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 1998 - die wahre Geschichte und Kinds Verdienste Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Re: 1998 - die wahre Geschichte und Kinds Verdienste
BeitragVerfasst: 03.05.2018 12:47 

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Ich würde das nicht so ausdrücken und sehe es eher so:

Martin Kind hat als Kapitän das Schiff geführt. Das Schiff allerdings gab es schon. :wink:

Ein anderes prominentes Beispiel ist Carsten Maschmeyer. Der wäre nie so reich geworden ohne die Heerscharen seiner Verkäufer (und ohne Bestechung und Korruption).

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 Betreff des Beitrags: Re: 1998 - die wahre Geschichte und Kinds Verdienste
BeitragVerfasst: 06.05.2018 13:18 

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1999 - Die Ausgliederung der Profi-Abteilung nebst Jugendmannschaften

Die erste Frage, die sich stellt:

Warum wurde überhaupt ausgegliedert?
Der Verein war auf einem guten Weg zur Gesundung. Sportlich war man erfolgreich. Es war abzusehen, dass der Verein erhaltene Darlehen würde zurückzahlen können, insbesondere wenn der Weg der bis hierhin sehr guten Jugendarbeit fortgesetzt würde.

Hier sei angemerkt, dass es damals eine bundesweite Diskussion darüber gab, ob Vereine überhaupt die geeignete Organisationsform für das Bundesligageschäft seien. Würden mögliche enorme Gewinne nicht etwa zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen? - Diese Frage wurde kürzlich vom BGH abschließend beantwortet: Nein, kein Problem!

Wie auch immer, die Ausgliederung kam auf die Tagesordnung und die Mehrheit der Mitglieder stimmten der Ausgliederung zu. Diese Zustimmung wurde mit der Zusage seitens Kind erkauft: Der Verein würde immer die Stimmrechtsmehrheit an der ausgegliederten Abteilung behalten.

Und nun ergibt sich die zweite Frage:

Warum wurde neben der KGaA die Management GmbH installiert? - Um dass Versprechen zu halten (Stimmrechtsmehrheit) war diese Gesellschaft nicht notwendig!

Tatsächlich wurden bereits bei Gründung der KGaA die Beteiligungsverhältnisse zu ungunsten des Vereins angelegt: 51% bei der S&S gegenüber 49% beim Verein.

Die Management jedoch befand sich zu 100% im Besitz des Vereins. Sie war das Feigenblatt mit dem Stimmrechtsmehrheit im Sinne der 50+1-Regel demonstriert werden sollte.

Bereits das ursprüngliche Beteiligungsverhältnis in der KGaA war kein Konstruktionsfehler sondern ein gezielter Versuch festzustellen, wieweit die Auslegung der 50+1-Regel dehnbar war. Strenggenommen hatte der Verein in der KGaA damit keine Stimmrechtsmehrheit mehr und diesen Verlust lediglich gegen die Berechtigung eingetauscht, die Geschäftsführung der KGaA zu bestimmen; dies war der einzige Gesellschaftszweck der Management GmbH. Die DFL ließ dies entgegen von (späteren) Gutachten, die hier einen Verstoß gegen 50+1 sahen, durchgehen. Das "Hannover-Modell" war geboren.

Ich glaube wir sind uns einig, dass ab diesem Zeitpunkt die 50+1-Regel in Hannover nicht mehr gelebt wurde.

Und dass wiederum legt den zwingenden Schluss nahe, dass eben dies beabsichtigt war, denn es hätte auch anders gehen können:

Stimmrechtsverteilung in der KGaA: 51% Verein zu 49% S&S. Das wäre exakt die Anforderung der 50+1-Regel gewesen. Zusätzliche Geldmittel durch Investoren wären durch Ausgabe stimmrechtsloser Aktien (Vorzugsaktien) vereinnahmt worden, die einen höheren Dividendenanspruch begründet hätten.

Damit dürfte die Frage beantwortet sein, worum es bei der Ausgliederung der Profi- und Jugendabteilung Fußball eigentlich ging. - Es ging darum, Vereinsvermögen in Privathand zu überführen und dies so gut wie und so lange wie möglich nach aussen zu verschleiern.

Das entlarvt Bekenntnisse zur Region und zum Verein Hannover 96 als substanzloses Geschwafel, welches nur dem Zweck diente, aufkeimende Kritik zu verhindern.

Mit der Ausgliederung in die KGaA und die Vorschaltung des 50+1-Feigenblatts Management GmbH begann die Zeit der Lügen, die sich bis heute fortsetzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: 1998 - die wahre Geschichte und Kinds Verdienste
BeitragVerfasst: 15.05.2018 09:13 

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Ich habe lange nachgedacht darüber, welches Fazit ich persönlich ziehe. Dies ist meine aktuelle Schlussfolgerung:

Mit der Amtsübernahme des Vereinsvorsitzes hat Martin Kind Stabilität und Ruhe in den Verein gebracht. Der Verein erhielt 2,7 Mio DM von der S&S für die Markenrechte und hatte dafür eine Rückkaufoption. Weitere Mittel erhielt der Verein wohl durch rückzahlbare (und zurück gezahlte) Darlehn. Eine Förderung im DFL-Sinne habe ich in diesem Zeitraum nicht gefunden.

