Soweit ich weiß nicht. Ist m.E. auch nicht Besonderes und kommt z.T. zu haarsträubenden Schlußfolgerungen.
Beispiele?
Als sein Nachfolger wurde Tayfun Korkut vorgestellt, der zunächst die Mannschaft taktisch verwaltete und schrittweise an seine Vorstellungen anpasste. Dies bedeutete auch einen Wandel hin zu dem Fußball, den Martin Kind nun bewusst hatte sehen wollen und beinhaltete ein dominanteres Auftreten und mehr Flexibilität und Lösungen im Spiel mit dem Ball. Der Kader wurde in Ansätzen darauf hin ausgerichtet, der Trainer versuchte es umzusetzen, es funktionierte mit ein paar Schwierigkeiten gut. Der Fußball hatte spätestens in der Rückrunde 2015 nur noch sehr wenig mit dem 96 der jüngeren Vergangenheit zu tun. Doch – aus welchen Gründen auch immer – die eher zufällig einsetzende Sieglosigkeit nahm kein Ende mehr und Korkut wurde entlassen.
Zumindest mit ein wenig Distanz sollte man feststellen können, daß es eigentlich richtig gut nie funktioniert hat. In der Hinrunde wurden z.T. Spiele auf sehr glückliche Weise gewonnen. Meistens war es aber so, daß 96 eher von den anderen Mannschaften dominiert wurde, phasenweise gar an die Wand gespielt wurde, wie z.B. in Dortmund oder daheim gegen Köln.
Richtig, in der Rückrunde wurde das Spiel - zumindest zu Beginn der Rückrunde - etwas strukturierter und besser.
Die Spiele auf Schalke, gegen Mainz und in Hamburg waren an sich gut angelegt und hätten möglicherweise sogar richtungsweisend sein können.
Waren sie aber nicht, weil man einerseits wirklich Pech hatte, andererseits Korkut auch eine ganze Reihe richtig dicke Fehler unterliefen. So war das lange Festhalten am lustlosen und im Abstiegskampf überforderten Joselu ein solcher, ebenso den in der Mitte starken Briand nicht stattdessen als Mittelstürmer zu bringen, sondern auf der Außenbahn versauern zu lassen. Gleiches gilt für Kiyotake, der lange genug falsch eingesetzt wurde.
Spätestens ab Mitte der Rückrunde wurden auch die Spiele ähnlich desaströs wie die, die man nun Frontzeck anlasten möchte.
Die Leistungen der Mannschaft zuhause gegen Paderborn, Stuttgart und Hertha, sowie in Gladbach und Leverkusen waren doch geradezu unterirdisch. Insofern kann man doch nicht ernsthaft, wie in dem zitierten Artikel von einer "zufällig einsetzenden Sieglosigkeit" sprechen.
Ich gebe zu, daß ich auch (zu) lange daran geglaubt habe, lediglich Zeuge einer "Ergebniskrise" zu sein.
Nein, der Zug fuhr mit ICE-Tempo auf die Mauer zu. Es ist daher in der Tat ein wunder, daß es Frontzeck gelang, die Notbremse zu ziehen und den Abstieg zu verhindern, obwohl er an allen Ecken und Enden Korrekturen vornehmen mußte - taktisch und personell - und zudem eine psychisch völlig am Boden liegende Mannschaft für den Endspurt wieder aufrichten mußte.
Es ist für mich ein absoluter Wahnsinn, wie klein das geredet wird, nach gerade einmal 3 Monaten, auch von selbsternannten Spezialisten und Journalisten.
Wenn die Analyse von "niemalsallein" hinsichtlich der Arbeit von Korkut schon so dermaßen neben der - auch für Nichtfachmänner - erkennbaren Realität lag, warum sollten man dann glauben, sie lägen bei Frontzeck richtig?
Da wird sich im Grunde an dieser nahezu nichtssagenden Statistik entlanggehangelt, daß Frontzeck nur auf Platz 100 vom Punkteschnitt liegt.
Allein aus dieser Statistik leitet sich m.E. dieses Misstrauen her, daß man ihm die von ihm eingeforderte Zeit nicht zubilligen will, eine Mannschaft zu formen. Er ist insofern natürlich ein dankbares Opfer.
Man könnte nun einwenden, daß er mit Bielefeld und Aachen zwei Himmelfahrtskommandos in der ersten Liga hatte und mit beiden nur äußerst knapp gescheitert ist. Das interessiert aber offenbar keinen.
Man kann die Statistiken bemühen und die fehlenden Ergebnisse kritisieren, ebenso die rätselhafte Spielweise.
Nicht in Ordnung finde ich es allerdings, wenn jetzt behauptet wird, der Trainer sei faul oder arbeite gezielt auf eine Abfindung hin. Das sind Bösartigkeiten, die Herr Frontzeck so mit Sicherheit nicht verdient hat und für die es selbstverständlich auch keine Anhaltspunkte gibt.
Ich denke, Frontzeck weiß, daß es deutlich besser werden muß, und zwar zeitnah. Ich würde ihm wünschen, daß er es packt.