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 Hannover ohne 96? Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 13:42 

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Ich habe schon zu Zeiten als "der Bock" hier noch seine Wahnsinns-Performance abgab,
meine 96er angefeuert.
Söldner im Sport kannte man noch nicht und Wappenküssen war auch noch nicht in Mode.
Aber natürlich wußte man auch schon damals,
dass Verstärkungen nicht für ne Kiste Äppel, oder ne warme Mahlzeit zu bekommen waren.
Die wollten kohlemäßig kräftig nach vorn kommen
und es wurde ja auch weiland teilweise aberwitzige Sachen verbockt.
Natürlich kamen vor 50 - 40 - 30 Jahren mehr Spieler aus der Region,
aber ein Skoblar, Cebinac, Heynckes, oder Siemensmeyer
hatten ihr Geburtshaus auch nicht am Klagesmarkt.
Trotzdem waren sie für mich Rote und wenn es losging, hat man sie bejubelt,
egal, ob sie teuer waren und vielleicht auch abgehoben.
Haben diese Burschen ihre Aufgabe erfüllt, dann war Happiness pur angesagt.
... wehe, wenn nicht, dann ging es so wie heute.

Die sind hierhergekommen, weil es finanziell interessanter war,
obwohl 96 kein besonderer Verein war ...
Herr Kind hat sogar einen knackigen Begriff für diese "Epoche".
Es gab schon damals die kritische, mächtige Presse, die bei ausbleibenden Erfolgen
so richtig abledern konnte - obwohl der Gröpaz noch meilenweit entfernt war.
Was hat allein ein gewisser Bernd St. von der Blöd sich an 96 abgearbeitet -
war ne Lebensstellung.
Fahrstuhlmannschaft, unfähig ne Truppe zusammen zustellen, graue Maus,
Schuldenverein, Trümmerhaufen, abgehalfterte Stars ...

Weil es aktuell ja den Höchstpegel erreicht hat, ham wa ihn ?
was das Vereinsimage betrifft - gab es eigentlich mal eine längere Phase,
wo der Club Hannover 96 ein ordentliches Standing hatte ?
Mir fällt da grad' nichts ein ... in den letzten 50 Jahren.
Doch !
Wir durften eine stramme Weile am Stück erstklassig sein
und wurden sogar kurz im Ausland staunend wahrgenommen.

Hier mal als kleine Info, von welchen Großkopferten 96 schon (vor)geführt wurde.

Ferdinand Bock, 1967–1976
Richard Lehners, 1976–1981
Horst-Fredo Henze, 1981–1989
Uwe-Jens Nonnsen, 1989–1991
Fritz Willig, 1991–1993
Martin Brandstaeter, 1993
kurzzeitig Chef des Notvorstandes[54]
Dieter Braun, 1993–1995
Klaus-Dieter Müller, 1995–1996
Hans Wöbse, 1996–1997
Utz Claassen, 1997
Martin Kind, 1997–2005
Götz von Fromberg, 2005–2006
Martin Kind, seit 2006

Wenn nun so mancher user sich nur mit dem Verein identifizieren kann,
der auch seine Stadt repräsentiert und eben nicht ein "auswärtiger" Investor,
dann geht das voll ok.
Ich habe zu all den aufgezählten Bossen nur ganz vereinzelt aufgeschaut -
Präsi hin - Investor her.

Ich bin ja in einigen Dingen aweng - äh - altmodisch, aber so verpeilt,
dass ich daran glaube nur mit einer Mannschaft aus lauter Peter Anders'en
im Profifußball konkurrieren zu können, dann doch nicht - im Leben nich ...

Heute kauft sich jede Stadt ihre Riegen zusammen, Metropole, wie z.B. München, Mailand,
Rom, Barcelona, Madrid und Paris kommen ohne """Söldner""" nicht zurecht,
wie soll das denn bei "Beschaulich Hannover" und "Schwarzwald Freiburg" anders gehen,
oder sind Cissé und die Georgier-Fraktion, alle in der Breisgau getauft worden.
Jeder nach seinen Möglichkeiten/Eitelkeiten.

Leider kommt bei uns immo der Verdacht auf, es gäbe überhaupt keine Eitelkeiten.
Jeder der kohletechnisch einen raushauen könnte, scheint nen fetten Igel in der Hosentasche zu haben.
Die Zeit läuft, aber mancher beruhigt sich ja, in der Annahme, dass es bald losgeht ...
"wenn die Sahnestücke und Schnapper vergriffen sind", der Markt sich abgekühlt hat.
Dann sind zwar weiterhin die Preise heiß,
aber ob einem dann so richtig warm ums Herz wird ?
Hoffentlich nicht die dauergenannten Ergänzungsgranaten ...
als ob wir da nicht schon fürstlich aufgestellt sind.

