Erwin_Schnabel hat geschrieben:
Ich glaube nicht mal, dass es sich lohnt. Zehn Öre weniger pro Karte würde imho 5.000 Zuschauer mehr ziehen. Samt Wurst und Bier. Hm, BWLer hier, der uns das mal schnell rechnen kann? Also, ich glaube es nicht.
Bin zwar kein BWLer, habe die Sache aber trotzdem vor einigen Monaten unter verschiedenen Prämissen durchgerechnet.
Ergebnis ist, dass deine obigen Annahme sicherlich zu pauschal ist. Träfe sie dennoch zu, dann ist das jetzige Preismodell in jedem Fall besser für 96.
Als ernsthaftes Ergebnis habe ich erhalten - und damals versucht, den Herren Kind und Schnitzmeier zu verkaufen - , dass bei vernünftiger Kategorisierung der Gegner, bei besserer Differenzierung der Preise vor allem auf der West, aber auch in der Kurve, und bei gleichzeitigem mäßigem Absenken des Preisniveaus (z.B. 420 statt 465 auf der West Mitte als Referenz) folgende Effekte eingetreten wären:
1. Deutlich mehr Dauerkarten insgesamt, vor allem auch in den bisher vernachlässigten Blöcken W2, W5 z.B.
2. Weniger in die billigeren Kurven abwandernde Fans (W3--> N15 z.B.)
3. Mehr Zuschauer, die es sich beim aktuellen Preisniveau einfach nicht mehr leisten können, aber mit einem Platz in der Kurve zufrieden sind (Hauptsache dabei).
4. Wesentlich mehr Nicht-DK-Zuschauer, die auf den nicht durch DK belegten (schlechteren) Plätzen ja auch entsprechend weniger zahlen.
5. Eine gleichmäßige Stadionauslastung, weil Bayern-Fans zur Kasse gebeten werden, Rostock-Zuschauer günstig reinkommen.
6. Durch mehr Zuschauer eine bessere Stimmung, die sich vielleicht sogar auf die Mannschaft auswirkt, die andere Fans animiert, auch mal "reinzuschauen", weil da was los ist.
7. Mehr Zufriedenheit bei den Zuschauern, weil sie das Gefühl haben, einen (halbwegs) gerechten Preis zu zahlen.
8. Mehr Umsatz im Catering-Bereich.
9. Die Gesamteinnahme dürfte sicherlich nicht niedriger liegen als beim aktuellen Preismodell.
Aber wie gesagt ist das ganze natürlich eine Modellrechnung mit diversen, m.E. jedoch nicht von der Hand zu weisenden, Prämissen über das Verhalten der Fans. Da unterscheidet sich unser Ansatz von der sehr schlichten Vorgehensweise der 96-Verantwortlichen. Diese lautet: Wir brauchen x Millionen Einnahme, gehen von durchschnittlich 30.000 Zuschauern aus und müssen deshalb die Preise auf besagtem Niveau festlegen. Das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Interessant aber falsch.