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 Die Frauen und Männer mit der Pfeife Moderations-Bereich
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 Betreff des Beitrags: Die Frauen und Männer mit der Pfeife
BeitragVerfasst: 26.10.2003 22:32 

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Hi Leute,
es tut mir leid, aber ich halte diese Schiedsrichterentscheidungen nicht mehr aus. Jetzt mal ganz unabhängig davon, dass 96 andauernd beschissen wird regen mich diese roten Karten wegen Tätlichkeit auf. Sowohl die von Christiansen als auch von Meyer(ich will nicht parteiisch sein) waren doch absolut albern. Die treffen den Gegner kaum, der fällt wie vom Schlag getroffen um und es gibt Rot. Genauso war das heute bei Bochum gegen Dortmund:Kehl sah für einen vermeintlichen tritt in die sagen wir mal Weichteile Rot und traf den Gegner kaum. Hier wird Schauspielerei belohnt, aber wenn Spieler die Bänder kaputt getreten werden gibts Gelb und klare Elfmeter werden nicht gegeben(siehe Kostas im60Spiel). Wenn das so weiter geht, geh ich bald nich mehr zum Fußball und noch zum Eishockey, da gibts noch keine Schauspielerei.
Außerdem wollte ich noch einmal was zu dem Sender DSF sagen: Eure bayrische und münchner Sicht geht mir auf die Nerven, immer werden die Fehlentscheidungen zugunsten der Nordklubs und anderer Bayerngegner(HSV,96, S04...)herausgehoben und die zugunsten der "Guten" gar nicht erwähnt oder gar als richtig dargestellt.
So macht ihr Fußball kaputt
In der Hoffnung auf Besserung und Genesung von meinem Idol
euer Fan :evil:


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BeitragVerfasst: 31.10.2003 10:33 
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dass 96 im Moment ein wenig benachteiligt wird, ist klar,
aber über die Saison sagt man gleicht sich das wieder aus.

Wollen wir mal das beste hoffen. :wink:

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Neuaufbau einer echten Mannschaft!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Männer mit der Pfeife
BeitragVerfasst: 01.11.2003 22:25 
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altinlalafan hat geschrieben:
Außerdem wollte ich noch einmal was zu dem Sender DSF sagen: Eure bayrische und münchner Sicht geht mir auf die Nerven, immer werden die Fehlentscheidungen zugunsten der Nordklubs und anderer Bayerngegner(HSV,96, S04...)herausgehoben und die zugunsten der "Guten" gar nicht erwähnt oder gar als richtig dargestellt.


Keine Frage, dass im TV zuviel über die Bayern erzählt wird. Doch nur muss man auch sagen, dass heute der FC Bauern auch vom Schiri ziemlich aufs Korn genommen wurde. Vielleicht auch Spielentscheidend. Ich denke über die Saison gleicht sich alles wieder aus. Auch wir haben schon einiges an Glück gehabt mit dem Schiri.

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BeitragVerfasst: 22.11.2003 19:06 
Es würde mich mal interessieren, ob Salihamidzic im Nachhinein freigesprochen wird und was der Schiedsrichter bei der roten Karte gegen ihn (am heutigen Tage bei Spiel gegen 1860) überhaupt gesehen haben will !

Unglaublich ! :lol:


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BeitragVerfasst: 22.11.2003 20:19 
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Svennypenny hat geschrieben:
Es würde mich mal interessieren, ob Salihamidzic im Nachhinein freigesprochen wird und was der Schiedsrichter bei der roten Karte gegen ihn (am heutigen Tage bei Spiel gegen 1860) überhaupt gesehen haben will !

Unglaublich ! :lol:


Japp, das war nie im leben einen, ganz im gegesatz zu den roten karten gegen unsere Helden ....


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BeitragVerfasst: 23.11.2003 01:14 

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wenigstens ehrlich zurückgenommen von Fandel nachdem er die Fernsehbilder gesehen hatte, da musste er zugeben, dass er eine Sinnestäuschung erlebt hatte


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BeitragVerfasst: 23.11.2003 03:17 

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Aber die können ihn doch gar nicht völlig freisprechen oder? Ist es nicht so, dass man nach einer roten Karte mindestens ein Spiel aussetzen muss?


