richtig, Holland wird aber immer wohl ein Ausbildungsland bleiben, kann mir nicht vorstellen das die holländische Liga mal ganz vorne in Europa steht.Guus hat geschrieben:Das Testoron fließt hier ja reichlich. Da möchte ich wirklich gegensteuern.
Da meine Tochter seit vielen Jahren im Mädchen bzw. den Frauenfußball aktiv ist, habe ich mich in den letzten Jahren etwas intensiver damit auseinander gesetzt. Nicht nur habe ich viele Spiele im Amateurbereich gesehen, aber regelmäßig war ich auch als Linienrichter für ihre Mannschaft aktiv. Sie spielt bei einem Verein, der Frauenfußball mit Kapitalen schreibt und im Amateurbereich eine Vorzeigefunktion hat.
Zwei Sachen möchte ich anmerken.
1: Man kann den Frauenfußball nicht 1 : 1 mit dem Männerfußball vergleichen. Dazu sind die Frauen körperlich und Mental zu unterschiedlich von den Männern gestrickt. Beim Handball, Hockey oder Tennis macht man diese Vergleiche auch nicht. Ich persönlich schaue mir beispielsweise Frauenvolleyball lieber als den Männervolleyball an, weil beim Männervolleyball kaum Ralleys sind und fast ausschließlich Smashing zu sehen ist. Übrigens: Körperlich ist noch Luft nach oben und da wird noch mehr kommen, da bin ich mir sicher. Früher haben die Mädchenmannschaften nur in Mädchenligen gespielt. Die Auswahlmannschaften, zu der meiner Tochter übrigens nicht gehört, des Vereins meiner Tochter, spielen ausschließlich in Jungenligen. Um da mithalten zu können, sind die gezwungen körperlich viel robuster zu spielen als in einer Mädchenliga. Das ist auch so beabsichtigt und möchten die Mädchen selber auch so.
2: Traditionell sind die Vereinigte Staaten, Kanada, Norwegen, Deutschland die Länder im Frauenfußball wo Frauenfußball ein hohes Ansehen hat. In den letzten Jahren allerdings hat die Entwicklung in anderen Ländern aber einen rasanten Aufschwung genommen. Die Traditionsländer im Frauenfußball sind stehen geblieben, bzw. nicht so schnell vorangekommen als die Entwicklungsländer. Und das spürt man gerade bei dieser WM, war aber auch schon bei der vergangenen EM zu spüren.
Vereine wie Barcelona und eine Reihe von englischen Vereinen haben einen rasanten Aufholjagd begonnen. Spielerinnen die früher zu norwegischen oder deutschen Vereinen gingen, weil die nur da Profifußball spielen konnten, heuern jetzt in der Englischen Premier League, beim FC Barcelona oder Olympique Lyon an. Das hängt auch teilweise mit Verpflichtungen von den Fußballverbänden zusammen. In Italien beispielsweise muss jeder Profiverein auch eine Frauenprofisparte haben. Ich meine, dass es für die englische Vereine auch irgendein Vorschrift gibt.
Das technische Niveau ist in meinen Augen meistens in Ordnung. Vor Allem bei den Vereinigten Staaten und Kanada spielen Spielerinnen, die technisch sehr gut sind. Janine Becky, Jordyn Huytema, Kadidiatou Diani oder Sakina Karchaoui (leider nicht gespielt diese WM) sind da nur einige Beispiele.
so sieht man dann wohl die Anfänge eines Top-Talent in Amsterdam oder Rotterdam um dann die Vollendung im TV von der Insel, France oder Spanien zu sehen. Ob so etwas auf Dauer immer erfolgreich bleibt da stellt sich die Frage, der unglaubliche WM Hype für Holländerinnen ist natürlich den riesigen Leistungs-Sprung in relativ kurzer Zeit geduldet. Wenn Oranje dann zur Weltspitze gehört und das normaler Alttag wird könnten auch da deutsche Verhältnisse auftreten, ich will damit sagen das national einfach hoch professioneller Spitzenfussball geboten werden muss um für Geldgeber ein Interesse zu wecken.
