich, das muss 1968 oder 1969 gewesen sein, unser gesamter Sturm war verletzt und unserer Mittelfeldspieler Christian Breuer musste Stürmer spielen.

Da kam von Werner Seide der Spruch vom Turm kurz vor dem Spiel, " Unser Ruf ist nun ein neuer, wir rufen alle ganz laut Breuer".

Aber ich kann mich nicht mehr an den Gegner erinnern, aber ich glaube das Spiel ist 2 : 2 ausgegangen und Breuer hat kein Tor gemacht.

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Ich mag Aktienclubs mit Tradition !!

20 Jahre immer Liga 1 und 2 !!!

Keine Macht den Predigern !!


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 15.12.2010 23:42 
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Für 96-Oldie von der 96-HP:
Zitat:
Nach dem 3:2 (1:0)-Sieg am 7. Oktober 1972 verabschiedete Stadion-Sprecher Werner Seide die 24.000 Zuschauern mit dem Satz "Auf Wiedersehen beim nächsten Hitchcock hier im Stadion" - und Recht hatte er. 96 führte nach 65 Minuten bereits klar und deutlich mit 3:0.

http://www.hannover96.de/CDA/verein/historie/geschichten/hsv-spiele.html


sowie ElFi's Sahnebeitrag für die Notbremse: http://forum.hannover96.de/viewtopic.php?p=4598967#p4598967

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„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ich mit den Roten erlebt habe (Anfänge)
BeitragVerfasst: 16.12.2010 00:12 
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Danke!
Und Gute Nacht!
(aber bitte weitermachen!)

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 03.01.2012 21:55 
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Hier noch Anekdote zu Werner Seide:
Zitat:
Am 27. Mai 1967 sahen nur 8.000 Zuschauer das letzte Heimspiel der Saison 1966/67, das mit 1:2 (0:2) endete.
...
Emotionaler Höhepunkt der Partie war die Halbzeitdurchsage von Stadionsprecher Werner Seide. Er informierte Zuschauer und Spieler mit der freudigen Nachricht, dass 96-Torwart Horst Podlasly während der ersten 45 Spielminuten Vater eines Jungen geworden war.

Quelle: http://www.hannover96.de/CDA/verein/historie/geschichten/besondere-duelle/schalke-spiele.html

:nuke:

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 10.01.2012 21:19 
✝ Unvergessen
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Aus Notbremse, Nr. 54/2010

„Und mit der ölf: Bändura“

Vor 50 Jahren übernimmt Werner Seide das Mikrofon im Regieturm des Niedersachsenstadions. Zum Jubiläum vier Spielszenen plus Nachspielzeit.


Grand-Funk-Geschrammel oder
Keine Chance gegen Cordalis

Aus dem Nichts hasten ein Hütchen und eine riesengroße Hornbrille an Ecki und mir vorbei. Kopfbedeckung und Sehhilfe gehören zu einem drahtig-schmächtigen Mann mittleren Alters. Krawatte sitzt perfekt, Hosenfalte frisch gebügelt, Schuhe gewienert.

Hut, Brille und Mann nehmen Kurs auf das Niedersachsenstadion – kein Zweifel, companero, das muss er sein. Werner Seide. Der Werner Seide. Von Anbeginn der Zeit Herrscher im Regieturm und Meister des Mikrophons. Wie oft schon haben wir glückselig oder verzweifelt seiner Stimme gelauscht, wenn er Aufstellungen, Auswechslungen, Tore und Gegentore ansagt. Wobei Werner Seide nichts ansagt oder durchsagt, Werner Seide verkündet. Sein Wort ist Gesetz, wie im Block so auf den Rängen.

Wie Herr Seide sind auch wir vorschriftsmäßig gekleidet. Fransenstiefel, knallenge schwarze Cordjeans, Holzfällerhemd, Parka mit Ché-Guevara-Sticker. Und dazu eine Matte bis zu den Schulterblättern.