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BeitragVerfasst: 23.11.2003 13:03 
Deswegen bin ich ja so gespannt ...

... ich glaube, es wäre der erste Freispruch von einer roten Karte überhaupt, oder ?

Aber er ist fällig ... an dieser Stelle muss mit der "Tatsachenentscheidung" gebrochen werden können.
Fandel selbst hat die Vorlage dazu geliefert !

Bei Krupi ging das ja auch ... nur genau andersherum ;-)


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BeitragVerfasst: 23.11.2003 15:03 
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Mit der Brechung der Tatsachenentscheidung stellt sich nunmehr die Frage, ob da nicht ein TV Schiedsrichter hätte besser eingreifen können. Sollte die rote Karte ohne Sperre bleiben ( was korrekt wäre ) kommt doch das Thema neu zum Kochen.

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BeitragVerfasst: 23.11.2003 15:14 
Mhh ... ja, interessanter Aspekt !

Bin dagegen ! :lol:

Bin aber dafür, daß die durch den Schiedsrichter und dessen Tatsachenentscheidung geschaffene Ungerechtigkeit in einem Spiel ...

... sich nicht noch nachteilig für den Spieler und den Verein im nächsten Spiel auswirkt !

Analog dazu handelt der DFB doch schon genauso, wenn er den Fernsehbeweis bei nicht geahndeten Tätlichkeiten (auch durch Tatsachenentscheidung - wie im Fall Krupnikovic) zulässt und die hieraus entstandene Ungerechtigkeit (keine Karte) noch im Nachhinein gleichartig zu jeder anderen gegebenen roten Karte bestraft.

Ich denke, Salihamidzic wird ein Spiel bekommen ...

... und die Ankläger des DFB werden sich dabei in die Tasche lügen !


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BeitragVerfasst: 23.11.2003 15:21 
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Svennypenny hat geschrieben:
Mhh ... ja, interessanter Aspekt !

Bin dagegen ! :lol:

Bin aber dafür, daß die durch den Schiedsrichter und dessen Tatsachenentscheidung geschaffene Ungerechtigkeit in einem Spiel ...

... sich nicht noch nachteilig für den Spieler und den Verein im nächsten Spiel auswirkt !

Ich denke, Salihamidzic wird ein Spiel bekommen ...

... und die Ankläger des DFB werden sich dabei in die Tasche lügen !


Nicht unbedingt dagegen. Das Fandel völlig daneben liegt war klar und deutlich zu sehen. Mit der roten Karte beeinflusst er das Spiel sehr. Nun, gut in diesem Spiel ja nicht gerade. Allerdings würde man mit TV live Entscheiden womöglich nur am diskutieren sein und der Spieltag endet erst um 18 Uhr. Salihamidzic wird, so denke ich auch, ein Spiel Sperre bekommen.

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BeitragVerfasst: 23.11.2003 16:56 
Vgl. es mit dem American Football.

Der Trainer hat dort das Recht, strittige Entscheidungen am TV durch den Oberschiedsrichter überprüfen zu lassen.

Eine solche Regel beim Fussball wäre dessen Untergang.

Ich will keinen TV-Schiedsrichter ... aber Gerechtigkeit im Nachhinein bei allen falsch getroffenen Tatsachenentscheidungen !

Wird's wohl nicht geben ... ein Spiel Sperre für Hasan kommt garantiert dabei heraus ... vielleicht hat er ja auch schließlich kurz daran gedacht, seinen Gegenspieler zu treten ... und bloß weil der zu weit weg war, hat er dann davon Abstand genommen. ;-)

Der (unterstellte) gedankliche Ansatz zum Versuch wäre damit strafbar !

Oder auch der Versuch zur gedanklichen Vorbereitungshandlung !

Mal sehen, wie gesagt ... ich bin gespannt !


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BeitragVerfasst: 24.11.2003 16:30 
Aha ! 8)

Zitat:
Freispruch für Salihamidzic

Gute Nachrichten für den Mittelfeld-Star der Bayern, Hasan Salihamidzic: Er wird trotz seiner roten Karte im Derby gegen 1860 am Samstag nicht gesperrt. Das DFB-Sportgericht sieht von einer Strafe ab, nachdem Schiedsrichter Fandel, der den Platzverweis ausgesprochen hatte, seinen Fehler eingestand.

