Roter Bruder hat geschrieben:
Man kann nur hoffen, dass z. B. Kenntnisse in eben Geografie (etwa auch in Allgemeinbildung?) völlig überschätzt werden und es reicht, TikTok und Co. ohne Tastaturbeleuchtung zu finden. Irgendwie macht einen das im Hinblick auf die Zukunft nicht fröhlicher.
[/quote]
Mir kommt da eine Begegnung mit einem unserer Ausbilder und Schulungsgrößen in den Sinn.
Es muss in den frühen 80ern gewesen sein - also vor gut 40 Jahren.
Es gab weder Internet,
das wurde 1989 von Tim Berners-Lee entwickelt und 1993 öffentlich zugänglich gemacht,
noch andere puppig-leichte Möglichkeiten sich fortzubilden.
Man war auf sein Schul- Studier- und Lehrzeitwissen angewiesen und eben das,
was man sich freiwillig dazu aneignete.
Viele hatten auch ein Lexikon und wussten es zu bedienen.
Ich habe mehrere Berufe ausgeübt,
nicht weil ich so dermaßen schlau war -
nein - es war die amerikanische Philosopfie in unserem Unternehmen,
dass möglichst jeder jeden ersetzen kann in seiner Tätigkeit.
So war das durchaus anstrengend, der Arbeitgeber profitierte immens davon
aber man kam wissens- und bildungstechnisch nach vorn.
Dieser Schulungsmann - ein Großer seiner Gattung, hat mal bei uns die These geäußert:
"das heutige Abitur entspricht nix Besonderem mehr - eine solide Mittlere Reife,
aus den 60ern ist da eindeutig vorn."
Hypothetisch, ja klar,
aber heutzutage sind die Leute mit ner Matura teilweise so schlicht gestrickt,
dass "hoffnungslos unterbelichtet" noch ne Untertreibung ist.
Diese Einschätzung höre ich übrigens nicht selten, wenn wir im Garten einen Kreis bilden
und auf das Grillgut schielen.
Dabei, so Leckermäulchen, wie Berufschullehrer, Personalplanerin und einer,
der noch heute Schulungen macht, die mehrere Themen umfassen.
Da höre ich viele kritische Töne - gottlob ändert sich das Thema ins Erfreuliche,
wenn die Kau- und Schluckmuskeln der Probanden in Gang kommen.
Dann gilt das Motto:
wer zwischen Fisch und Fleisch hat, freie Wahl, dem ist die Bildung dann egal.
Ob Abi, auffem Kiez gekauft mit ein paar grünen Hunni's,
oder korrekt gemacht an einer unsrer Uni's.
Wer Hunger hat, der braucht was anne Gabel,
man hört's nur Mampfen, sonst kommt nüscht aussem Schnabel.