Man nehme sich willkürlich einen Erstligaverein und wird schnell feststellen,
dass Eigengewächse eher selten anzutreffen sind, aber Kenner wissen dies.
Das wird zwar angestrebt, aber es klappt nur selten.
Da locken dann doch gewisse Dinge und obwohl die Bengels noch grün hinter den Löffeln sind,
wenn einer mit Knete droht, dann sind se schnell über alle Berge.
Die tollen Berater wollen ja schließlich auch nicht darben.
Jedoch wer weiß, wie man selber handeln würde ?

Wir werden diese fragwürdige Entwicklung nicht stoppen - sie ist krank, schwer krank.
Vielleicht hat der ganze irre Spuk erst ein Ende, wenn das Gebilde zusammenkracht.
Daran gearbeitet wird ja an allen Ecken, scheint mir.
Neymar 222 - wo war da Financial Fairplay?
Das passt doch genau so zusammen, wie ein Schwein aufs Sofa.

Ich würde so einen Crash locker aushalten,
weil so richtig macht mir das schon länger keinen Spaß mehr,
bin allerdings selbst nicht klar und konsequent genug.
Schließlich habe ich Sky, kauf' mal ein im Fanshop und manchmal sitz' ich gar im Stadion,
lutsch dabei ne lasche Wurscht und quäle mir die Plörre rein.

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Schlau drauf ? Find' ich prima


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 14:41 

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Bock? Ist der nicht von Freises verhauen worden? Wo sind die eigentlich, wenn man sie mal braucht... :mrgreen:

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„Und Sie, Herr Lienen, haben Sie früher auch mal Fußball gespielt?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 14:48 
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Du meinst die „Schlacht am kalten Büfett“? Der Automatenkönig schüttete doch Bocks Ehefrau Suppe in den Ausschnitt?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 14:51 

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Lies mal http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13520268.html

das waren noch schöne Zeiten... hoher Unterhaltungswert und viel Menschliches dabei... :mrgreen:
Heute ist nur noch kalt und emotionsfrei.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 14:53 
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Kuhburger hat geschrieben:
Bock? Ist der nicht von Freises verhauen worden? Wo sind die eigentlich, wenn man sie mal braucht... :mrgreen:


Früher war deutlich mehr los auf den MV :dance: . An Stumpen-Henze und Böckchen kann ich mich auch noch gut erinnern. Da wanderte auch schon mal ein Scheinchen direkt von des Präsis Tasche in die des Protagonisten XY. Kurze Dienstwege halt :wink: . Mit Neymar ist das ja auch nicht anders gelaufen. Also haben sich nur die Summen verändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 14:57 
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:laugh:

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 15:22 
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Pralino hat geschrieben:
manchmal sitz' ich gar im Stadion,
lutsch dabei ne lasche Wurscht und quäle mir die Plörre rein.


Musst mal bei modernen Zahnärzten schauen, Pralino, zahntechnisch ist heute ne Menge mehr möglich. :wink2:

Ansonsten sind das auch meine Erinnerungen, hier waren immer die größten Chaoten am Werk.
Vielleicht ist es das, vielleicht auch das grundsätzliche Misstrauen gegenüber den heutigen Machern. Mir ist diese ganze Diskussion mit viel zu wenig Zuversicht verbunden.
Ich versuche solche Veränderungen mit vielleicht zu großem Optimismus zu betrachten. Ich habe mich festgelegt und unterstelle Herrn Kind keine bösen oder gierigen Absichten. Der hat sich einfach auf die Fahne geschrieben, diesen Club auf gesunde Füße zu stellen und dann abzutreten und das in seiner Art Weltanschaung. Das läuft jetzt ein wenig aus dem Ruder, weil er sich auf den letzten Metern nicht mehr ans Bein pinkeln lassen will, ...................vielleicht würde ich es genauso machen, keine Ahnung.
Hier wurde öfter gefragt, waum er das macht, was ist sein Ansporn, sein Ziel?
Das wird natürlich keiner, ausser er selbst. korrekt beantworten können. Aber der Mann ist auch ein Mensch in einem sozialen Umfeld, sozusagen einem Verein ohne formeller Mitgliedschaft. Diese Strukturen lassen es gar nicht zu, dass Martin Kind sich irgendwie an Hannover 96 bereichert. Dieser Typ ist ein erfolgreicher Geschäftmann und er möchte das an seinem Spielzeug noch einmal beweisen, auch ohne daran zu verdienen und schon mal gar nicht von allen am Ende schräg angeschaut zu werden.