Die Haare wachsen auch auf dem Platz. In Hannover schlägt der von Tschik Čajkovski als „neues Beckenbauer“ identifizierte Peter Anders erste Breschen in die Pomadefront. Jünter Netzer betreibt in Gladbach eine Disco, Jungstar Paul Breitner spielt wie George Best mit hängenden Stutzen.

Willy Brandt verspricht mehr Demokratie. Über Vietnam regnen Napalmbomben, sowjetische Panzer rasseln durch Prag. Die PLO knallt in München israelische Sportler ab, in Chiles Estadio Nacional wüten Pinochets Folterknechte. Nelson Mandela sitzt schon seit über einem Jahrzehnt im Knast.

In der Bundesliga dominieren Korruption und Manipulation, die Spiele werden reihenweise verschoben und mitten im Sumpf blüht die Nationalmannschaft in nie gesehener Farbenpracht. Gerd Schröder ist Vorsitzender des Juso-Bezirks Hannover, systemüberwindende Reformen sind angesagt. Theoretisch. Herbert Schmalstieg bereitet seine Wahl zum weltweit jüngsten Oberbürgermeister aller Zeiten vor und behält infolgedessen mehr das Praktische im Auge.

Die WM-Modernisierungsarbeiten im Niedersachsenstadion laufen auf vollen Touren, aber unser Lieblingsverein befindet sich auf einem absteigenden Ast. Ein Wunder rettet 96, doch Wunder passieren entgegen der Auffassung von Lena-Vorgängerin Katja Ebstein nicht immer wieder und schon gar nicht jede Saison. Wir ahnen: Uns steht ein einziges Gekrökel und Gewürge bevor, das kann nicht gut ausgehen.

In unseren Köpfen herrscht ein Riesendurcheinander, auf The Who jedoch ist Verlass. Kein Konzert, bei dem die Gitarren nicht verschrottet werden. So ganz genau wissen die Jungs aus London allerdings auch nicht, wo es langgehen soll. Roger Daltrey singt:

I asked Bobby Dylan
I asked the Beatles
I asked Timothy Leary
But he couldn’t help me either
They call me the seeker

Trotz vieler Unwägbarkeiten lässt sich der Fortschritt nicht aufhalten. So wird nach hoch emotionalisierten Auseinandersetzungen auf dem Schulhof der Alfelder Penne eine Raucherecke eingerichtet. Eine schwere Niederlage des Establishments, ein großer Erfolg der unabhängigen Schülerbewegung.

Unser Zug erreicht wie immer kurz vor 14 Uhr den Hauptbahnhof, die Typen aus Hildesheim, Celle und Nienburg sind schon da oder trudeln gerade ein. Traditionell machen wir auf dem Weg zum Stadion an einem Flipper Station und demonstrieren, dass die wahren Pinball Wizards im Leinebergland zu Hause sind. Klappt auch meistens.

Ecki und ich hängen irgendwo in Stadionnähe rum. Mal hier, mal da. Wir hängen rum und gucken, ob irgendwo ein paar Mädels rumhängen, die nach Jungs gucken, die rumhängen.
Diese Rumhängguckerei ist völliger Quatsch und wir wissen das auch. Denn es ist so wie in all den Jahren zuvor, auch 73/74 hängen kaum Susis, Daggis oder Monis vorm Stadion rum.

Trotzdem kommt es hin und wieder zu bedeutenden Begegnungen. Wie heute zum Beispiel.
Ecki fängt sich als Erster, sagt geistesgegenwärtig nicht „Ey, Alter“, sondern wünscht Herrn Seide einen guten Tag. Eine phänomenale Eröffnung. Herr Seide stutzt. Nein, er verlangsamt seine Schritte nicht, er stutzt schnellen Schrittes.

„Was ist los, was wollt ihr?“ Irre. Wahnsinn. Waaahnsinn. Werner Seide beachtet uns, mehr noch, hat uns gar eine Frage gestellt. Jetzt sind wir gefordert. Gut, erstmal schnell die Kippen wegfeuern, das bringt mindestens noch eine Zehntelsekunde.