Salihamidzic kann deshalb am kommenden Samstag beim Heimspiel der Bayern gegen den Tabellenletzten aus Köln auflaufen.

Das Sportgericht hatte auf Antrag des DFB-Kontrollausschusses die Einstellung des Verfahrens gegen den Bosnier beschlossen. Dieser hatte im Derby am Samstag, das die Bayern mit 1:0 für sich entscheiden konnten, wegen angeblichen Nachtretens Rot gesehen. Nach einer erneuten Prüfung der TV-Bilder kam aber Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) zu dem Schluss, dass er Salihamidzic zu Unrecht des Feldes verwiesen hatte.

“Ich hatte ein Nachtreten gesehen. Jetzt weiß ich: Ich habe mich geirrt. Das habe ich auch in meinen Bericht geschrieben“, sagte Fandel direkt nach dem Studium der Fernsehbilder am Samstag. Der Mittelfeldspieler hatte sich in der 60. Spielminute einen Zweikampf mit dem "Löwen"-Verteidiger Andreas Görlitz geliefert. Der U21-Nationalspieler sah in der selben Szene Gelb-Rot wegen Haltens. Die TV-Bilder bewiesen nachträglich, dass Salihamidzic seinen Gegner nicht berührt hatte.

Während normalerweise eine Sperre von mindestens einem Spieltag nach einer roten Karte obligatorisch ist, lässt die FIFA im Falle eines "offensichtlichen Fehlentscheides des Schiedsrichters", ein solches Vorgehen zu. Es gab in der Bundesliga erst einmal einen solchen Fall: Am 10. Mai 2001 wurde der Hamburger Sergej Barbarez ebenfalls freigesprochen. Der damalige Schiedsrichter Hellmut Krug (Gelsenkirchen) glaubte im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, einen Kopfstoß von Barbarez gegen Michael Schjönberg bemerkt zu haben. Nach Analyse der Viedeoaufnahmen stellte sich dies jedoch als ein "Wahrnehmungsirrtum" des Unparteiischen heraus. Barbarez wurde freigesprochen und kam so um eine Sperre herum.


www.kicker.de


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BeitragVerfasst: 24.11.2003 17:06 
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Für mich sehr überraschende Entscheidung. Aber sehr löblich auch an Herrn Fandel für diese Aussage. Ich denke, dass er sehr fair gehandelt hat und dies kein Nachteil für ihn in dieser Fehlentscheidung sein sollte.

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BeitragVerfasst: 05.01.2004 19:23 
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Kicker.de hat geschrieben:
Die traditionelle Spieler-Umfrage - 05.01.2004 14:45
Die Leistungen der Schiedsrichter
Im Grunde genommen ist diese Umfrage ein kleiner Erfolg für die Schiedsrichter hier zu Lande. Denn vor einem Jahr meinten sogar 40,6 Prozent der Spieler, dass die Leistungen der Unparteiischen schlechter geworden sind. Vielleicht liegt es ja wirklich am vierten Schiedsrichter, der zu Beginn der vergangenen Rückrunde eingeführt wurde und der die Gemüter möglicherweise doch etwas beruhigt hat. Auf der anderen Seite sind nur 4,7 Prozent der Meinung: "Ihr seid besser geworden!" Kein Grund also nachzulassen. 28,2 Prozent enthielten sich hier der Stimme.

Das Ergebnis:

Die Leistungen der Schiedsrichter sind . . .

. . . gleich geblieben 44,5
. . . schlechter geworden 22,6
. . . besser geworden 4,7


Also für mich nicht nachvollziehbar. Persönlich werden die Leistungen ( der männlichen Schiedsrichter :wink: Gruß an friendms) von Saison zu Saison schlechter. Oder ich täusche mich, da die Medien immer genauer den Schiris auf die Finger schauen. Trotzdem: Fußball lebt von der Tatsachenentscheidung !

