Ice-T hat geschrieben:Langsam aber sicher verschwinden die Bilder und Berichte über Roberts Tod sowohl von den Titelseiten der Internetmedien als auch aus dem Fernsehen.
Das macht es mir irgendwie leichter, den schrecklichen Verlust zu verarbeiten, da man nicht ständig mit bewegenden Bildern konfrontiert wird und es einem sofort die Tränen in die Augen treibt. Die vergangenen Tage waren verdammt schwierig, auch jetzt erscheint mir die Situation noch unwirklich.
Mir geht es ebenso. Am Dienstag Abend sowie Mittwoch wurde man von allen Seiten damit konfrontiert, aber ich war noch nicht in der Lage, damit umzugehen. Ich muss allerdings sehr gefasst gewirkt haben, habe nicht geweint und nicht gezittert und bin nicht in mich gegangen. Ich konnte es nicht, denn es hätte bedeutet, mich mit diesem tragischen Ereignis auseinander zu setzen. Einzig meine Gereiztheit im Büro am Mittwoch ließ auf meinen Gefühlszustand schließen, und ich war froh, dass ich um 17.00 Uhr den Locher Locher sein lassen und gehen konnte. Wohin nur? In die Stadt, zum Trauermarsch? Nein, das hätte ich nicht überstanden alleine. Also ab in den Stall, wo weder der Bauer noch das Pferdchen mit mir über Robert Enke sprechen wollten, geschweige denn jemals dessen Namen gehört haben. Mist schaufeln und Elektrozäune flicken kann sehr hilfreich sein, wenn es einem schlecht geht! Meine Mitmenschen glauben bis heute, es hätte mich nicht getroffen. Ich glaube, ich kann sehr gut verdrängen und habe immer abgewiegelt, dass sein Tod mich nicht persönlich betreffe.
Donnerstag und heute habe ich Urlaub, schon seit Wochen eingereicht, und mich gefreut mal wieder ein 96-Training zu besuchen. Denkste... stattdessen eine Kerze am Stadion angezündet und musste schleunigst wieder dort weg, ich konnte die Stimmung nicht ertragen.
Am Sonntag werde ich bei der Trauerfeier sein, aber auch ich habe Angst davor. Dass mich meine Gefühle dann doch überwältigen. Bisher bin ich weggelaufen, jetzt muss ich mich ihnen stellen. Es wird sicher sehr schwer.
Robert hat als Mensch meine größte Achtung genossen, ich durfte ihn persönlich kennen lernen und einige kurze Gespräche mit ihm führen. Als Sportler bin ich mit ihm jedoch nie warm geworden und habe ihn mit anderen Augen gesehen als die meisten hier, habe mich aber angesichts seines Status in Hannover nie darüber geäußert und werde es auch künftig nicht tun.