Wir haben unterdessen den Seide-Schritt aufgenommen, aber eingefallen ist uns immer noch nichts. Herrn Seides Gesichtsausdruck beginnt allmählich ins Ungehaltene zu changieren. „Na?“ Da küsst mich endlich die Muse, hat ja lange genug gedauert.
„Herr Seide, es ist wegen der Musik.“ „Was ist mit der Musik?“ „Na ja, Hannover ist doch eine weltoffene Stadt, Messe und so. Könnten Sie da nicht mal was aus Amerika spielen?“ Immerhin seien die Amis ja auch unsere wichtigsten Verbündeten.

Herr Seide guckt wie eine Makramee-Eule. In diesem Moment ist klar zu erkennen, dass unser Stadionsprecher nicht einmal ahnt, wie sehr er die Kurve jeden Heimspielsonnabend peinigt. Die schöne Maid feiert ständig eine Fiesta Mexicana, weitere Party-Stammgäste: Jürgen Markus, Chris Roberts, Costa Cordalis und der gegenwärtige König von Mallorca. Es ist nicht zum Aushalten und alles andere als ein Zufall, dass montags in den HNO-Praxen jede Menge Hörstürze zu behandeln sind.

Einige von uns vertreten gar die Auffassung, dass Herr Seide das Musikprogramm unter sadistischen Gesichtspunkten zusammenstellt. Doch diese Theorie wurde soeben mit einem einzigen Blick in den Grundmauern erschüttert. Nix Sadismus. Er weiß es einfach nicht besser, das ist die schlichte Wahrheit.

Diese Erkenntnis wird akustisch gleich noch einmal bestätigt. Werner Seide hält nämlich nun doch für einen kurzen Moment inne, schüttelt den Kopf und sagt: „Elvis Presley wird im Niedersachsenstadion nicht gespielt.“

Eine hammerharte Ansage. Nein, Verkündigung. Rrrumms.
Okay, aber Aufgeben gibt es nicht. Mühsam rappele ich mich wieder hoch und leite einen Konter ein. Von Elvis sei doch gar nicht die Rede gewesen, den wolle sowieso keiner mehr hören, der sei schon seit mindestens zehn Jahren quasi tot. Aber da gebe es zum Beispiel Grand Funk Railroad, die haben gerade eine Langspielplatte mit dem Titel „Survival“ herausgebracht. Das sei ein programmatisches Motto, gültig in gewisser Weise doch auch für 96.

Nichts zu machen. Absolut nichts. Der Stadionsprecher lässt mich ins Leere laufen und ich stehe doof da.

Ecki haut sich rein und erläutert die Vorzüge einer aufstrebenden englischen Musikantengruppe namens Pink Floyd. Die kennt Herr Seide aber auch nicht und mit Dark Side Of The Moon kann er rein gar nichts anfangen.

Jetzt spielt Ecki sein Trumpf-As aus, Pink Floyd habe in „Fearless“ die Hymne „You’ll never walk alone“ eingebaut und so dem Kop ein Denkmal gebaut. Da sei doch ein klarer Fußballbezug erkennbar und mindestens dieses Stück würde doch ganz wunderbar auch ins Niedersachsenstadion passen.

Doch den Schlussteil von Eckis Kurzreferat hat Herr Seide wohl schon gar nicht mehr zur Kenntnis genommen, er wünscht uns nun seinerseits einen guten Tag und verschwindet im Regieturm.

Ecki behauptet sofort und noch Jahre später, ich hätte die ganze Situation versemmelt mit meinem blöden Gequatsche über dieses Grand-Funk-Geschrammel. DAS wolle wirklich keiner hören, da könne er Werner Seide gut verstehen. Mit Pink Floyd habe er dann ja gar keine echte Chance mehr gehabt. Scheiße, ey. Ecki hat echt keine Ahnung von guter Stadionmucke.

Na schön, wir rauchen erst mal eine, hängen noch ein wenig rum und bereiten uns auf Costa Cordalis vor.


