Vielleicht solltest Du auch mal Deine Quellen auf Zuverlässigkeit überprüfen.

Von "2 Komma irgendwas" steht in der SZ nix bzgl. DO und B., liegt
vielleeeeiiiiiiicht am Alter des Artikels aus der
Welt.
Hier der SZ-Artikel (kannst ja mal im FanMag verlinken

):
Hohe Schulden, kleine Gewinne
Fußballklubs müssen Finanzkraft stärken
Bonitätsanalyse der Auskunftei Creditreform zeigt mangelnde Profitabilität bei vielen Bundesligisten / Lob für Lizenzplan der DFL
Von Harald Schwarz
Frankfurt -- Die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften des deutschen Profifußballs müssen ihre Finanz- und Ertragskraft stärken. Das fordert die renommierte Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit Blick auf die Schulden von fast 700 Millionen Euro im Lizenzfußball und das wenig profitable Wirtschaften vieler Klubs.
Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat sich der Schuldenberg der Klubs in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Zugleich erzielten zuletzt lediglich 18 der 36 Vereine und Kapitalgesellschaften nach Steuern einen Gewinn; die übrigen machten zum Teil erhebliche Verluste wie zum Beispiel der gerade knapp an der Pleite vorbeigeschrammte Klub Borussia Dortmund. Ohne diesen Krisenverein erreichten die anderen 35 Bundesligisten im Schnitt laut DFL-Finanzchef Christian Müller nur eine "rosa Null".
Für Creditreform-Chef Helmut Rödl sind die Schulden und die mangelnde Profitabilität "auf Dauer ein Problem und ein unhaltbarer Zustand". Die Klubs müssten unbedingt versuchen, sich finanzielle Reserven zu schaffen, sagte Rödl im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Zusätzliche Erlöse als Voraussetzung für Gewinne ließen sich beispielsweise durch "Alternativ-Veranstaltungen" wie Musikkonzerte in den Stadien erreichen. Die Kreativität bei der Vermarktung der Klubs, etwa beim Verkauf von Fanartikeln, sei "bei weitem noch nicht ausgeschöpft". Zudem solle man der Versuchung widerstehen, das zusätzliche Geld wieder auszugeben.
"Die Klubs müssen Gewinne erzielen und diese bunkern, um ihre Finanzkraft zu stärken und die Schulden zu reduzieren", sagte Rödl. Auf der Kostenseite, also bei den Spielergehältern, sei man "ja schon schlauer geworden". Das zeigten die vielerorts gesunkenen Personalaufwendungen. Diese Strategie müsse beibehalten werden. Rödl appellierte zudem, mehr jungen deutschen Spielern eine Chance zu geben, "anstatt Riesensummen für ausländische Stars auszugeben". Dass eine solche Vorgehensweise durchaus auch sportlich funktionieren könne, zeige das Beispiel des in die 1. Liga aufgestiegenen FSV Mainz 05.
Der Creditreform-Chef erneuerte im SZ-Gespräch seine Forderung nach mehr Transparenz im Fußballgeschäft. "Das halte ich unverändert für dringend geboten", sagte er. Zwar sei es auch für Unternehmen aus anderen Branchen manchmal lästig, mehr Informationen zu veröffentlichen. Doch "am Ende des Tages" werde daran niemand in den Kontakten mit Banken vorbeikommen wegen der verschärften Eigenkapitalregeln (Basel II). "Was für die Wirtschaft heute insgesamt gilt, sollte auch für die Klubs der DFL gelten. Die Finanzkommunikation ist ein ganz wichtiger Punkt, der verbessert werden muss." Rödl unterstützt daher den Wunsch der DFL nach freiwilliger Herausgabe zusätzlicher Informationen über die "nachhaltige Geschäftsentwicklungsplanung und die Finanzplanung" durch die Klubs. Das Gleiche gelte für den Plan der DFL, ein erweitertes Lizenzierungsverfahren mit einer zusätzlichen Etappe im Herbst eines Jahres zu installieren. Ein solches Monitoring- und Check-System sei "sehr sinnvoll". Die bisherigen Fristen der Überprüfung nur einmal jährlich im Frühjahr seien "zu eng". Rödl meinte mit Blick auf die Beinahe-Pleite von Borussia Dortmund: "Was alles in zwölf Monaten passieren kann, das haben wir ja gerade erst erlebt."
