Komisch wo diese Zahlen herkommen, da nach unseren Informationen 96 gar keine Statistiken darüber führt und auch der ASB bei weitem nicht diese Anzahl an behandlungen hat...
Deshalb haben wir Bechersammler uns für dieses Statement entschieden:
Thema Einwegbecher im Stadion? Oder engagieren wir uns auch künftig für „Trinkbecher für Trinkwasser“?
Seit nunmehr 5 Jahren gibt es in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Sponsor TUI, dem Rote Kurve Supporters Club e. V. und der Hilfsorganisation Global Nature Funds die Aktion „Trinkbecher für Trinkwasser“ im heimischen Stadion. Dabei werden die Pfandbecher von den Stadionbesuchern nicht an den Getränkestationen zurückgegeben, sondern an eigens eingerichteten Aktionsständen von ehrenamtlichen Helfern gesammelt.
Mit der Unterstützung von TUI-Mitarbeitern und den Fans von Hannover 96 hat diese Aktion eine enorme Popularität erreicht. Seit 2009 wurden Spenden im Gesamtwert von mehr als 166.000,- € entgegen genommen.
Durch die große Spendenbereitschaft der Anhänger von Hannover 96 konnten so in den letzten Jahren eine Vielzahl von Brunnenprojekten und Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Kenia und an der Elfenbeinküste
realisiert werden. In Afrika haben durch die Spendenaktion derzeit über 26.000 Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser (
http://www.globalnature.org/Trinkwasser-Afrika" target="_blank).
Die geplante Umstellung auf Einwegbecher lässt dieses erfolgreiche Projekt hinfällig werden.
In vielen Gesprächen mit Fans, die immer gern ihre Pfandbecher gespendet haben, wurden der Unmut und das Unverständnis deutlich, den diese Entscheidung mit sich bringt.
Natürlich sehen wir auch die Problematik in der Benutzung von Mehrwegbechern, wenn diese zweckentfremdet und als Wurfgeschosse verwendet werden.
Die in der örtlichen Presse genannten Verletztenzahlen sind für uns aber nicht nachvollziehbar. Nach unserem Kenntnisstand wurde von Hannover 96 in den letzten Jahren keine Statistik über verletzte Zuschauer durch Becherwürfe geführt. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze schreibt in ihrem Jahresbericht zur Saison 2012/13 eine Gesamtverletztenzahl von 788 Personen in der 1. und 2. Bundesliga. Bei durchschnittlich 10 Verletzten pro Spiel, wie in der HAZ vom 28.03.2014 berichtet wurde, hieße das, dass im Stadion von Hannover 96 Becherwerfer für ein Fünftel aller Verletzten in deutschen Bundesligastadien verantwortlich sind.
Wir haben das Gefühl, dass bislang durchaus passende Alternativen (
http://www.duh.de/4253.html" target="_blank) nicht ausreichend geprüft worden sind. So gibt es inzwischen z. B. sicherheitsoptimierte Mehrwegbecher, deren Kanten abgerundet sind.
Einwegbecher aus Polylactid (hergestellt auf der Basis von Mais)belasten die Umwelt und die angebliche biologische Abbaubarkeit ist umstritten.
Hintergrundpapier
Hannover 96 als Bundesligaverein ist gleichzeitig auch ein Wirtschaftsunternehmen und sich als solches seiner sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion durchaus bewusst. Berge von leeren Einwegbechern in und um das heimische Stadion und höhere Kosten für ein solches System widersprechen dieser Einstellung.
Ein Umstellen auf Einwegbecher halten wir für ein völlig falsches Signal. Allein die Verfehlungen Einzelner, die im Rausch ihrer Emotionen nicht in der Lage sind, ihren Becher bei sich zu behalten, würden ursächlich für diese Entscheidung sein, die zu Lasten der Umwelt und zu Lasten jedes Stadionbesuchers geht. Ein Abschaffen der Pfandbecher hätte nicht zwangsweise die Reduktion der Becherwürfe zur Folge. Wir wünschen uns,dass der Ordnungsdienst hier noch mehr sensibilisiert wird und Mehrfachwerfer auch entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden.
Neben den erhöhten Kosten, die die Abschaffung der Pfandbecher mit sich ziehen würde, sollten wir die vielen Tausend Menschen in Kenia und an der Elfenbeinküste, die durch unser Engagement Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten haben, nicht vergessen.
Wir appellieren daher an die Verantwortlichen, vor einer endgültigen Entscheidung alle Fakten noch einmal genau zu prüfen.
Mit freundlichen Grüßen
Arbeitskreis Trinkbecher für Trinkwasser