Kaan Döllmer

Reinhard Hesse wird 1956 in Hannover geboren, 2004 gibt er viel zu früh den Löffel ab. Der Redenschreiber und Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder treibt sich überall in der Republik und auf dem Globus rum, jenem „haarsträubenden Phänomen namens Hannover 96“ jedoch ist er stets und überall treu ergeben. „Mag die Karriere im Exil rasanter vorangehen, das Liebesleben mehr Abwechslung bieten – die Bindung an seinen Fußballverein wird der Auswanderer nicht los. (…) Der Exilierte vergisst die einstigen Nachbarn und Freunde, die Topographie der Heimatstadt verblasst, doch nie wird ihm sein Klub gleichgültig werden.“

Reinhard Hesse schreibt einige sehr lesenswerte 96-Texte, in seinem Langzeitgedächtnis hat Werner Seide einen Stammplatz: „In jenen Jahren, da unsere Begeisterung entflammte, hielt sich 96 im Bundesliga-Mittelfeld, lieferte den Großen der Liga große Spiele, vor allem daheim im Niedersachsenstadion, wo Stadionsprecher Werner Seide die Mannschaftsaufstellungen unverwechselbar ‚Hannöversch’ intonierte: ‚Staahnwedel, Bohnsäck, Nix und mit der Nummer ölf: Bändura!’“

So ist das, Werner Seide spricht raanstes Hannöversch.

Allerdings drängt sich eine Frage auf bzw. gibt es ein Problem zu lösen: Wieso glaubt eigentlich der Rest der Republik, in Hannover werde das reinste Hochdeutsch überhaupt gesprochen? Wo doch Millionen und Abermillionen Gästefans aus der Palz, Minga, Nemberch, Kölle und den Wojewodschaften des Ruhrgebiets unseren Werner laut und kläör vernommen haben?

Keine Ahnung. Das Rätsel muss einstweilen ungelöst bleiben, zumal die Dinge noch komplizierter liegen. Denn Werner Seide ist nämlich gar kein Sohn Hannovers und stammt auch nicht aus dem Umland. Unser Stadionsprecher ist gebürtiger Brandenburger, in Schlesien aufgewachsen und kommt erst 1949 äönne Laane.

Als Preuße, so ist zu vermuten, setzt Werner Seide sich zackzack mit dem Idiom seiner neuen Heimat auseinander – und lernt blitzschnell, er ist ja schließlich kaan Döllmer. Am Ende des Intensivkurses in Linden kann Lehrer Seide den Merksatz „Mit baad’n Baan’n innen Hillshaama Wäössaaama“ unfallfrei aufsagen.

Ja gut, das ist jetzt nur ne Hypothese, sach ich ma. Aber eine brauchbare. Jedenfalls ist damit der Weg frei zum Regieturm, der bald zu Werner ihn sein Regieturm werden sollte.


Die Revue ist vorbei

4:2 – aus, aus, aus. Doch es geht noch weiter. Teile des Publikums sind wegen verschiedener Fouls und Fehlentscheidungen auch nach dem Schlusspfiff noch etwas ungehalten. In den Katakomben geht es ebenfalls hoch her, da kloppen sich die Spieler. Vorneweg Major Puskas. Der Wunderspieler prüft, ob denn der Schädel von Pinheiro härter ist als eine Flasche.

Der Stadionsprecher – in der Schweiz auch Speaker genannt – reagiert prompt: „Polizei und Heerespolizei sofort in die Umkleideräume!“ Diese gut gemeinte Ansage wird jedoch auf den Rängen missverstanden oder jedenfalls nicht angemessen gewürdigt. Die Leute beruhigen sich nicht, sondern verlassen ihre Plätze, um den Platz zu stürmen.

