DRUCKMITTEL RANDALE
Inter von eigenen Hooligans erpresst
Der Skandal um das Mailänder Derby weitet sich aus. Wie heute bekannt wurde, hat eine Gruppe Inter-Hooligans ihren eigenen Verein erpresst. Clubboss Massimo Moratti sollte dafür bezahlen, dass Krawalle künftig ausbleiben. Da die Zahlung offensichtlich nicht erfolgte, randalierte die Gruppe organisiert beim Derby.
Mailand - Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 15 Randalierer, die als Anführer der Inter-"Ultras" Geld von Clubchef Moratti verlangt haben sollen, um in Zukunft auf Krawalle im Giuseppe-Meazza-Stadion zu verzichten. Das berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".
Wie der ermittelnde Staatsanwalt Fabio Roia heute erklärte, hätten Inter-Hooligans die schweren Krawalle beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen Inter und dem AC Mailand organisiert, um Moratti zum Zahlen zu bewegen.
Inter führt nach den schweren Ausschreitungen beim Derby einen Prozess gegen eigene Fans. Erstmals in Italien wird der Club als Nebenkläger im Prozess gegen vier Hooligans auftreten, die nach den Krawallen verhaftet worden waren. "Es ist wichtig, dass Inter als Nebenkläger am Prozess gegen die Hooligans teilnimmt. Dies bedeutet, dass der Club von seinen gewalttätigen Tifosi Abstand nimmt", sagte Roia.
Schiedsrichter Markus Merk hatte die Partie abgebrochen, nachdem die Randalierer Feuerwerkskörper und Gegenstände aufs Spielfeld geworfen hatten. Die Uefa hatte den Inter daraufhin zu sechs Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, davon zwei auf Bewährung, sowie einer Geldstrafe von 193.000 Euro verdonnert.