Wenn viel Kapital eingesetzt wird, ist es Kapitalgebern durchaus möglich, einen Fußballclub in der ersten Liga zu etablieren, wenn sie gleichzeitig fußballerischem Sachverstand die Leitung des Unternehmens überlassen. Beispiele: Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig, mit Abstrichen VW.
Wenn wenig Kapital eingesetzt wird und die Kapitalgeber selbst die Leitung des Fußballclubs übernehmen, gelingt dies nicht. Beispiel: Hannover 96; - unterklassig auch TB Berlin und mit Abstrichen München 1860.
Das Konzept des "Hannover-Modells" darf unter der Zielsetzung einer dauerhaften Etablierung in Liga 1 als gescheitert betrachtet werden. Gelungen ist lediglich die Ausweidung eines Vereins dahingehend, dass die einzig profitable Abteilung des Vereins nunmehr der Kapitalseite gehört.
Besagte Profi (-table) Abteilung wiederum scheint für unterklassigen Fussball (3. oder 4. Liga) einigermaßen gut aufgestellt. Das einzige Problem dabei ist die Stadionfinanzierung, die allerdings durch eine Bürgschaft der Stadt Hannover abgesichert ist.
Also was haben wir?
Nun ja, die wirtschaftliche Lage des Konstrukts erscheint stabil; die des Vereins hoffentlich (nunmehr) auch.
Wir haben ein neues Stadion (wir, weil es der Stadt Hannover gehört).
Die KGaA hat ein modernes NLZ, auch wenn es klein ist.
Sportlich steht Hannover 96 in etwa da wie am Anfang der Ära Kind, woraus sich der Schluß ergibt, dass sich sportlicher Erfolg nur zu sehr geringen Anteilen aus der handelnden (sich einmischenden bzw. führenden) Kapitalseite ergibt. Sportlicher Erfolg leitet sich demzufolge fast ausschließlich aus der sportlichen Kompetenz des Führungspersonals her, was auch die derzeitige Erfolglosigkeit von Hannover 96 erklärt.
Das "Hannover-Modell" sollte ein Gegenmodell zu 50+1 werden. Darauf hat Martin Kind viel Geld und Zeit verwendet. - Tatsächlich hat es bewiesen, dass 50+1 auch ein Sicherheitsanker in sportlicher Hinsicht sein kann. - Siehe Vereine bei denen 50+1 erfolgreich gelebt und nicht wie in Hannover ausgehebelt wird.