Dies wiederum findet der Speaker überhaupt nicht in Ordnung. Nachdem seine Drohungen nicht gefruchtet haben, setzt er jetzt auf Vernunft und greift zu einer kleinen Notlüge: „Gehen Sie doch nach Hause, die Revue ist vorbei, es gibt nichts mehr zu sehen.“

Ja, das WM-Viertelfinale im Juni 1954 zwischen Ungarn und Brasilien ist schon von hohem Erinnerungswert. Genau dieses Spiel hat vermutlich der Autor des Wikipedia-Artikels „Stadionsprecher“ vor Augen bzw. in den Ohren als er den fulminanten Satz absondert: „Manchmal versucht der Stadionsprecher auch, durch deeskalierende Durchsagen Ausschreitungen zu verhindern.“

Während der Schweizer Kollege in der Disziplin „Deeskalation“ doch einige Defizite offenbart, ist Werner Seide ein ausgezeichneter Deeskalateur. Das zeigt sich zum Beispiel am 22. Dezember 1984 im Pokalachtelfinale gegen Schalke. Dieter Schatzschneider spielt auf der falschen Seite in Blau-Weiß. 13 Minuten vor Schluss macht Fred Schaub trotzdem das 1:0. Da ist Feuer unterm Dach, vor lauter Begeisterung und passend zur Jahreszeit werden Wunderkerzen angezündet.

An sich ein schönes Bild, unser Speaker Werner Seide jedoch erkennt sofort die lauernde Gefahr: „Bitte brennen Sie unser Stadion nicht ab, wir brauchen es noch für die nächste Runde gegen Bayern München.“ Jawoll, so geht das, so wird richtig deeskaliert.
Selbstverständlich kommen wir der Bitte nach und brennen unser Stadion nicht ab.


Ein weites Feld

Mit dem Deeskalieren allein ist es aber nicht getan. Stadionsprecher, das ist ein Multifunktionsjob mit sehr unterschiedlichen, aber stets verantwortungsvollen und klar definierten Aufgabenbereichen. So sieht sich Norbert Dickel von Borussia Dortmund keineswegs als „Bespaßer der Südtribüne“, sondern als „Bindeglied zwischen Verein und Fans“.

Als Bindeglied hat Dickel jede Menge zu tun, unter anderem sind die Werbeblöcke zu moderieren. Und das wiederum kann allerdings schon mal Ärger mit den Fans einbringen. So löst ein Halbzeitpausen-Auftritt von Heidi Klum eher gemischte Reaktionen aus. Später wird Sprecher Dickel zu der misslichen Angelegenheit vom BVB-Fanzine „Die Kirsche“ interviewt:

„Frage: Und die Nummer mit Heidi Klum?
Dickel: Germany’s next Top-Model, Samstagsspiel und drei Tage vorher hör ich: Norbert, Du brauchst Dir um das Halbzeitprogramm überhaupt keine Gedanken zu machen, das ist erledigt. Das macht sportfive. Wir wollen den Namen Signal-Iduna-Park noch weiter penetrieren und der Namensgeber möchte das gern. Jetzt werde ich verantwortlich gemacht und beschimpft, kann aber gar nichts dafür. Meinst Du, das war für mich ein Spaß?“

Bindeglied – Heidi Klum – penetrieren – kein Spaß. Irgendwie läuft hier gerade etwas schwer aus dem Ruder. Aber Norbert Dickel kann ja nichts dafür, deshalb schnell zurück zu Werner Seide.

Der ist schon lange vor Dickel für Werbeblöcke verantwortlich, hat sich darüber aber öffentlich nie beschwert. Nein, seine Kritik kommt ganz leicht daher, man muss schon sehr genau hinhören. So sind ihm Levis Jeans offenbar nicht ganz geheuer, mit „Luis Tschiens“ bringt er eine gewisse Distanz zum Ausdruck – und zwar ohne dabei die Interessen des werbetreibenden Sponsors zu missachten. Und mit den Fans verdirbt er es sich schon mal gar nicht, wir lieben die nonchalant vorgetragenen Produktinformationen. Siehst Du Nobby, so wird das gemacht.

Aber ein Stadionsprecher ist nicht nur Bindeglied und Deeskalateur, er hat noch weitere Tätigkeitsfelder zu beackern. Hier eine kleine Auswahl:

Mother’s Little Helper: Im Laufe seines Sprecherlebens fordert Werner Seide exakt 3.487 werdende Väter auf, sich sofort ins Krankenhaus zu begeben oder wenigstens anzurufen, es sei soweit.