Das ist jetzt meine Weltanschauung, ich wünsche ein schönes Wochenende. :hallo:


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 15:35 
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Pralino hat geschrieben:
Ferdinand Bock, 1967–1976
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Dieter Braun, 1993–1995
Klaus-Dieter Müller, 1995–1996
Hans Wöbse, 1996–1997
Utz Claassen, 1997
Martin Kind, 1997–2005
Götz von Fromberg, 2005–2006
Martin Kind, seit 2006



In meinem Gedächtnis kommt auch noch Alfred Strothe vor und zwar müßte das von 62 bis 71 gewesen sein. Das würde sich dann mit dem Bock überschneiden. Von den Bocks habe ich übrigens keinen als Präsidenten in Erinnerung. Da kann man mal sehen. Ich vermute, Du hast gegoogelt und liege da falsch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 19:03 

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Kuhburger hat geschrieben:
Das ist doch wohl sehr fraglich: Wie repräsentieren die denn den Verein?

Sie stehen im Namen des Vereins in der Öffentlichkeit und man assoziiert sie durch das ständige Tragen der 96-Trikots am ehesten mit dem Verein. Wenn ich dich jetzt fragen würde wer ein "Gesicht" von Hannover 96 ist, dann würde wohl kaum Uwe Krause, Jürgen Dierich, Stefan Mertesacker, Ralf Wassmann oder gar Martin Kind als Vorstandsvorsitzender kommen, sondern eher Spieler wie Waldemar Anton, Salif Sane oder Niclas Füllkrug.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 19:25 

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Böcke:
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und Ferdi der Fußball-Bock


.... nach den frischen Ereignissen aus Burnley - bei mir; nur noch 0-Bock.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 19:58 
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heiwosch hat geschrieben:
Aber der Mann ist auch ein Mensch in einem sozialen Umfeld, sozusagen einem Verein ohne formeller Mitgliedschaft. Diese Strukturen lassen es gar nicht zu, dass Martin Kind sich irgendwie an Hannover 96 bereichert. Dieser Typ ist ein erfolgreicher Geschäftmann und er möchte das an seinem Spielzeug noch einmal beweisen, auch ohne daran zu verdienen und schon mal gar nicht von allen am Ende schräg angeschaut zu werden.


Vielleicht ist es genau anders herum und sein "soziales Umfeld" erwartet das er ordentlich Rendite macht. In manchen Kreisen erwartet man einen ehrlichen Umgang untereinander, in anderen Hilfsbereitschaft etc., aber in manchen auch das austricksen von Systemen. Und das nicht nur beim Pokern :wink: Hab da so Erlebnisse mit Wirtschaftsbossen und Politikern gehabt, die lassen mich schon am Guten im Menschen zweifeln. Schließlich sitzt das Hemd doch immer näher als die Jacke. :oldman:

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 21:32 
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Meine Hand würde ich für mein Gefühl auch nicht ins Feuer legen. :mrgreen:
Aber alles, was ich in letzten Jahren von/über Martin Kind wahrgenommen habe, läßt einen Ausdruck wie "Heuschrecke" nicht zu. Und beim eventuellen Abseits, .... immer für den Stürmer, in diesem Fall für den, der das Heft in die Hand genommen hat. Ich werde das weiter mit einer positiven Haltung beobachten. Der Mann macht viele Fehler, keine Frage, aber die machen alle Menschen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 05.08.2017 22:18 
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RoterKlaus hat geschrieben:
Pralino hat geschrieben:
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Utz Claassen, 1997
Martin Kind, 1997–2005
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Martin Kind, seit 2006



Pralino, alter Haudegen! Musse mir wirklich das Wochenende verderben? Samma! Also wirklich, woll? :wink:

Wenn ich dieses Gruselkabinett aus profilneurotischen Narzissten sehe, läuft mir immer noch ein eiskalter Schauer über den Rücken. In diesem Punkt musste und muss ich dem Kind wirklich Recht geben. Hannover 96 war in der langen Zeit bis zur faktischen Insolvenz schlicht und ergreifend tatsächlich ein „Scheißverein“.

Wenn man sich mal so die (hell-)blau-Pause der Münchener Löwen in den Jahren bis zu dem jetzt erfolgten Absturz mit den dort erfolgten Wechsel-Orgien in der Vereinsführung daneben legt, wird man gewisse Parallelen nicht verleugnen können, einschließlich des Versuchs von Oligarchen, den lukrativen Profi-Fußball aus den Fängen der Vereinseitlen zu befreien und zum eigenen Profit zu nutzen.

