nocci96 hat geschrieben:Der abstiegsbedrohte Bundesligist Hannover 96 schließt die laufende Saison mit einem deutlichen Verlust von fünf Millionen Euro ab. Das gab Clubchef Martin Kind auf der Jahreshauptversammlung bekannt. «Wir haben unsere Umsatzziele nicht erreicht», sagte Kind vor 259 Mitgliedern.
Unsere sieben Gesellschafter sichern den Verlust ab, wir sind voll handlungsfähig», erklärte Kind.
http://forum.hannover96.de/viewtopic.php?t=17982
Gehört Kind auch zu den sieben Gesellschaftern?

Kind ist der Hauptgesellschafter mit dem größten Teil der Anteile.
Nachdem Maschmeyer als Gesellschafter eingestiegen war, gab es mit Kind und Maschmeyer zwei in etwa gleichstarke Hauptgesellschafter. Leider führte das aber zu einem Machtkampf zwischen beiden, weil Maschmeyer nicht nur Geld geben wollte, sondern auch Einfluss auf das Tagesgeschäft haben wollte. Er installierte daraufhin seinen Vertrauten Götz von Fromberg als Präsident des Vereins, der seinerseits versuchte, dem von Kind installierten Geschäftsführer der Profiabteilung, Vehling, ins Handwerk zu pfuschen. Vehling ließ das zwar mit stoischer Gelassenheit an sich abperlen, zog aber damit den Unmut Maschmeyers auf sich. Und Kind, der nicht gerne Konflikte von Angesicht zu Angesicht ausficht, verübelte Vehling wohl, dass er ihm von Fromberg nicht vom Hals schaffte, obwohl dieser ja formal dazu gar nicht in der Lage gewesen war, weil der Präsident vom Aufsichtsrat des Vereins gewählt werden muss. Darauf hat der Geschäftsführer der eigenständigen "Firma" Hannover 96 GmbH und Co KgaA gar keinen Einfluss. Als Fremdgeschäftsführer musste er darüberhinaus seine Rolle als Vertrauter von Kind zwangsläufig aufgeben, weil er nunmehr an die Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen gebunden war - und über deren Ausgang bestimmte damals eben nicht wie heute
ein Hauptgesellschafter, sondern mit Maschmeyer mindestens zwei.
Kind wurmte die Einflussnahme Maschmeyers enorm und vor allem der Auftritt von Frombergs war ihm ein Dorn im Auge. Aus dem Hintergrund betrieb Kind mit freundlicher Unterstützung des Mitgesellschafters Madsack und seiner Presseerzeugnisse eine Politik der Nadelstiche gegen die auch von ihm selbst miteingesetzte Führungsriege, wobei er in Kauf nahm, dass auch sein eigener Kronprinz Schaden nahm. Im Machtkampf der Eitelkeiten streuten mal Kind und mal Maschmeyer in der Presse das Gerücht, sie seien bereit "Kracher" zu finanzieren - offensichtlich ohne das damalige Management einzubeziehen, das allerdings für die Finanzen als Geschäftsführung die volle Verantwortung allein trug. Die anderen Manager (Hochstätter, Hecking, Schmadtke) waren im Gegensatz zu Kaenzig und Vehling nie haftende Geschäftsführer. Nicht durchfinanzierbare Verpflichtungen wurden von den damaligen haftenden Geschäftsführern genauso abgelehnt wie heute vom haftenden Geschäftsführer Kind - nur muss der sich dafür nicht rechtfertigen.
Der Machtkampf unter den Gesellschaftern endete damit, dass Kind Maschmeyer und einem weiteren - nicht genannten Gesellschafter - ihre Anteile abkaufte. Die Süddeutsche Zeitung schrie am 18.7.2006:
Es war der 7. Juli, als das Personalkarussell in Gang kam. Als Deutschland noch gänzlich dem Klinsi-Rausch der WM erlegen war und den Geschehnissen in der Fußballprovinz keine größere Beachtung geschenkt wurde, gab Hannover 96 bekannt, dass Gert Lehker und Carsten Maschmeyer, der Chef von Hannovers Hauptsponsor AWD, als Gesellschafter der „Sales & Service“ ausschieden – der Kerngesellschaft der „Hannover 96 GmbH & Co. KGaA“. Den Löwenanteil daran – ein Paket im Wert von fünf Millionen Euro – übernahm Kind.
Gert Lehker war allerdings kein Gesellschafter der 96-S&S, sondern ist Mitinhaber einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Lehker fungiert in diesem Artikel nur als Strohmann für einen Gesellschafter, der ungenannt bleiben wollte. Da Kind diese Anteile zusätzlich zu seinen schon bestehenden Anteilen erworben hat, kann man davon ausgehen, dass seine Anteile ca 7 Mio. € betragen. Die anderen Gesellschafter sind mit deutlich weniger Geld dabei. Ich schätze, dass dies mit Ausnahme von Gregor Baum bei einigen Gesellschaftern nicht einmal eine Mio € ist. Dies erklärt auch die große Machtstellung von Kind als Geschäftsführer und die Zurückhaltung seiner Mitgesellschafter im Hinblick auf Kritik an der Amtsführung von Kind als haftender Geschäftsführer: Er hat in den vergangenen 4 Jahren zwar auch das Geld seiner Mitgesellschafter verbrannt, aber vor allem sein eigenes. Ein Fremdgeschäftsführer, der nicht gleichzeitig Geldgeber ist wie Kind, wäre bei einer solchen Bilanz schon längst entlassen worden.
Die derzeitigen Gesellschafter bei 96 sind meines Wissens
Martin Kind
Gregor Baum,
Michael Schiemann
Matthias Wilkening
der Madsack-Verlag (u.a. HAZ und NP)
Hit-Radio-Antenne
(gelöschter Abschnitt)
Wie lange Hit Radio Antenne noch als Gesellschafter an Bord bleibt, nachdem Kind jetzt mit dem NDR eine "Medienpartnerschaft" eingegangen ist, wird auch abzuwarten sein.