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BeitragVerfasst: 17.12.2004 23:22 
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HIRNFORSCHUNG

Abseitsregel überfordert Schiris

Wenn ein Linienrichter nach Meinung der Fußballfans zu Unrecht auf Abseits entscheidet, sind Pfiffe eigentlich nicht angebracht. Laut einer neuen Studie sind menschliches Hirn und Auge überhaupt nicht dazu geschaffen, eine Abseitssituation vernünftig analysieren zu können. Anhänger des Videobeweises haben nun neue Argumente.


London - "Um die Abseitsregel richtig anzuwenden, muss der Schiedsrichter fähig sein, mindestens fünf Objekte zur selben Zeit in seinem Blickfeld zu verfolgen: Zwei Spieler der angreifenden Mannschaft, die hintersten beiden Spieler der verteidigenden Mannschaft und den Ball", schrieb der spanische Arzt Francisco Belda Maruenda in der neusten Ausgabe des "British Medical Journal". Weil das menschliche Auge damit aber völlig überfordert sei, komme es immer wieder zu Fehlentscheidungen, so Maruenda.

In einem schnellen Spiel wie Fußball benötige das Auge mehrere Tausendstel Sekunden, um ein sich bewegendes Objekt zu identifizieren. In dieser Zeit könne sich ein Fußballer im Sprint etwa 70 Zentimeter bewegen und somit seine Position entscheidend verändern. Nur das Betrachten von Mitschnitten sei laut Maruenda ein zuverlässiges Mittel, umstrittene Entscheidungen objektiv zu beurteilen.

Dass die Abseitsregel, die seit 1866 besteht und die 1925 letztmalig gravierend modifiziert wurde, nach dieser Studie abgeschafft wird, darf bezweifelt werden. Doch Rufe nach dem Videobeweis werden immer lauter. Selbst bei der Uefa hat man in dieser Woche ein Komission eingesetzt, die untersuchen soll, ob technische Hilfsmittel künftig die Arbeit der Referees erleichtern könnten.

Uefa-Direktor Lars-Christer Olsson bremste im Bezug auf die Abseitsregel jedoch zu hohe Erwartungen: "Eine Kamera könnte feststellen, ob ein Ball über die Torlinie gerollt ist oder nicht. Die Technik bei jeder Abseitsentscheidung einzusetzen, würde mir allerdings Schwierigkeiten bereiten."

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DPA
Schiedsrichter-Assistent Müller (l.), Bundesliga-Profi Idrissou: Fünf Objekte gleichzeitig verfolgen


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 Betreff des Beitrags: spiegel-online
BeitragVerfasst: 05.01.2005 17:26 
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CHIP IM FUSSBALL

Nie mehr Fehlentscheidungen

Von Torsten Geiling

Im Fußball stehen womöglich einschneidende Veränderungen an. Liebgewonnene Diskussionen über Abseitsstellungen oder umstrittene Tore könnten bald passé sein. Forscher des Fraunhofer-Instituts Erlangen haben ein neuartiges Ballortungssystem entwickelt. DFB und Fifa zeigen sich bereits interessiert.

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Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
Fußball mit 3D-Ortungssystem: Digitalisierung der schönsten Nebensache

Erlangen - Die Mitarbeiter der benachbarten Unternehmen hatten lange Zeit verwundert nach oben geblickt, als sie die hüftsteifen und neonlichtbleichen Chipexperten des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen kicken sahen. Allerdings traten die international gefragten Ingenieure nicht zum Spaß gegen den Ball: Sie haben es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, die schönste Nebensache der Welt zu digitalisieren.

Mit der Entwicklung eines neuartigen, drahtlosen Ballortungssystems ist es ihnen gelungen, den Pass in eine Zukunft des Fußballs zu schlagen, in der umstrittene Schiedsrichterentscheidungen der Vergangenheit angehören und fundierte Spielanalysen Trainern, Medien und Zuschauern in Echtzeit zur Verfügung stehen.