Kindergärtner: Können die Blagen dann endlich laufen, gehen sie im Stadion prompt verloren. Aber keine Bange, alle Bernds, Peters und später Kevins werden gefunden und können am Regieturm von ihren nervös umherstreunenden Papas abgeholt werden.

Parkplatzanweiser: Kein Spieltag, an dem nicht mindestens ein Auto irgendeine wichtige Ein-, Aus- oder Zufahrt blockiert. Es ist am besten, die Karre sofort wegzufahren, sonst wird sie abgeschleppt. Kostenpflichtig, mahnt Werner Seide. Die Marcuse-Fans unter uns sehen darin ein geradezu klassisches Exempel für das Theorem von der repressiven Toleranz. Ja gut.

Ballspenden-Danksager: Ein Graubereich, hier überlappen sich die Interessen der werbetreibenden Wirtschaft mit denen des Vereins. Überdurchschnittlich häufig spenden ein Opel-Vertragshändler und ein Polsterhaus den Spielball. Auch die Jugendabteilung wird gelegentlich bedacht. Werner Seide würdigt die Unterstützung des Vereins ohne jeden Unterton korrekt und präzise.

Big Spender: Im „Bundesliga Kurier“ sind Losnummern abgedruckt. Die Auslosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges in der Halbzeitpause. Unmittelbar danach kann der Gewinn – meistens ein Essengutschein für zwei Personen beim Jugo – abgeholt werden. Wo? Im Regieturm natürlich, wo denn wohl sonst?

Einheizer: Ist Werner Seide nicht. Alles – aber kein Einheizer. Ganz und gar unvorstellbar, dass er beispielsweise Torverkündigungen eventisieren und Raum lassen würde für dieses spielstandsunabhängige hohle Nuuuuulll-Gebölke. Mal für einen kurzen Moment angenommen, Werner Seide agierte heute noch und sähe sich mit den Usancen der Zeit konfrontiert. Er würde die Trefferzahl für Hannover 96 so oft wiederholen, bis die Kurve mit der korrekten Trefferzahl für die Gastmannschaft antwortet. Von wegen Nuuuuulll. Nicht mit ihm. In seinem Regieturm geht es korrekt und fair zu.

Werner Seide versäumt von 1960 bis 1987 kein einziges Spiel. Reichtümer bringt das nicht ein, er ist ehrenamtlich unterwegs. Vielleicht ist es gut, dass irgendwann auch die Zeit der Legenden vorbei ist. Die neue Zeit mit ihren unsäglichen Halbzeitspielen, Karacho-Tachos und dem ewigen Präsentieren von Eckbällen, Ballbesitzquoten und sonstigem Unfug – das gefällt ihm nicht, jede Wette.

Der Abschiedsschmerz wird gedämpft durch den Umstand, dass in einem anderen Turm ein junger Mann die Arbeit aufnimmt und bald von sich reden macht. Frank Scharnberg, der Sülzer vom Pferdeturm, interpretiert den Sprecher-Job auf ganz neue, in Hannover so noch nicht gehörte Weise. Vom Regieturm zum Pferdeturm – Hannovers zwei Türme sind real und zugleich viel phantastischer als Tolkiens Bauwerke.


No Pain No Gain

Wer Werner Seide je gehört hat, weiß: Es bereitete ihm eine geradezu physische Qual, Gegentore verkünden zu müssen. Und er musste im Laufe der Jahrzehnte verdammt viele Gegentore verkünden.

Doch wenn unser Stadionsprecher in unterdrücktem Schmerz und sportlich vorbildlicher Haltung ein 1:2 in der 87. Minute verkündete, so hatte das immer auch etwas Tröstendes. Wir wussten dann, wir sind nicht allein. Da oben im Regieturm, da gibt es einen, der uns genau versteht.

Auch wenn er von Grand Funk und Pink Floyd nichts verstanden hat.



Quellen

Mein Gedächtnis.

Hardy Grüne, Thorsten Schmidt, Frank Willig: Rote Liebe. Die Geschichte von Hannover 96. Göttingen 2009. Verlag Die Werkstatt.