Aber Vereine sind nun mal kulturelle und gesellschaftliche Identitätsstifter. Das ist eben auch sehr viel gesellschaftliches Spiegelbild innerhalb der Vereine zu beobachten. Vereine sind aber keineswegs ein piefiges Relikt aus alten Zeiten. Auch wenn der Profi-Fußball in heutigen Zeiten wirtschaftlich den Vereinsgedanken längst völlig sprengt, so muss der Boden, in dem‘s Janze wächst, immer noch der Boden bleiben. Das Fußball-Konstrukt, in welchen Rechtsformen auch immer, muss an seinen Wurzeln bleiben. Sonst verrotten die Wurzeln und die Pflanze kann nur aus Plastik überleben.

Für mich stellt sich immer wieder die Frage: Wen oder was soll ich eigentlich zukünftig realistisch anfeuern? Mit was soll ich mitfiebern? Die regionale „Marke 96“? Ich habe noch nie eine Marke angefeuert und ich werde das auch nicht tun. Etwas Beliebiges, Auswechselbares wie eine Marke? Echt getze? Die Zahl 96 hat doch für das Kindische Konstrukt überhaupt keine Existenzberechtigung. Dann plädiere ich doch eher fürs Umbenennen in Hannover 97, womit die Kindische Machtübernahme doch perfekt dokumentiert wäre.

Dann bräuchte man wenigstens über Tradition nicht mehr zu reden.

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Half of the people can be part right all of the time. Some people can be all right part of the time. But all the people can´t be all right all of the time.
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I let you be in my dreams if I can be in yours.
I said that. (Dylan)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 06.08.2017 00:11 
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genius4u hat geschrieben:
In manchen Kreisen erwartet man einen ehrlichen Umgang untereinander, in anderen Hilfsbereitschaft etc., aber in manchen auch das austricksen von Systemen. Und das nicht nur beim Pokern :wink: Hab da so Erlebnisse mit Wirtschaftsbossen und Politikern gehabt, die lassen mich schon am Guten im Menschen zweifeln.



Ich habe aus nächster Nähe miterlebt, wie sich in den 90er Jahren die Hörgerätefirmen ihre Cläims gesichert haben. Das ist mir in letzter Zeit wieder bewußt geworden.
Und mit 96 hatte die Firma Kind ja ein bundesweit bekanntes Produkt. Es wurde also nicht nur 96 geholfen. Ich weiß nicht, ob die Firma Kind sich ohne 96 so auf dem Markt durchgesetzt hätte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 06.08.2017 12:32 
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RoterKlaus hat geschrieben:
genius4u hat geschrieben:
In manchen Kreisen erwartet man einen ehrlichen Umgang untereinander, in anderen Hilfsbereitschaft etc., aber in manchen auch das austricksen von Systemen. Und das nicht nur beim Pokern :wink: Hab da so Erlebnisse mit Wirtschaftsbossen und Politikern gehabt, die lassen mich schon am Guten im Menschen zweifeln.



Ich habe aus nächster Nähe miterlebt, wie sich in den 90er Jahren die Hörgerätefirmen ihre Cläims gesichert haben. Das ist mir in letzter Zeit wieder bewußt geworden.
Und mit 96 hatte die Firma Kind ja ein bundesweit bekanntes Produkt. Es wurde also nicht nur 96 geholfen. Ich weiß nicht, ob die Firma Kind sich ohne 96 so auf dem Markt durchgesetzt hätte.


Schädlich war die Machtübernahme durch MK für die Hörgerätefirma mit Sicherheit nicht. Mit welchen Summen hat die Firma nochmal genau Hannover 96 gefördert bzw. untersützt?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 06.08.2017 13:11 
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genius4u hat geschrieben:
Schädlich war die Machtübernahme durch MK für die Hörgerätefirma mit Sicherheit nicht. Mit welchen Summen hat die Firma nochmal genau Hannover 96 gefördert bzw. untersützt?

Der große Förderer war und ist doch MK. Und er hat meist die S&S oder die KGaA gefördert. Sein Fördereifer für den e.V. ist bescheidener.

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„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“

Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 06.08.2017 16:07 
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Moin,
El_inus hat geschrieben:
Kuhburger hat geschrieben:
Das ist doch wohl sehr fraglich: Wie repräsentieren die denn den Verein?

