Kuhburger hat geschrieben:Meint Ihr eigentlich, dass Hecking die Mannschaft richtig eingestellt hat?
Ich habe Hecking hin und wieder für Entscheidungen, Maßnahmen und Sichtweisen kritisiert, die mit meiner persönlichen Auffassung von Fußball und den vielfältigen anhängigen Dingen (z. B. Umgang mit "Untergebenen" - um nur eins zu nennen) nicht zusammenpassen.
Zum Thema "Einstellung" allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm hier Versäumnisse oder falsche Vorgaben vorzuwerfen wären. Die meisten Spieler haben mehrfach in Cottbus gespielt, kennen Stadion, Publikum und Atmosphäre. Hecking hat als Spieler die völlig vergiftete Partie bei "Stromlos Cottbus" mitgemacht und wird sie wahrscheinlich nie vergessen. Er würde - so meine Sichtweise - diese Erfahrungen sogar besonders intensiv weitergeben.
Nur (und jetzt versuche ich, auch aus der Sicht eines ehemals Aktiven im kleineren Fußball, eine Erklärung zu finden) ist es oft vergeblich, das Wissen um die Schwere der Aufgabe vom Kopf bis in die Füße zu transportieren. Dort nehmen nämlich schon (aktuell und noch gar nicht ganz verarbeitet) einige andere, viel angenehmere Dinge) großen Raum ein, z. B.:
- wir haben ein Spitzenteam geschlagen, also sind wir selber eins
- die Medien und die Fans lieben uns
- bundesweit erfahren wir Wertschätzung und anerkennende Aufmerksamkeit
- wir sind eben einfach gut
- unser nächster Gegner ist Tabellenletzter
- spielerisch sind wir sowieso besser
Ich unterstelle keinem Spieler, dass er den Gegner wissentlich unterschätzt hat, aber man nimmt unbewusst einen Gang raus. Und jetzt kommt das Entscheidende: spätestens nach dem ersten Gegentor hat Dich die Realität eingeholt, aber jetzt kannst Du in den seltensten Fällen den Hebel umlegen. Die gegnerischen Spieler merken das und werden um die Prozentpunkte stärker, wie Du schwächer wirst. Es fällt das nächste Gegentor - und der Drops ist gelutscht. Auch Auswechslungen bringen meistens nichts.
Das u. a. unterscheidet uns von einem Spitzenteam, das durch spielerische Klasse oder überragende Einzelspieler so ein Ding noch drehen kann. Wobei denen das auch passiert. Sonst gäbe es - besonders deutlich erkennbar in Pokalspielen - keine überraschenden Ergebnisse. Also: alles wieder reine Kopfsache.
Was man dagegen tun kann? Keine Ahnung. Sonst wäre ich der bestbezahlte Trainer der Welt

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Da sprach der alte Häuptling der Indianer (respektive der indigenen Volksgruppe): "Wild ist der Westen, die Roten sind die Besten!" (frei nach Gus Backus, Ehren-Medizinmann vom Stamme der Roten Riesen).