Reinhard Hesse: …bis in die Kreisklasse. Kann man sich seinen Verein aussuchen? Der Fan in der Diaspora.
In: Wolfgang Frank: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Die wunderbare Welt des Fußballs. Reinbek 1996. Rowohlt.

Das Internet. Im Netz steht viel dummes Zeug, Ausnahme ist das offizielle Forum von Hannover 96. Für Hinweise und Anregungen ein schwarz-weiß-grünes sowie rotes Dankeschön an: Alter96er, einwerfer, Herr Rossi, Pessimist, Pralino, RoterKlaus, tauri, Uwe und Wurzel.

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„Dass wir den Aufstieg nicht schaffen, wird nicht passieren." Martin Kind


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Dieses kleine Meisterwerk habe ich heute zum xsten Mal gelesen -
mit viel Begeisterung, aber auch mit leichtem Blues ....
Junge, wo ist die Zeit geblieben.
... und es war nicht das letzte Mal, das ich die Erinnerungen,
rund um den Regieturm abrufe:

danke ElFi-
von mir symbolisch gestiftet -
eine deftige Balkanspezialität vom Jugo -
es war glaub' ich immer das Opatija-Grill - jetzt auch schon längst Geschichte

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das Beste an 96 - die spielfreien Tage


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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 16:05 
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Ich schließe mich da Pralino an. Kann man gar nicht oft genug lesen dieses Werk. Ja, ja, früher war doch alles besser. Naja, fast alles. Oder zumindest einiges.
Wir haben vor dem Spiel immer Liederraten gemacht. Was spielt er als nächstes? Mit der "Schönen Maid" hatte man meistens gewonnen. Das Lied hatte man für Werner Seide extra erfunden. Es ging darum, wer Bier holen mußte.
Wir hatten oft bis zu 4 Bundesligakurieren und auch sonst noch Blickkontakt zum kompetten Block (meistens) N9, 10 oder 11 Gewonnen hat da nie einer. Deshalb glaube ich bis heute nicht, dass die Gewinne echt waren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 18:17 

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hähä - doch Roter Klaus -
ich hab es schon damals mal gepostet....
die Gewinne waren nicht getürkt - ooops - darf man das Wort eigentlich noch einsetzen?

Diese Gewinnspiele waren aber schon deshalb Käse,
weil man sie direkt nach Bekanntgabe -
ne zeitlang an der ewig abkackenden Anzeigetafel aus Ungarn -
am Regieturm abholen mußte.
Da wuselten nicht nur völlig hektisch "the voice" Werner Seide,
sondern auch für eine Weile der Manager Eckhardt Kleemann
in den Jahren 1973-77, nebst Sekrätärin rum.
Die waren nicht die Coolsten in diesen Momenten.
Mir sind definitiv Leute bekannt, die ein Poster, ein Essen zu zweit abgefegt haben -
nur -
die Hälfte der zweiten Halbzeit fand ohne sie statt,
weil sie um das halbe Stadion latschen mußten, einmal hin zum Regieturm,
danach wieder zurück in ihren Block.
Wenn man Tore nur akkustisch mitbekommt.... nicht wirklich so der Bringer.

... und noch etwas zu Werner Seide....
mit nichtdeutschsprachiger Musik war der gar nicht zu begeistern.
Wir haben den mal auf einem Info-Nachmittag/Abend
im Clubhaus Clausewitzstadion ebenfalls belatschert.
Nichts zu machen, hieß es - diese laute Musik schüre Aggressionen....

Komisch, bei der bescheidenen Lautsprecheranlage im damaligen Niedersachsenstadion,
wurde man eigentlich ewig ärgerlich, manche eben auch aggressiv...
das lag aber an der miesen Technik, der falschen Aussteuerung.