Die Vorlage bekamen die Fraunhofer-Forscher von der Cairos Technologies AG aus Karlsbad. Deren Vorstandsvorsitzender Hartmut Braun kam mit seinem Mitaktionär Roland Stucky nach einem Altherrenfußballspiel des ATSV Mutschelbach auf die revolutionäre Idee. Denn wie jedes Wochenende Hunderttausende anderer Fußballexperten auf dem heimischen Sofa oder am Stammtisch diskutierten sie stundenlang darüber: War der Ball im Tor, der Spieler im Abseits?

Man dachte daran, Lichtschranken oder Radar einzusetzen, ehe Cairos um die Jahrtausendwende an das Fraunhofer-Institut mit der Bitte herantrat, Ball und Spieler mit Chips zu verwanzen, um deren genaue Position im dreidimensionalen Raum eines Fußballfeldes messen zu können.


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Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
Chip der Fraunhofer-Forscher: Positionen auf den Zentimeter genau

Fünf Jahre haben bis zu 60 Wissenschaftler in Erlangen gekickt und gebastelt, programmiert und gemessen: Nach ungezählten Testspielen auf dem Dach des Instituts und einem kleinen Platz nebenan sind auch erste Generalproben im Nürnberger Frankenstadion erfolgreich verlaufen. Die kleinen Sender im Ball und in den Schienbeinschonern könnten den Fußball revolutionieren.

"Die Chips erheben bis zu 2000-mal pro Sekunde die aktuellen Positionen der 22 Spieler und des Balles auf den Zentimeter genau", sagt René Dünkler vom Fraunhofer-Institut. Die Daten werden dann von bis zu zehn Antennen, die rund um den Platz angebracht sind, erfasst und an den Zentralcomputer weitergeleitet, der dort sofort die statistischen Informationen aufbereitet.

So könnten die Zuschauer in Sekundenbruchteilen erfahren, dass - dies ein fiktiver Fall - der Stuttgarter Stürmer Kevin Kuranyi den Ball in der 67. Minute von 21 auf 137 Stundenkilometer beschleunigte, ehe die Kugel im Abstand von 3,9 Zentimetern am rechten Pfosten vorbeiflog. Kuranyis Trainer Matthias Sammer könnte sich anhand der gewonnenen Zweikämpfe, der Lauffreudigkeit oder der Torschüsse überlegen, ob er den Angreifer auswechselt - zumal ein weiterer Chip im Trikot demnächst auch Informationen über die Fitness der Spieler liefern könnte.


"Interessant", sagt Sammer über das innovative Modell. Der VfB-Coach kann sich das System zur Unterstützung der Leistungsdiagnostik vorstellen, wobei er kritisch anmerkt, dass die Boulevardmedien die Daten ausschlachten und regelmäßig den faulsten Spieler küren könnten.

Dennoch hat der DFB Interesse signalisiert. "Wir arbeiten schon jetzt ständig mit Videoanalysen", sagt DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller, der in der Vielzahl neuer Daten eine sinnvolle Ergänzung zum Ausdauertraining und der Taktikschulung der Spieler sieht. Fifa-Boss Joseph Blatter zeigt sich neuer Technik ebenfalls aufgeschlossen, er erwägt Tests in offiziellen Spielen, eventuell schon beim englischen Ligapokal-Finale am 27. Februar.

Zudem könnte die Rundleder-Innovation eine Orientierungshilfe für Schiedsrichter in umstrittenen Tor- und Abseitssituationen sein. Die Männer in Schwarz sind einem immensen Druck ausgesetzt und müssen in wenigen Augenblicken mit einem Pfiff über Siege, Titel und Millionen entscheiden.

"Gerade in einer Zeit, in der sich der Fußball in der Schnelligkeit und Genauigkeit rasant weiter entwickelt, wird der Job immer anspruchsvoller", sagt Fifa-Schiedsrichter Urs Meier, der bei der WM 2002 in Asien das Halbfinale Deutschland gegen Südkorea leitete, "wenn die Technik ausgereift ist, dann sollte sie auch eingesetzt werden."

Das sieht auch der DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Striegel so: "Wenn das System hundertprozentig funktioniert, stehen wir dem als Schiedsrichter positiv gegenüber." Bei Investitionen im zweistelligen Millionenbereich ist das jedoch nur einer von vielen Schauplätzen, an denen das Hightech-Tool eingesetzt werden könnte.

