Roter Bruder hat geschrieben:Habe mich im Borussia-Forum mal etwas bei den Fans umgehört. Natürlich gibt es keine einheitliche Meinung zu CH. In der Tendenz wird er aber eher positiv gesehen. Die Verfehlungen Richtung Spieler- und Trainerverpflichtungen sowie Geldvernichtung lastet man eher dem Präsi an. Er wird auch als guter und sympathischer (?) Manager mit Blick auf den Nachwuchs beschrieben, der ordentliche Arbeit abliefert, wenn ihm kein machtbesessener Chef dazwischenfunkt (!). Einig ist man sich eigentlich darin, dass CH allemal besser war als jetzt Pander. Es gibt sogar User, die uns zu der Personalie (ohne Häme) beglückwünschen.
Grundsätzlich - ohne Beurteilung der Person CH - sehe ich die geballte Konzentration der Hecking-Fraktion mit Bremser, Braunds und jetzt Hochstätter mit gemischten Gefühlen. CH ist absolut nicht mein Wunschkandidat, das habe ich gestern auch mit einer gehörigen Portion subjektiver Einschätzung deutlich geäußert. Nach einer ruhigen Nacht sehe ich es etwas gelassener und schließe mich dem Roten und Discostu an. Also: abwarten und Bier trinken. Habe ich das sinngemäß so richtig verstanden?
Gesunde Skepsis ist auch weiterhin erlaubt.
Es wundert mich nicht, dass es bei den BMG-Fans keine einheitliche Meinung zu Hochstätter gibt. Die gibt es ja bei uns zur Arbeit Kaenzigs auch nicht. Ich werde meine Bewertung daher von seinen Leistungen bei uns abhängig machen.
Der Artikel in 11 Freunde ist ja auch nicht durchgängig negativ. So wird darauf verwiesen, dass CH maßgeblich daran beteiligt war, dass BMG schuldenfrei wurde. Ich weiß, dass diese betriebswirtschaftlichen Leistungen die meisten Fans nicht interessieren, ich dagegen halte die Fähigkeit einen Klub wirtschaftlich handlungsfähig zu machen und zu halten für eminent wichtig. Dass ein hoch verschuldeter Verein wie BMG damals kein Geld für Kracher hatte, liegt nahe. CH unterlag damit den gleichen Sachzwängen wie Kaenzig. Mir scheint es fast als sei CH letztlich an einer überzogenen Erwartungshaltung des Umfelds gescheitert, wie es meiner Meinung nach auch bei Kaenzig und Vehling der Fall war.
Ich empfinde es nur als völlige Ironie wie sehr sich das Profil von Hochstätter und Kaenzig ähneln, so dass sich schon die Frage aufdrängt, warum 96 jetzt so viel Abfindung für einen Manager zahlen muss, der mitnichten erfolglos war, wie die NP nicht müde wird in jedem Artikelchen zu betonen um ihr eigenes Geschreibsel der Vergangenheit noch im Nachhinein zu rechtfertigen. Der Kader, dessen Leistungspotential auch Hochstätter zwischen Platz 8 und 12 angesiedelt sieht, ist in seiner derzeitigen Zusammenstellung nun einmal auf die Arbeit Kaenzigs zurückzuführen. Wenn CH es schaffen sollte bei gleichbleibender finanzieller Solidität den Kader so zu verstärken, dass wir schneller als Kaenzig es geplant hatte (mittelfristig =Terminus technikus für 3-5 Jahre) in höhere Tabellenregionen vorzustoßen, würde sich der Wechsel zu ihm dennoch lohnen. Das wünsche ich ihm und uns.
Die Kritik, die sich hier an der Person Hochstätters festmacht, gebührt doch MK. Er hat laut HAZ erst vor 10 Tagen- mit Vermittlungshilfe von Hecking den Kontakt zu Hochstätter geknüpft und dann offensichtlich zu dessen eigener Überraschung schon beim zweiten Treffen alles perfekt gemacht. Hochstätter in der HAZ:
"Ich bin immer wieder überrascht über die Schnellebigkeit dieses Geschäfts. Ich hatte nicht mal Zeit mir eine Krawatte umzubinden."
Wo bleiben eigentlich die eigenen Ansprüche von Martin Kind? Bei der Zusammenstellung des neuen Team sollte es keine Schnellschüsse geben. Und wo bleibt der "Hannover-Bezug"?. Alle Jahre wieder spricht er vollmundig von Ansprüchen, Zielen, Langfristigkeit, Strategien etc während er gleichzeitig die gerade noch gepriesenen langfristigen Strategien von gestern über Bord wirft und die Leute, von denen er heute sagt, sie hätten sein absolutes Vertrauen, morgen schon wieder entlässt. Gestern hieß die Devise Aufbau arbeitsteiliger Strukturen mit Doppelspitzen, ein halbes Jahr später war Alleinherrschaft mit Ämterhäufung angesagt. Erst sollte Jäggi kommen und alles machen, dann sollte der Trainer alles machen, jetzt kommen doch zwei, die die zwei alten schlicht ersetzen sollen und zumindest im Fall des Managers ein fast identisches Profil haben. Das hat doch nichts mit Strategie und Konzept zu tun!
Was bleibt uns Fans? - Fatalismus!
Was auch immer unsere Presse dazu treibt, dies nicht mal öffentlich zu hinterfragen - ich verstehe es nicht!