Sie stehen im Namen des Vereins in der Öffentlichkeit und man assoziiert sie durch das ständige Tragen der 96-Trikots am ehesten mit dem Verein. Wenn ich dich jetzt fragen würde wer ein "Gesicht" von Hannover 96 ist, dann würde wohl kaum Uwe Krause, Jürgen Dierich, Stefan Mertesacker, Ralf Wassmann oder gar Martin Kind als Vorstandsvorsitzender kommen, sondern eher Spieler wie Waldemar Anton, Salif Sane oder Niclas Füllkrug.

die jetzige Truppe repräsentiert ja nicht mehr den "Verein", sondern ist eine private Söldnertruppe der Eigentümer Kind, Rossmann und Co.
Wie Du das Konstrukt auch immer nennen möchtest ist egal, aber bestimmt nicht mehr Verein im herkömmlichen Sinn.
Ein Verein ist ein gemeinnütziges Konstrukt mit Mitgliedern etc.
Wo ist das bei dem Konstrukt S&S/KGaA von Martin Kind und Co. noch gegeben.???

Der Verein, der ehemals von der Truppe repräsentiert wurde ist seit kurzem komplett ausgebootet, raus aus der Nummer.
Der Präsi hat mit Hilfe seiner "Kumpels" die Truppe an sich selber verkauft.

So ist das, nicht mehr und nicht weniger.

Da soll ich jetzt hinterher laufen und Hurra 96 schreien.???

LG
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 06.08.2017 18:40 
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Hirni, die Frage kannst du dir nur selber beantworten.

Ich bin mir bewusst, dass ich ein "Verhältnis" mit Hannover 96 aufgebaut habe, weil ich in dieser Stadt geboren wurde und mich für Fußball interessiere. Wäre ich woanders zur Welt gekommen, wäre es eine anderer Club. Mich interessiert das Drumherum um die Elf und ich lebe an Spieltagen meine Emotionen über die Mannschaft aus und wenn ich ehrlich bin, hat mich der Verein als gängige Gesellschaftsform dabei nie groß interessiert. Man sagt halt Verein dazu und gut ist.

Hirni, was du als Söldnertruppe eines Herrn Kind bezeichnest, ist im Augenblick eine hannöversche Söldnertruppe des Vereins. Warum also jetzt auf einmal so verkrampft?

Ich habe damit keine Probleme, weil ich glaube verstanden zu haben, dass dieser Profifußball als Ebene des puren Kapitalismus vielleicht heute einfach eine neue Struktur benötigt. Man muss im Thread, Wünsche, Hoffnungen und Dingesbummens einfach nur mitlesen, wie groß die Unzufriedenheit bei einigen ist, weil hier kein/e Kracher gekauft wird/werden, ........... ist jetzt aber auch egal. Herr Kind hat sich für einen Alleingang entschieden und muss jetzt schauen, wie er bei seinem Modell von Hannover 96 mit der großen Unzufriedenheit vieler Fans klar kommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 07.08.2017 10:35 
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Alles schön und gut - aber Recht muss doch recht bleiben. Letztendlich hat Martin Kind für einen Appel und ein Ei (im Vergleich zu heute gezahlten Summen) den Profifußball erworben. Der VFB Stuttgart hat für 10% Anteile 40 Mio. Euro bekommen. 40 Mio.!

Und als Vereinszugehöriger würde ich mich einfach im Moment total betrogen fühlen.
Sicherlich hat Kind viel geleistet. Und er begründet seine Förderung des Vereins ja auch mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Und das ist auch fair. ABER: Wenn er jetzt argumentiert, dass der Verein ja pleite war und er daher die Summen zum verkauf aufruft, die damals angemessen waren, hat er den Verein ja doch nicht gefördert, sondern sich nur selbst Werte geschaffen.

Ich verstehe, dass Martin Kind die Musik bezahlen und damit bestimmen möchte. Und im modernen Fußball kann das sogar richtig und wichtig sein. Aber den Verein so über den Tisch zu ziehen, muss das Gerechtigkeitsempfinden doch stören! Wenn der dem Verein jährlich ne Million Euro für die Markenrechte überweisen würde, würde ich ja nicht mal was sagen... Aber so? 12.750 Euro für 51%? Ich bitte Dich!

Bei Stuttgart wären das 200 Mio Euro...


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 Betreff des Beitrags: Re: Hannover ohne 96?
BeitragVerfasst: 07.08.2017 16:28 
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Herr Kind hat ja nicht vor, sich hier als Investor zu verankern.
Diese Anteile, die da im Augenblick für ein paar Euro verschoben werden, sollen doch dann die sein, die von Interessierten für richtiges Gold erworben werden können und mit dem dann auch gewirtschaftet werden kann.
Dieser Schritt, den Stuttgart mit Daimler schon gemacht hat, erfolgt doch bei uns noch.

Oder befinde ich mich da auf dem Holzweg?


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