Realistisch gesehen...eine Chance wurde verspielt
Nehmen wir den derzeitigen Trend und einen kleinen Schlußverkaufseffekt nach der Urlaubszeit und nach Saisonstart bis zum ersten Heimspiel so kommen wir vielleicht auf 15.000 Karten. Damit mögen offizielle Erwartungen erfüllt sein, auch im Vergleich sieht dieses Ergebnis akzeptabel aus, aber das Potential wurde sicher nicht ausgeschöpft.
Etwas über 10.000 bisherige Dauerkartenbesitzer haben erneut einen Platz, ein gewisser Teil davon wird aber wohl auch auf günstigere Plätze als den bisherigen gewechselt sein, die Nordtribüne grüßt (sonst wäre zumindest an den Seiten dort noch nicht viel verkauft).
Über 2000 bisherige Dauerkartenbesitzer haben keine neue Karte, ein Großteil davon wird durch die Preise verprellt worden sein und hätte sicher nach der letzten Saison im West-Unterrang oder auch mit dem Halbjahres-Lock-Angebot auf der Nordtribüne etwas anderes erwartet. Da mag es auch viele geben, die sich sagen, wenn ich mag, hole ich mir Einzelkarten, aber zwischen 300 und über 400 Euro auf einmal zahlen kann oder will ich nicht (gibt ja auch keine halbjährlichen Zahlungen wie in der letzten Saison für die Sitzplätze).
Dazu gibt es 3000 bis 4000, am Ende vielleicht sogar knapp 5000 Neukunden. Das ist zwar ganz ordentlich, entspricht aber nicht einer wirklichen Sogwirkung des neuen Stadions wie z.B. bei Gladbach, auch da wäre mehr drin gewesen. Insgesamt zeigt sich auch, dass der Ansturm vor allem auf die besten Plätze (W3, W4, W14, W15) und auf die im Preis-/Leistungs-Verhältnis relativ akzeptablen Plätze der Nordtribüne ging. Andere Bereiche wie Süd oder West Seite sind zu den gegebenen Preisen einfach unverkäuflich, da fehlte die Abstufung, Süd unten hätte als ganzes auch ein Billigangebot sein müssen.
Fazit: bei einer besseren Preisgestaltung hätten vielleicht nicht nur 2000 Fans gehalten werden können, sondern auch noch 2000 bis 4000 zusätzliche gewonnen werden können. Damit wäre ein Dauerkartenverkauf von 18.000 bis 20.000 im Bereich des möglichen gewesen, was auch dem Potential entsprechen würde, nach dem wir nicht allzuweit hinter Gladbach oder dem blauen HSV liegen sollten, wobei ich Zahlen über 20.000 in Hannover nur bei einem sportlichen Höhenflug und einer in der Stadt anwachsende Begeisterung über das Stadion als Event für realistisch halten würde.