Aus einem anderen Thread:
Die positiven Antworten dazu spare ich mir mal. Tja, und all die vielen Beiträge aus dem Spiel-Thread zu selektieren,...nun ja, das ist mir zu viel. Vielleicht entscheidet sich der schreibende User jetzt selbständig, wo er veröffentlichen möchte, beim Spiel oder bei den Fans.
sArnie hat geschrieben:Die Ultras sind etwas besonderes. Sie schaffen besondere Momente, besondere Stimmung und besonders viel Lautstärke. In den Reihen der Ultras sind Menschen organisiert, die einen enorm großen Teil ihres Lebens um Hannover 96 herum organisieren und viel investieren an Zeit Geld und Kreativität. Sie unterstützen so den Verein, die Mannschaft und indirekt auch Hannover. Das begeistert mich, das motiviert mich mitzumachen - nicht bei den Ultras, dazu sind meine sonstigen Lebensinhalte zu wichtig für mich - aber bei vielem, was sie tun.
Ich bin davon überzeugt, dass kein einziger Verein ohne diese "Hardcore"-Fans auch nur annähernd so viel Stimmung im eigenen Stadion schaffen könnte, wie es diese positiv verrückten Fans schaffen.
Was ich nicht mag, ist der Anspruch der Ultras, sich wegen dieser Leistungen, wegen dieser besonderen Stellung in der Fanschaft, Dinge herausnehmen zu können, die einfach nicht ins Fußballstadion gehören. Das sind in meinen Augen insbesondere Pyrotechnik, physische Gewalt, verbale Gewalt gegen Spieler, Gegner und Polizei. Hierzu ist meine Meinung klar: Das gehört nicht hierher.
Über Fritz Haarmanns "Stellenwert" im Bereich Städtewerbung kann man diskutieren -ich finde den Aufdruck auf dem Adventskalender auch geschmacklos. Doch was, außer purer Provokation soll diese Fahne überhaupt bewirken? Das ist die Frage die ich mir stelle. Pyrotechnik schafft Stimmung und das ist eines der Hauptziele der Ultras; für mich stehen dabei nur Nutzen und Risiko nicht in einem guten Verhältnis. Doch was soll eine Fahne mit dem Konterfei eines Massenmörders im Stadion? Ich verstehe es nicht.
Doch entscheidend ist - und das wird hier gerne vergessen - nicht die Frage, wie lange wurde es geduldet, sondern die Frage: Ab wann beginnt es zu stören? Ich könnte genauso darüber hinwegsehen, besser: hinweggehen, wie der Verein bisher, aber im Gegensatz zu mir kann der Verein öffentliche Aufmerksamkeit nicht einfach so ignorieren. Wenn also das Thema aufkommt, muss der verein sich stellen. Und hier ist auch eine Grenze, über die der Verein nicht gehen kann:
Spätestens, wenn Konsequenzen von Seiten der Verbände angedroht werden, muss der Verein handeln. Und diese Konsequenzen sind letztlich genau jene, die die Ultras mit schöner Regelmäßigkeit ignorieren, weil sie nur ihre eigenen Ziele sehen: Strafen kosten Geld, Zuschauergefährdung viel Geld, schlechte Publicity Zuschauer und Geld.
Was soll also diese Aufregung, dieser Boykott, weil der die Verantwortlichen Schaden vom Verein abwenden möchten? Warum bestraft man die Mannschaft mit fehlender Unterstützung, und vergrößert den Schaden so nur? Warum ist man nicht bereit zu akzeptieren, dass sich Regeln ändern und Grenzen verschieben können?
Bitte liebe Ultras, wenn es um die Unterstützung der Mannschaft geht, seid ihr die Macht! Nutzt diese Macht für die Mannschaft UND den Verein, denn beides ist untrennbar miteinander verbunden: Schadet ihr dem einen, trefft ihr auch den anderen. Bitte versucht nicht eure Unterstützung an den laxen Umgang mit Regeln zu knüpfen. Das bringt niemandem weiter. Ihr werdet den Verein nicht zwingen können, Dinge zu akzeptieren, die ihm schaden, nur um eure Vorstellungen von Unterstützung durchsetzen zu können.
Diese Einsicht vermisse ich an vielen Stellen von den Ultras. Und diese Einsicht würde letztlich genau das ausdrücken, was sich die Ultras "auf die Fahnen geschrieben haben":
ALLES FÜR DEN VEREIN HANNOVER 1896 GEBEN.
sArnie
Ach so, sArnie: super Beitrag.
Und noch ein Beitrag:
FredSchaub hat geschrieben:Hallo Foris,
war lange weg und habe mich neu angemeldet.
Ich sehe die Aktion von gestern zweischneidig. Auf der einen Seite kann ich die Aufregung
um diese Fahne nicht im geringsten nachvollziehen und warum von Vereinsseite so
ein Hype deshalb betrieben wird, weiß ich nicht.
Die Stadt Hannover wirbt und hat regelmäßig mit Herrn Haarmann geworben, sogar auf einem
Weihnachtskalender. Und es ist ja nicht so, dass die Fahne erst seit 14 Tagen geschwenkt wird, aus diesem Grund hätte ich von Vereinsseite ein deutliches Signal in Richtung DFB und Fans erwartet, nach dem Motto: Die Fahne ist ok, vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber sie bleibt, weil wir nicht alles reglementieren und verbieten müssen.
Durch ihr Verhalten was den Einsatz von Pyro etc. betrifft, haben die Ultras natürlich ihre eigene Verhandlungsposition erheblich geschwächt und mit jemandem, der dem Verein finanziell und in der öffentlichen Wahrnehmung schadet, verhandelt man halt nicht gerne bzw. stellt sich vor ihn.
Was gestern betrifft, so fand ich das deutlich übertrieben, die Mannschaft während der gesamten 90 Min nicht anzufeuern. Da stehen persönliche Befindlichkeiten über dem Spiel und der Mannschaft und da sollten sich die Ultras mal hinterfragen. Natürlich steckt hinter vielen Aktionen ein großer Aufwand, aber letztlich scheint es hier doch wohl eher um eine Selbstinzenierung zu gehen, anstatt immer und überall zum Team zu stehen. Vielleicht liegt es an der Altersstruktur dieser Gruppierungen, aber das gestern ging gar nicht.
Ich fand das alle anderen Fans das Team gut unterstützt haben, auch ohne Gesänge wie "Scheiß Eintracht Braunschweig" etc. Und es war das erste Mal, dass es keine Schmähgesänge gegenüber anderen gab, niemand wurde beleidigt.
Ich fand es schade, dass es keinen Support gab, aber habe ich das jetzt vermisst, nicht wirklich. Dann bleibt halt zuhause oder kauft Euch Sky, dann könnt ihr in Eurem Wohnzimmer Pyro zünden, singen was ihr wollt, Euch die Gästefans zum prügeln einladen und von mir aus, Fahnen mit nackten Hintern schwenken.
Der Verein muss immer im Vordergrund stehen und wenn man etwas verändern will oder auch mal gegen etwas protestieren will, dann sollte das vernünftig geschehen und nicht wie bei kleinen Kindern, denen man das Spielzeug weggenommen hat.