IQ1000 hat geschrieben:
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Glaubst du allen Ernstes das ein Polizist Bock darauf hat sich am Wochenende draußen hinzustellen um angepöbelt, bespuckt, beworfen und geschlagen zu werden?
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Ja, glaube ich. Denn bei deiner passiven Darstellung bleibt es ja nicht. Die geschlossenen Polizeieinheiten sind ja bei weitem nicht so wehrlos, wie sie in der Presse mitunter dargestellt werden. Sie haben Körperpanzerung, Helme, Pfefferspray, Schlagstöcke und schwerere Einsatzmittel zur Verfügung, und ja: diese werden auch eingesetzt.
Die BePo ist im Schnitt nur wenig älter als "das polizeiliche Gegenüber" und unterliegt den gleichen gruppendynamischen Prozessen. Dazu kommt die Uniformiertheit und die Vermummung sowie der Drang, das gelernte auch umsetzen zu dürfen. Die eine Gruppe an jungen Männern stützt sich nunmal auf das staatliche Gewaltmonopol, die andere Gruppe nicht.
Ich selber habe mal nach einem 96-Auswärtsspiel eine Gruppe von Bereitschaftspolizisten (In zivil und Freizeit) gesehen, die am Kröpcke Fans angegriffen hat, mutmaßlich da betrunken. Eine Polizeistreife die vorbei fuhr, schaute auch nur aus dem Fenster und erkannte die Kollegen, setzte ihre Fahrt dann umbekümmert fort.
Vor Streifenpolizisten habe ich weitaus mehr Respekt. Deren Schutz ist wahrlich geringer und sind auch weitaus häufiger Angriffen ausgesetzt.
@ 96Stefan96: Weiß du zufällig von einem einzigen Fall, wo ein Polizist tatsächlich im Private von Fußballfans bedroht wurde? Offiziell sind die Sturmhauben nämlich "Brandschutzhauben", allerdings glaube ich eher, dass die Hauben vor Strafverfolgung schützen sollen. Da bist du ein wenig auf die Propaganda von Leuten reingefallen die Eisbeine mit Namensschildern zerschnippeln um auf die Gefahren dergleichen hinzuweisen. Lebensgefährlich!
Das Ganze soll hier keineswegs der Rechtfertigung von Fans die Gewalt ausüben sein. Allerdings werden hier in den Kommentaren auch Gewaltakte der Polizei die unberechtigt sind teilweise gerechtfertigt, bzw. ihnen ein Schutz vor Strafverfolgung zugestanden. Ein Teil (!) der Gewalt an Spieltagen wird auch durch strukturelle Fehler bei der Polizei ausgelöst. (Guckt man sich allein die wahrlich unzuverlässigen Zahlen der ZIS an) Hier findet im Gegensatz zu den Fans seit Jahren keine öffentliche Selbstkritik statt, weiß man doch den Großteil der Bevölkerung und Medien ohnehin hinter sich, wenn es gegen den Menschheitsfeind und das absolute Böse geht. Da ist alles erlaubt.
Die Gesellschaft hat sich innerhalb der Debatte mittlerweile so verannt, dass Gewalttäter auf Seiten der Fans diese Spannung für sich Nutzen können und dabei die massive Bereitschaft der restlichen Fans daran teilzuhaben, wenn es gegen die Polizei geht. Siehe das Spiel gegen Freiburg, als sogar Fans die sich vorher noch untereinander gekloppt hatte, oder Fans aus dem Unterrang plötzlich die Polizei attackierte.
Dieses Feindbild kommt nicht von ungefähr und wird auch von der Polizei selbst nur zu gerne gepflegt.