Hauptabnehmer für die Daten sollen laut Cairos-Marketingchef Oliver Braun daher vor allem die Medien sein, die ihren Zuschauern, Hörern und Lesern bereits die Welt des Fußballs mit Zahlenspielereien näher bringen. "Nur mit Statistiken allein kann man Fußball aber nicht erklären. Ein Stürmer, der wenig läuft, aber zwei Tore schießt, hat trotzdem seine Rolle erfüllt", sagt Premiere-Chef Georg Kofler, "ich warne davor, solche Zahlen überzubewerten. Aber wenn sich dadurch die Analyse des Spiels verbessert, wird Premiere das Chip-System natürlich nutzen."

In anderer Form tut das der Pay-TV-Sender auch jetzt schon. Denn bei seiner Berichterstattung greift Premiere zum Großteil auf die Datenbank der Firma IMP zurück - die hat Cairos inzwischen aus der Konkursmasse des Kirch-Imperiums herausgekauft.

Sollte das 3D-Ortungs-System in naher Zukunft in allen Stadien der ersten Bundesliga eingebaut sein, so der Plan des Unternehmens, dann wäre das eigentlich nur eine Weiterführung des bisherigen Scoutings, mit dem IMP bisher unter großem personellen Aufwand alle Pässe, Schüsse und Tore eines Spieltags gezählt hat.

Während sich die Fraunhofer-Ingenieure in Erlangen langsam warm gekickt haben, könnten aber schon bald neue Herausforderungen auf sie warten. Skispringen zum Beispiel, vielleicht auch Basket-, Foot- oder Baseball, denn die US-Amerikaner gieren schon jetzt nach Statistiken, aus denen die Buchmacher dann neuartige Wetten kreieren können. Und im Golf und im Boxen steckt sowieso jede Menge Geld hinter den Schlägen.


Die Cairos AG hat zudem bereits über den Sport hinaus Interesse geweckt. "Auch Manager schauen Sport", sagt Oliver Braun. Und Fraunhofer-Forscher Dünkler fügt hinzu: "Das System ist überall dort gefragt, wo sich Objekte schnell bewegen oder leicht verloren gehen können."

Erste Tests an einem Flughafen sind bereits gelaufen. Auf der Security-Messe in Essen war die Cairos AG ebenfalls vertreten. Das System eignet sich schließlich auch für die Suche nach vermissten Personen, die Überwachung Gefangener oder die Sicherung von Gebäuden. Die Zukunft scheint mit der Revolution des Fußballs gerade erst begonnen zu haben.


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BeitragVerfasst: 06.01.2005 00:33 
✝ Unvergessen
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Vielen Dank, Vik. :wink: Diese Neuentwicklung ist sehr interessant zu wissen.

Hoffentlich geben (nicht zuletzt nach der krassen Fehlentscheidung in England) die alten Herren in FIFA, UEFA und weiteren Gremien nun endlich zu, dass moderne Technologien auch beim Fussball Eintritt kriegen sollten. :idea:

_________________
Sportliche Grüsse

Wettberger


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BeitragVerfasst: 06.01.2005 05:39 
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Bitte nicht! Diese "modernen Techniken" entmachten den Schiedsrichter und verwässern den Fussball.

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„Kriminelle haben im Fußball nichts zu suchen!"
― Uli Hoeneß


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BeitragVerfasst: 06.01.2005 19:57 
✝ Unvergessen
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Discostu hat geschrieben:
Bitte nicht! Diese "modernen Techniken" entmachten den Schiedsrichter und verwässern den Fussball.


Möchte deine Reaktion sehen, wenn du in einer 50KM-Zone von der Polizei ein Knöllchen erhällst, weil du nach deren (gefühlten :wink: ) Einschätzung 65 gefahren sein solltest. Akzeptierst du auch ohne Beanstandung oder ?

Was dies mit Entmachtung oder Verwässerung zu tun hat, ist mir ein Rätsel. Es geht nur um technische Hilfsmittel, die dazu dienen die Korrektheit eines Tores (hinter der Linie, ja oder nein) zu bestätigen oder nicht.

_________________
Sportliche Grüsse

Wettberger


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