Exklusiv für die Süddeutsche Zeitung hat Creditreform erneut eine Bonitätsanalyse zur Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit der 36 Vereine und Kapitalgesellschaften des Profifußballs erstellt. "In der Gesamtbetrachtung ist die Situation einen Tick stabiler als im vergangenen Jahr, wobei es bei einzelnen Klubs wie Borussia Mönchengladbach und VfB Stuttgart Bonitätsverbesserungen gibt", fasste Rödl die Untersuchung zusammen. Es gebe zwar insgesamt nicht den großen Schritt nach vorne. Doch entspreche dies auch dem Trend in der gesamten Wirtschaft.
Zu lesen ist die Analyse nach dem Vorbild einer Schulnote, wobei es bei dem Bonitätsindex von Creditreform, in den über ein Dutzend Kriterien einfließen, allerdings bereits von einer 3,0 an kritisch wird, weil das Kreditausfallrisiko steigt. Spitzenreiter in der Bonitätstabelle der 1. Bundesliga ist der FC Bayern München mit einem Wert von 1,86. Dahinter folgen Hannover 96 (1,95), Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach mit jeweils 2,08 sowie Werder Bremen mit 2,17. Anschließend gibt es ein breites Mittelfeld von Schalke 04 über den VfB Stuttgart bis zu Mainz 05 und Hansa Rostock. Kritisch ist die Lage dann bei Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin. Bei beiden steht eine Drei vor dem Komma.
Die 2. Bundesliga steht insgesamt gesehen bei der Bonität schlechter da als die 1. Liga. Spitzenreiter ist hier der 1. FC Köln mit einer Note von 1,99. Es folgen der MSV Duisburg mit 2,34 und der 1. FC Saarbrücken mit 2,46. Sieben Vereine der 2. Liga müssen sich finanziell Gedanken machen, weil sie jenseits der 3,0 eingestuft sind - dazu gehören beispielsweise Dynamo Dresden, der Karlsruher SC, Energie Cottbus, 1860 München und Rot-Weiß Oberhausen.
(SZ vom 29.3.2005)
Über die Entstehung, Zusammensetzung und Gewichtung der Einzelkomponenten beim Rating (das ja nicht nur Läden wie die Creditreform durchführen) habe ich auf der Arbeit was liegen, kann bei Interesse erfragt werden.
Richtig ist in jedem Fall: Blindes Vertrauen in Ratings bringt natürlich nichts. Als Anhaltspunkt
können sie hilfreich sein. Was man sich dabei immer fragen muss ist: Wie alt sind die Daten und wo bekommt der Analyst die Zahlen her?
DO muss Bilanzen veröffentlichen, da steht also zuverlässiges Zahlenmaterial zur Verfügung (das logischerweise noch richtig gelesen und ggf. interpretiert werden muss), aber wie sieht es bei den anderen Klubs aus?!
Dass 96 so weit oben rangiert, freut mich aber überrascht auch nicht wirklich. Die wirtschaftliche Kompetenz hat nie jemand ernsthaft bestritten (allenfalls den Mut und Visionen in der Kartenpreisgestaltung, aber das ist eine andere Baustelle...), angenehm und positiv sieht es für den FC aus, d a s hätte ich schon weniger sicher angenommen.

"...ein Beruf, der durch eine Vielzahl von Wichtigtuern, Halbgebildeten und Trunkenbolden gestraft ist."
Peter Scholl-Latour über Journalismus