Davon abgesehen begann der Verein sich zu entschulden durch sportlichen Erfolg und damit verbunden höheren Einnahmen (Zuschauereinnahmen Liga + Pokal, Werbepartner). Auch wurden Transfererlöse erzielt. Diese Seite der Gesundung des Vereins ist Martin Kind nur bedingt zuzurechnen - er war Teil des Vereins, der diese Leistung erbrachte, aber er war nicht der Erbringer der Leistung. Das waren die die damals sportlich Verantwortlichen zusammen mit der Mannschaft und dem gesamten Team drumrum.

Mit dem Aufstieg in die Liga 2 kamen die TV-Gelder hinzu. Dies ist nach meiner Auffassung der späteste Zeitpunkt, an dem Martin Kind sich offenbar entschloß aus seinem "Hobby" ein Geschäft zu machen. Als gewiefter Kaufmann erkannte er die Möglichlichkeiten, die in diesen Garantieeinnahmen lagen. Ferner war zu erwarten, dass die TV-Einnahmen über die Jahre steigen und ein immer wichtigerer Teil des Umsatzes eines "Wirtschaftsunternehmens Fußball" werden würde.

Das Geschäft war klar:

Würde Liga 1 erreicht, dann würde man an TV-Einnahmen Gelder einnehmen, die ein return of investment geradezu garantieren würde... und richtig: Heute nimmt die KGaA an TV-Geldern im Jahr mehr ein, als die "Investoren" der S&S jemals in 20 Jahren in das Geschäft gesteckt haben.

- Das sieht jeder, der nicht auf den Trick reinfällt, wenn die S&S durch die KGaA verdiente Gewinne wieder ins Geschäft steckt und Martin Kind das anschließend als "Förderung" verkauft... :wink: Was an sich schon Blödsinn ist, weil diese zurückfliessenden Gelder für gewöhnlich verzinsliche Darlehn sind.

Also spätestens ab 1999 muss Martin Kind den Entschluß gefasst haben:

Vereinsmeierei ist Scheisse - da reden ihm zu viele Leute mit. Es muss eine Struktur her, die er besser - als Alleinherrscher - steuern kann.

Und tatsächlich wurde damals die Struktur Verein-KGaA-Management GmbH-S&S aufgebaut bzw. untereinander verknüpft.

Die nun folgende Phase ist gekennzeichnet von sportlichen Erfolg (Liga 1, später + EL) bei gleichzeitiger Machtkonzentration bei Martin Kind. Auch die Gesellschafterstruktur wurde durch Ausscheiden von Alpha-Tieren (Maschmeyer, Meyer) bereinigt. Im Verein wurden neue Sparten aufgebaut, die in der Folge die Hausmacht Martin Kinds bei den Mitgliederversammlungen wurden; - mithin wurde die Fußballabteilung vereinsintern "entmachtet".

Diese Phase ist ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man einfach nur Fußball sehen will... dann merkt man am Ende zu spät, dass da etwas gewaltig aus dem Ruder läuft - jedenfalls aus Sicht des Vereins. :wink: Mea culpa, so ging es mir, wie vermutlich sehr vielen anderen. - So mancher bis heute...

Heute stellt sich mir die Geschichte so dar:

Martin Kind hat in seinen ersten zwei Jahren durchaus segensreich für den Verein gewirkt.

Erst nach der Ausgliederung 1999 floß Investorengeld in die Spielbetriebs-KGaA (was früher der Verein war). Mit diesem Geld wurde die KGaA in der Bundesliga etabliert. Die KGaA begann innerhalb weniger Jahre Gewinne zu erwirtschaften und stand ab da auf eigenen Füssen. 13 Mio Investorengeld standen dann erwirtschaftete Gewinne von rund 24 Mio gegenüber.

Martin Kind hat aus - vergleichsweise - wenig viel gemacht.

Nur der Verein ist nun nicht mehr dabei.

Für den reinen Fußballbetrachter ist Martin Kinds Wirken nach 1999 durchaus positiv zu bewerten. Und damit hat Martin Kind aus seiner Sicht alles richtig gemacht. Andere als Kunden/Konsumenten will er ja auch nicht.

Für das Vereinsmitglied jedoch stellt sich die Sache anders dar, auch jene für die Leidenschaft und Verein zusammen gehören zähle ich jetzt mal dazu, für diese Leute - und ich gehöre dazu - ist Martin Kinds Wirken nach 1999 mit schweren Makeln belastet.

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