Mein deutscher Favorit war immer noch Sexy-Rexy mit:
Hossa - jawoll hier hab' ich es. www.youtube.com/watch?v=smh834dsYu8

jetzt muß ich da doch noch ne' Korrektur anbringen:
Anfang der Siebziger - ich hatte noch keine Sitzplatzdauerkarte -
stand ich direkt neben dem Regieturm unter den viele Flaggen.
Da wurde dieser Titel einige Male gespielt.
www.youtube.com/watch?v=iXO7-aAzUO4
Das war dermaßen ätzend und laut, das das halbe Stadion zu pfeiffen anfing....
nur - auch zu dieser Zeit war Werner Seide, Chef am Mikro....
war der dann vielleicht nicht doch phasenweise, so klammheimlich, ein Musikrevoluzzer? :noidea: :shock:

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Zuletzt geändert von Pralino am 11.01.2012 18:51, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 18:41 
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:lol: :lol: :lol:
Ganz großartig! Ich liebe diese alten Geschichten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 19:20 
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Hmm, an die Osmonds kann ich mich gar nicht mehr erinnern - obwohl natürlich mit Crazy Horses ein gewisser Plattenauflegeanlass (Niedersachsenross usw.) gegeben wäre. Und - was mir gerade einfällt - am Spätabend seiner Schaffenszeit hat Herr Seide denn doch die eine oder andere Nummer Hottentottenmusik (im Sprachgebauch jüngerer und revolutionär gestimmter Bevölkerungsschichten: Kommerzieller Scheißdreck) gespielt.

Übrigens hat ein knappes Jahr nach dem Seide-Rücktritt (1987) spielten Pink Floyd im Niedersachsenstadion. Das kann kein Zufall gewesen sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 19:39 

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nee - ElFi bestimmt nicht -
The Wall, ich war dabei und saß davor...
heute habe ich es mal wieder mit der Musi:
www.youtube.com/watch?v=VZbM_MIz4RM

Another Brick in the Wall Part 2 (Waters)
Ein weiterer Stein in der Mauer Teil 2

We don't need no education
Wir brauchen keine Erziehung,
We dont need no thought control
wir brauchen keine Gedankenkontrolle
No dark sarcasm in the classroom
keinen scharfen Sarkasmus in der Klasse
Teachers leave them kids alone
Lehrer, laßt die Kinder in Ruhe!
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
He, Lehrer, laßt die Kinder in Ruhe!
All in all it's just another brick in the wall.
Alles in allem ist es nur ein weiterer Stein in der Mauer
All in all you're just another brick in the wall.
Alles in allem seid ihr nur ein weiterer Stein in der Mauer
We don't need no education
Wir brauchen keine Erziehung,
We dont need no thought control
wir brauchen keine Gedankenkontrolle
No dark sarcasm in the classroom
keinen scharfen Sarkasmus in der Klasse
Teachers leave them kids alone
Lehrer, laßt die Kinder in Ruhe!
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
He, Lehrer, laßt die Kinder in Ruhe!
All in all it's just another brick in the wall.
Alles in allem ist es nur ein weiterer Stein in der Mauer
All in all you're just another brick in the wall.
Alles in allem seid ihr nur ein weiterer Stein in der Mauer


"Wrong, Do it again!"
"Falsch! Noch einmal!"
"If you don't eat yer meat, you can't have any pudding."
"Wenn du dein Fleisch nicht aufißt, bekommst du keinen Pudding!"
"How can you have any pudding if you don't eat yer meat?"
"Wieso hast du Pudding, wenn du kein Fleisch ißt?"
"You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy!"
"Du! Ja du hinter dem Fahrradschuppen! Bleib stehen Bursche!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Stadionsprecher Werner Seide
BeitragVerfasst: 11.01.2012 19:46 
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Pralino hat geschrieben:
nee - ElFi bestimmt nicht -
The Wall, ich war dabei und saß davor...
heute habe ich es mal wieder mit der Musi:
www.youtube.com/watch?v=VZbM_MIz4RM


1987 war nicht the wall sondern die "A Momentary Lapse of Reason Tour"

..ich hatte mit ein paar Freunden Backstagepässe, weil wir den Band-Fotografen beim Feiern im Sugar in der Herschelstrasse kennen gelernt hatten..

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"Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt, lebt auch nicht länger. - Es kommt ihm nur so vor"
(Sigmund Freud)


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